DGUV Information 212-016 - Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)

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Abschnitt 5.1, 5 Anwendungsbeispiele und besondere Bedingung...
Abschnitt 5.1
Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)
Titel: Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5 Anwendungsbeispiele und besondere Bedingungen

5.1 Arbeiten im Bereich von Straßen

Für Personen, die beim Bau, der Unterhaltung oder Reinigung der Straßen und Anlagen im Straßenraum eingesetzt sind oder in deren Raum befindliche Anlagen zu beaufsichtigen haben oder bei der Abfallsammlung tätig sind, wird gefordert, dass bei der Arbeit außerhalb von Gehwegen und Absperrungen auffällige Warnkleidung zu tragen ist (§ 35 Abs. 6 StVO in Verbindung mit der Verwaltungsvorschrift (VwV) zu § 35 Abs. 6). Gemäß der Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 95, Ziffer 8 Abs. 1) trifft das auch auf Personen zu, die bei den vorgenannten Arbeiten neben dem Verkehrsbereich tätig werden und nicht durch eine geschlossene Absperrung (z.B. Absperrschranken oder Bauzäune) von diesem getrennt sind. Weiterhin weist die RSA auf die Notwendigkeit vertikaler Reflexstreifen in Körperkontur bei Warnkleidung hin, die auf Nachtbaustellen eingesetzt wird (Lit. Verkehrsblatt).

Nach der Verwaltungsvorschrift zu § 35 StVO Abs. 6 muss die Warnkleidung der DIN EN 471 entsprechen und folgende Anforderungen erfüllen:

  • Warnkleidungsklasse mindestens Klasse 2 gemäß Tabelle 1, DIN EN 471

  • Farbe des textilen Hintergrundmaterials fluoreszierendes orange-rot oder fluoreszierendes gelb nach Tabelle 2, DIN EN 471

  • Mindestrückstrahlwerte des retroreflektierenden Materials Stufe 2 gemäß Tabelle 4, DIN EN 471

Die Entscheidung, welche Ausführungsform der Warnkleidung zum Einsatz kommt, kann nur im Einzelfall auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung und der Beurteilung der Art und Größe der Risiken sowie der betrieblichen Beanspruchung (Tätigkeit, Einsatzbereich, Tragedauer) getroffen werden.

Je größer die Gefährdung durch die Geschwindigkeit des vorbei fließenden Verkehrs, die Größe der Verkehrsbelastung, die Häufigkeit des Betretens des Straßenraumes, die Einschränkung der Beobachtungsmöglichkeit des Verkehrs und wenn Arbeiten in einer nicht nach RSA gesicherten Baustelle durchzuführen sind, desto auffälliger, das heißt desto großflächiger muss die Warnkleidung sein.

Daher: Wird im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung für die geplanten Tätigkeiten ermittelt, dass "erhöhte Gefährdung" für die Versicherten vorliegt, ist Warnkleidung der Klasse 3 einzusetzen (siehe Kap. 4.4).

Abbildung 9a und 9b: Einfache Gefährdung, Warnkleidung Klasse 2

Abbildung 10a und 10b: Erhöhte Gefährdung, Warnkleidung Klasse 3

Eine Rundbundhose bietet nur dann ausreichende Sicherheit wenn sie in Verbindung mit Warnkleidung für den Oberkörper getragen wird, da die Bestreifung bei der Rundbundhose am unteren Hosenbein durch Tätigkeiten schnell verdeckt werden kann.