DGUV Information 212-016 - Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)

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Abschnitt 4.4, Auswahl von Warnkleidung für den Straßenverke...
Abschnitt 4.4
Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)
Titel: Warnkleidung (bisher: BGI/GUV-I 8591)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 212-016
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.4 – Auswahl von Warnkleidung für den Straßenverkehr

Nach den gültigen Rechtsvorschriften ist bei Tätigkeiten im Straßenverkehr Warnkleidung zu tragen.

Zur Auswahl der Warnkleidung ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die Erkennbarkeit der Warnkleidung unter Berücksichtigung der auszuführenden Tätigkeiten, Körperhaltungen und Umgebungsbedingungen zu bewerten (siehe auch Abbildung 2).

Entsprechend dem Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung ist Warnkleidung so auszuwählen, dass insgesamt die Klasse 2 oder 3 erreicht wird.

Bei erhöhter Gefährdung ist Warnkleidung der Klasse 3 einzusetzen.

Erhöhte Gefährdung bedeutet:

  • schlechte Sichtverhältnisse oder

  • Straßenverkehr mit einer durchschnittlichen Verkehrsgeschwindigkeit von mehr als 60 km/h oder

  • große Verkehrsbelastung mit mehr als 600 Fahrzeugen pro Stunde oder

  • beim Überqueren mehrspuriger Fahrbahnen oder

  • Arbeiten in der Dunkelheit oder

  • wenn Teile der Warnkleidung häufig tätigkeitsbedingt verdeckt werden oder

  • wenn häufig zwischen abgesperrten und ungesicherten Arbeitsbereichen gewechselt wird oder

  • wenn Arbeiten ohne Schutz einer Baustellensicherung oder zum Aufbau derselben durchgeführt werden.

Von Warnkleidung der Klasse 3 kann abgewichen werden und Klasse 2 eingesetzt werden, wenn einfache Gefährdung im Straßenverkehr vorliegt.

Einfache Gefährdung bedeutet:

  • ausreichende Sichtverhältnisse und

  • geringe Verkehrsbelastung von weniger als 600 Fahrzeuge pro Stunde und

  • durchschnittliche Verkehrsgeschwindigkeit von unter 60 km/h oder

  • wenn Arbeiten innerhalb einer nach den Richtlinien für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA) gesicherten Baustelle durchgeführt werden.

Bei einfacher Gefährdung oder in Notsituationen (z.B. Fahrzeugpanne) ist mindestens Warnkleidung der Klasse 2 einzusetzen.

Im Sommer und Winter herrschen unterschiedliche klimatische Verhältnisse, so dass die Versicherten durch Wechsel von Kleidungsteilen auf die Temperaturen reagieren. In der Tabelle 2 sind daher Auswahlbeispiele für die Kombinationsmöglichkeiten von Bekleidungsstücken dargestellt, die sich in der Praxis bewährt haben und gleichzeitig die richtigen Bekleidungsklassen entsprechend der ermittelten Gefährdung darstellen.

Tabelle 2:
Kombinationsmöglichkeiten für Bekleidungsstücke je nach Temperatur und ermittelter Gefährdung und Designbeispiele A bis D

Gefährdungwarm
(sommerliche Temperaturen)
kalt
(winterliche Temperaturen)
Einfache Gefährdungmindestens A oder Bmindestens D mit (A oder C)
Erhöhte Gefährdungmindestens B mit Cmindestens D mit (A oder C)

Die Warnwirkung der Warnkleidung ist bei den geplanten typischen Arbeitshaltungen zu gewährleisten. Es ist darauf zu achten, dass die relevanten retroreflektierenden Streifen und das fluoreszierende Hintergrundmaterial durch ein Arbeitsgerät nicht verdeckt werden und die Warnwirkung auch bei allen Sicht- und Witterungsverhältnissen gewährleistet bleibt.

Die Warnkleidung ist geschlossen zu tragen und darf nicht durch weitere Kleidungsstücke verdeckt werden.

Beispiele siehe Kapitel 5.