DGUV Information 215-613 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (b...

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Abschnitt 7.1, 7 Geldtransporte 7.1 Mit Versicherten des Kre...
Abschnitt 7.1
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-613
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.1 – 7
Geldtransporte

7.1
Mit Versicherten des Kreditinstituts

Interne Geldtransporte sind möglichst außerhalb der Geschäftsöffnungszeiten durchzuführen. Um die Transporte während der Geschäftsöffnungszeiten möglichst gering zu halten, sind vorhandene Zeit- oder Doppelverschlusssysteme zu verwenden. Zu den Geldtransporten zählt nicht das Ver- und Entsorgen des Inhalts von Banknotenautomaten.

Der Unternehmer darf für Geldtransporte nur Versicherte einsetzen, die mindestens 18 Jahre alt, persönlich zuverlässig und geeignet sind. Sie müssen für diese Aufgabe besonders unterwiesen sein.

Siehe auch § 36 Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass Geldtransporte von mindestens zwei Versicherten durchgeführt werden, von denen ein Versicherter die Sicherung übernimmt. Von dieser Regel darf nur abgewichen werden, wenn das Bargeld unauffällig in bürgerlicher Kleidung getragen wird. Als bürgerliche Kleidung sind alle Kleidungsstücke anzusehen, die keine Dienstkleidung sind und keine Hinweise auf die Firmenzugehörigkeit oder dergleichen geben. Hierzu gehören auch Taschen und Behältnisse, die allgemein üblich sind und keinen Rückschluss auf ihren Inhalt zulassen.

Siehe auch § 36 Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Diese Transporte sind unregelmäßig durchzuführen.

Unregelmäßige Transporte liegen vor, wenn diese nicht wiederkehrend (z.B. täglich zur gleichen Zeit oder an einem bestimmten Wochentag zur gleichen Zeit) erfolgen. Es sollten möglichst auch die verwendeten Fahrzeuge und die durchführenden Versicherten gewechselt werden.

Durch diese Unregelmäßigkeiten soll dem potentiellen Täter das Ausspähen der Boten bzw. der Transporte erschwert werden.

Geldtransporte dürfen von einem Versicherten - auch regelmäßig - durchgeführt werden, wenn Geldtransportsysteme mit zusätzlichen Sicherungseinrichtungen verwendet werden und diese vom Träger der gesetzlichen Unfallversicherung hierfür freigegeben sind. Damit ein Hersteller nicht von allen gesetzlichen Unfallversicherungsträgern Bescheinigungen anfordern muss, wurde festgelegt, dass die Prüfungen auf Einhaltung der Forderungen zentral vom Fachausschuss Verwaltung durchgeführt werden.

Dabei handelt es sich z.B. um technische Transportsicherungen, die einer Wegnahme des Transportgutes während des Geldtransportes aufgrund ihrer Funktionsweise entgegenwirken, indem z.B.

  • nach einer erzwungenen Übergabe oder dem Entreißen des Transportbehältnisses

    oder

  • bei unbefugtem Zugriff auf das Transportgut

dieses automatisch sofort oder in einem angemessenem Zeitabstand wirkungsvoll eingefärbt wird und/oder Ortungssysteme aktiviert werden.

Technische Transportsicherungen sind nur geeignet, wenn dem Versicherten auf seiner Wegstrecke im öffentlich zugänglichen Bereich ein Zugriff auf die Werte nicht möglich ist und somit seiner Erpressbarkeit weitgehend entgegengewirkt wird.

Dies bedeutet z.B.:

  • Die Aktivierung und Deaktivierung von technischen Transportsicherungen darf nur in Bereichen erfolgen, die öffentlich nicht zugänglich sind

    und

  • Versicherte dürfen keine Hilfsmittel zur Aktivierung oder Deaktivierung der technischen Transportsicherung mit sich führen.

Die Durchführung von Geldtransporten darf ohne zusätzliche Maßnahmen in serienmäßigen Kraftfahrzeugen nur erfolgen, wenn der Transport nicht durch

  • äußere Hinweise auf dem Fahrzeug (z.B. Kennzeichen, Lackierung, Werbung),

  • die Bauart des Fahrzeugs

    oder

  • die Bekleidung und Ausrüstung der Versicherten als Geldtransport zu erkennen ist.

Darüber hinaus gilt z.B. bei Geldtransporten, die als solche von außen erkennbar sind, die Unfallverhütungsvorschrift "Wach- und Sicherungsdienste".