DGUV Information 215-613 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (b...

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Abschnitt 5.9, Mitarbeiterbesetzte Geschäftsstellen mit Kund...
Abschnitt 5.9
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-613
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.9 – Mitarbeiterbesetzte Geschäftsstellen mit Kundenbedienten Banknotenautomaten - KBA-Stelle

Dies sind Geschäftsstellen mit Versicherten ohne griffbereiten Banknotenbestand. Sie ermöglichen, dass Versicherte auch in Ein-Personenstellen neben Beratungen höhere Geldbeträge zur Auszahlung aus einem KBA vorbereiten können.

Geschäftsstellen mit Versicherten ohne griffbereiten Banknotenbestand

Diese Geschäftsstellen setzen zum Betrieb nur eine/n Versicherte/n voraus.

Diese Versicherten dürfen keinen Zugriff auf Banknoten haben.

Dies gilt insbesondere für

  • Depositfächer,

  • Banknotenautomaten wie GA/BBA/Recycler,

  • Schlüssel zu allen weiteren Wertbehältnissen, wie Deposit-/NT-Anlagen/ Schleusenwertschutzschrank/-raum/Abwurfbehältnisse,

  • Magnetstreifenkarten ohne PIN (z.B. White-Cards), die von Versicherten für eigene Auszahlungen benutzt werden können,

  • Störungsbeseitigung an Behältnissen mit Banknoten.

Magnetstreifenkarten (z.B. Maestrokarten), die von Versicherten für Auszahlungen mit PIN von eigenen Konten benutzt werden können, sollten gesichert aufbewahrt werden. Bei einem Ausfall der Automaten ist ein Notkassenbetrieb nicht möglich.

Auszahlungen sind nur über einen Kundenbedienten Banknotenautomaten möglich, der abgezähltes Geld zeitverzögert zur Verfügung stellt, nachdem sich der Kunde z.B. mit seiner PIN oder einer mitgebrachten Kundenkarte legitimiert hat.

Geldwechselgeschäfte sind nur bei Verwendung geeigneter Programme des KBA oder besonderer Automaten möglich.

Kunden sind darauf hinzuweisen, dass diese Daten (z.B. PIN, Kundenkarte) erst nach 24 Stunden (alternativ Datumswechsel plus 8 Stunden) zu einer Auszahlung verwendet werden können.

Grundsätzlich sind arbeitstäglich Auszahlungen an eigene Kunden pro Kunde und Konto nur bis maximal 5.000 € zulässig.

Auszahlungen an Fremdkunden sind nur bis zu den Höchstbeträgen des Standard-KBA mit Karte und PIN möglich.

Großgeldbeträge und Sorten können nur nach Vorbestellung über eine zusätzliche Depot-Übergabefachanlage im Zusammenwirken mit der persönlichen Bankkarte, PIN oder biometrischer Kenngrößen des Kunden zur Verfügung gestellt werden.

Einzahlungen können über Depositsysteme, Einzahlungsautomaten oder Cash-Recycle-Systeme durchgeführt werden.

Gelegentlich erforderliche Auszahlungen von Großbeträgen oder Sorten können nach Vorbestellung über ein zusätzliches SB-Depot durchgeführt werden, bei dem der Kunde durch Einsatz seiner Bankkarte den avisierten Betrag aus dem zur Übergabe vorprogrammierten Fach herausnehmen kann.

Kann der Kunde über einen gewünschten Betrag nicht selbst verfügen, wendet er sich an die Versicherten, welche den entsprechenden Betrag freigeben. Dieser Betrag wird dann ohne Eingabe der PIN nur durch Benutzung der Bankkarte aus einem Banknotenautomaten ausgezahlt. Dies kann ein spezieller Automat oder der Geldausgabeautomat sein.

Art der Sicherunggriffbereite Höchstbeträge pro Arbeitsplatz zu § 32 (1)Verzögerungszeiten zu § 32 (2)
Geschäftsstellen mit Versicherten ohne griffbereiten Banknotenbestandfür Euro-Noten nicht zulässigEin Kunde zusammen mit einem Versicherten grundsätzlich € 5.000 pro Tag, innerhalb von 30 Sekunden Auszahlungen von max. € 5.000, innerhalb von 2 Minuten Auszahlungen von max. € 10.000
für Sorten nicht zulässigBesonderer Automat erforderlich.

Arbeitsplätze der Versicherten befinden sich frei zugänglich im Raum, wo sich die Versicherten jederzeit ansprechbar aufhalten. Ein Überfall auf Versicherte in dieser Geschäftsstelle ist daher jederzeit möglich. Ob dieser eskaliert, kann auch vom Verhalten der Versicherten abhängen. Da Versicherte keinen Zugriff auf Banknoten haben, kann der Forderung der Täter nicht nachgekommen werden.

Insbesondere bei dieser Lösung ist es für die Versicherten sehr wichtig, bei einem Überfall den Tätern die Wirkungsweise dieser Kassensicherung verständlich zu erklären. Hierauf sollte mindestens im Rahmen der halbjährlichen Unterweisung besonders eingegangen werden.

Es ist darauf zu achten, dass der Hinweis

AUSZAHLUNG NUR ÜBER GELDAUTOMAT

an den Eingängen, am Arbeitsplatz und an den Geldausgabeautomaten gut sichtbar angebracht ist. Anstelle des verbalen Hinweises können auch geeignete Piktogramme verwendet werden.

Automatenstellen, in denen während der Öffnungszeiten keine Versicherten anwesend sind, die eine Ein-/Auszahlung entgegennehmen oder aktivieren

Bei den ausschließlich mit Kundenbedienten Banknotenautomaten (KBA) betriebenen Stellen muss sich der Kunde an Banknotenautomaten unter Verwendung seiner Kundenkarte und der PIN selbst mit dem gewünschten Bargeld versorgen bzw. Einzahlungen vornehmen.

Diese Automatenstellen können ohne einen Versicherten, aber auch mit nur temporär anwesenden Versicherten, betrieben werden.

Es gibt Geldwechselfunktion nur über besondere Automaten.

Für die Ver- und Entsorgung der Automaten sowie die Störungsbeseitigung am Wertebereich der Banknotenautomaten müssen Versicherte/Dienstleister vor Ort kommen. Ein Notkassenbetrieb bei Ausfall der Automaten ist nicht möglich.

Sind stundenweise Versicherte in diesen Automatenstellen anwesend, ist deutlich erkennbar darauf hinzuweisen, dass sie keinen Zugriff auf die Banknotenbestände in den Automaten haben.

Die Versicherten sollten u.a. durch die halbjährige Unterweisung in der Lage sein, bei einem Überfall die Wirkungsweise der Kassensicherung zu erklären.

Notwendige ergänzende Maßnahmen zum Bargeldhandling

  • Der Hinweis mit dem Text/Piktogramm

    AUSZAHLUNG NUR ÜBER GELDAUTOMAT

    ist am Eingang, an den Automaten und, falls vorhanden, auch an den Beraterplätzen gut sichtbar anzubringen.

  • Die Ausgabe von Sorten erfolgt nur über Sortenautomaten.

  • Die Ausgabe von Hartgeld erfolgt über Münzrollenspender- oder Münzspender-Automaten.

  • Kundenbediente Einzahlungen erfolgen über Depositsysteme, Nachttresor, Einzahlungsautomat oder Cash-Recycle-Systeme.