DGUV Information 215-613 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (b...

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Abschnitt 5.1, 5 Hinweise zum Betrieb der unterschiedlichen ...
Abschnitt 5.1
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Betrieb (bisher: BGI/GUV-I 819-3)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-613
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5
Hinweise zum Betrieb der unterschiedlichen Kassensicherungen

5.1
Durchschusshemmende Abtrennungen als Vollabtrennung oder Kassenbox

Die Arbeitsplätze aller Versicherten bzw. der Kassierer befinden sich bei der durchschusshemmenden Abtrennung im gesicherten Bereich hinter der Verglasung. Die Kassenbox ist ständig besetzt zu halten. Ausnahme kann z.B. ein Toilettengang sein.

In den gesicherten Bereich dürfen keine Kunden eingelassen werden.

Ist ein Büroraum, z.B. in Form eines Vorraumes, in den gesicherten Bereich integriert und sollen in diesem Raum auch Beratungen und größere Ein- und Auszahlungen an Kunden durchgeführt werden, ist zum Schutz aller Versicherten sicherzustellen, dass derjenige, der sich in dem Raum mit dem Kunden aufhält, den Schlüssel zum eigentlichen Kassenbereich und den Wertbehältnissen nicht bei sich hat. Ist nur ein Versicherter anwesend, dürfen in dem Raum keine Beratungen stattfinden.

Die Übergabe von Geld oder von Belegen erfolgt über eine Zahl- oder Schiebemulde, gegebenenfalls ist auch eine zusätzliche Belegdurchreiche oder Kofferschleuse zu verwenden.

Der griffbereite Euro-Banknotenbestand jedes Kassierers ist in einem abschließbaren Kassentrog oder einer Schublade zusammen mit dem Hartgeld und den Sorten unterzubringen. Verlässt der Kassierer seinen Arbeitsplatz während der Geschäftszeit, hat er seine Bestände, für die er verantwortlich ist, durch Abschließen zu sichern.

Um den Anreiz zu einem Überfall zu reduzieren, sind die griffbereiten Bargeldbestände möglichst gering zu halten. Dabei dürfen die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten griffbereiten Höchstbeträge pro Kassiererarbeitsplatz nicht überschritten werden:

Art der SicherungHöchstbetrag pro Arbeitsplatz zu § 32 (1) Unfallverhütungsvorschrift "Kassen"Sperrzeiten zu § 32 (2)
durchschusshemmende Vollabtrennung §§ 11 bis 13 bzw. Kassenbox §§ 11 bis 13, 15bei einem Versicherten max. € 25.000 bei zwei bis fünf Versicherten max. € 40.000 ab sechs Versicherte max. € 50.000Darüber hinausgehende Beträge (Nebenbestände) sind in Zeitverschlussbehältnissen ohne zeitlich gestaffelte Betragsfreigabe unter einer Sperrzeit von mindestens 3 Minuten oder in Zeitverschlussbehältnissen mit zeitlich gestaffelter Betragsfreigabe unter einer Sperrzeit jeder Stufe von mindestens 30 Sekunden, wobei die Sperrzeit aller Stufen insgesamt jedoch mindestens 10 Minuten beträgt, aufzubewahren.
Empfehlung:
In grenznahen Gebieten sollten die jeweils entsprechenden Sorten wie Euro-Noten behandelt werden. Sorten sollten unter mindestens 30 Sekunden aufbewahrt werden.

Sind weitere Geldbestände (Hintergrundbestände) in der Geschäftsstelle vorhanden, sind diese so zu sichern, dass von ihnen kein Anreiz zu einem Überfall ausgeht.

Es ist daher erforderlich, geeignete Maßnahmen zur Reduzierung des Anreizes durchzuführen.

Dies kann z.B. erreicht werden durch

  • einen Zeitverschluss von mindestens 5 Minuten,

  • Reduzierung der Bestände,

  • institutsinterne Sicherungsbereiche,

  • Ortungs- und Einfärbesysteme.

Sofern der Wertschutzschrank nicht über ein eigenes Elektronikschloss verfügt, bietet es sich an, den Schlüssel für den verschlossenen Wertschutzschrank oder das Innenfach entsprechend in dem Behältnis für die Nebenbestände unter Zeitverschluss zu verwahren.

Art und Umfang der Maßnahmen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festzulegen und zu dokumentieren.

Hartgeld zählt nicht zu den griffbereiten Geldbeständen.

Für die Aufbereitung von Euro-Banknoten zur Automatenver- bzw. -entsorgung sowie dem Auszählen von Deposit/Nachttresor-Behältern während der Geschäftsöffnungszeiten ist ein gesicherter Nebenraum zu benutzen.

Vorhandene fernbetätigte Türöffner an Kundeneingängen sind von den Versicherten bei Beginn und Ende der Kundenöffnungszeiten zum Öffnen und Schließen der Geschäftsstelle aus deren gesichertem Bereich heraus zu benutzen. An überfallgefährdeten Standorten kann der Türöffner auch zum kontrollierten Einlass von Kunden verwendet werden.

Schlüssel zur Kassenbox dürfen nur im Besitz der Kassierer sein, die sich in der Kasse aufhalten. Weitere Schlüssel sowie die Schlüssel zu den Hintergrundbeständen sind gesichert aufzubewahren.

Sind Wertgelasse außerhalb der Kasse vorhanden, sind die zugehörigen Schlüssel in der Kasse unter Zeitverschluss aufzubewahren.

Kassierer sollen darauf achten, dass der griffbereite Bargeldbestand von der Kundenseite nicht einsehbar ist.

Bei Gefahr für Leib oder Leben ist den Forderungen der Täter unbedingt Folge zu leisten.