DGUV Information 215-612 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderun...

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Abschnitt 1.4, Technische Begriffe
Abschnitt 1.4
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-612
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.4 – Technische Begriffe

Stand der Technik

Stand der Technik ist der Entwicklungsstand fortschrittlicher Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen, der die praktische Eignung einer Maßnahme zur Erreichung des jeweils vorgegebenen Schutz- oder Gestaltungsziels als gesichert erscheinen lässt. Bei der Bestimmung des Standes der Technik sind insbesondere vergleichbare Verfahren, Einrichtungen oder Betriebsweisen heranzuziehen, die mit Erfolg im Betrieb erprobt worden sind.

Banknotenautomaten

Banknotenautomaten sind Geräte, die nur abgezählte Banknoten an Kunden oder Versicherte ausgeben und/oder einzuzahlende Banknoten nach einem Zähl- und Prüfvorgang einziehen. Sie können zusätzlich auch Münzen ausgeben oder annehmen.

Wertbehältnisse/Wertschutzräume

Im Sinne dieser Schrift sind dies z.B.

  • Wertschutzräume (Tresorräume),

  • freistehende Wertschutzschränke (Geldschränke),

  • Einbau-/Wertschutzschränke,

  • Wertschutzschränke für Geldautomaten,

  • Deposit-Systeme Night (Tag-/Nachttresoranlagen),

  • Deposit-Systeme,

  • Schleusenwertschutzschränke.

White-Cards

White-Cards sind Karten, die nicht einem bestimmten Konto oder einer bestimmten Person zugeordnet sind, über die eine Auszahlung aus einem Kundenbedienten Banknotenautomaten eingeleitet werden kann. Dabei wird der Karte ein Auszahlungsvorgang zugeordnet. Der Betrag kann vom Kunden innerhalb eines vorgegebenen Zeitfensters dem Automaten entnommen werden. Dazu wird die Karte in den Kartenleser des Kundenbedienten Banknotenautomaten eingeschoben. Sie werden z.B. eingesetzt, um bei räumlich abgesetzten Banknotenautomaten eine einmalige Auszahlung an einen Berechtigten zu ermöglichen.

Zeitverschlüsse

Zeitverschlüsse werden eingesetzt, um den Anreiz, eine Geschäftsstelle zu überfallen, zu reduzieren. Über Zeitverschlusssysteme soll erreicht werden, dass bei einem Überfall erst nach Ablauf vorgegebener Zeiten Banknoten an Täter übergeben werden können. Dies schließt auch die zeitlich gestaffelte Betragsfreigabe ein.

Doppelverschlüsse (Vier-Augen-Prinzip)

Durch Doppelverschlüsse soll erreicht werden, dass der Zugriff auf Banknoten nur nach einer vorgegebenen Verzögerungszeit möglich ist. Dazu ist mindestens ein Schlüssel so aufzubewahren, dass zum Holen des Schlüssels die gleiche Zeit vergeht, wie sie für den geforderten Zeitverschluss erforderlich ist.

Elektronikschlösser

Elektronikschlösser sind Schlösser, die durch Eingabe einer oder mehrerer PIN (Vier-Augen-Prinzip) geöffnet werden können. Sie bieten zusätzliche Sicherheit durch die Möglichkeit,

  • eine Zeitverzögerung,

  • eine Sperrzeitschaltuhrfunktion,

  • ein Zeitfenster vorzugeben oder

  • während der PIN-Eingabe einen Überfallalarm abzugeben.