DGUV Information 215-612 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderun...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 6.3, Fenster
Abschnitt 6.3
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-612
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – Fenster

Fenster, die ohne Hilfsmittel von außen erreichbar sind, müssen gegen Einstieg sowie gegen Einblick von außen gesichert sein, wenn in dem dahinter liegenden Bereich Banknoten von Versicherten ausgegeben, angenommen, bearbeitet oder verwahrt werden.

Siehe auch § 10 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Fenster von Räumen, die einen ungehinderten Zugang zu den im ersten Absatz genannten Bereichen ermöglichen, müssen mindestens mit Sicherungen gegen Einstieg ausgerüstet sein.

Siehe auch § 21 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention".

Diese Forderungen sind ohne zusätzliche Maßnahmen erfüllt, wenn z.B. die Höhe zwischen Fensterunterkante und dem Erdboden oder einer entsprechenden Aufstandsfläche mindestens 2 m beträgt.

Bei niedriger gelegenen Fenstern sind diese Forderungen z.B. erfüllt, wenn mindestens bis zu einer Höhe von 2 m über dem Erdboden oder einer entsprechenden Aufstandsfläche Sicherungen gegen Einstieg und Einblick zusätzlich vorhanden sind.

Sicherungen gegen Einstieg können z.B. sein:

  • Fensterelemente, die mindestens die Anforderungen der DIN EN 1627-30 Widerstandsklasse 3 (RC 3) erfüllen.

  • Festverglasungen, die mindestens die Anforderungen der DIN EN 356, Widerstandsklasse P 6 B erfüllen.

  • Fest verankerte metallische Vergitterungen mit einem Abstand von maximal 0,15 m für die senkrechten Stäbe; da diese Fenster gegebenenfalls auch als zweiter Fluchtweg genutzt werden müssen, muss eine Möglichkeit bestehen, die Gitter ohne Hilfsmittel von innen zu entriegeln. Dieser Entriegelungsmechanismus darf von außen nicht erreichbar sein.

Siehe dazu auch § 21 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" und "Richtlinie über elektrische Verriegelungssysteme von Türen in Rettungswegen (EItVTR) des Deutschen Instituts für Bautechnik".

  • Fenster mit Sperrsystemen, die bei vertikalen nicht mehr als 0,15 m und horizontalen Öffnungen nicht mehr als 0,20 m Öffnungsweite zulassen. Bei der Verwendung von normalen Dreh-Kipp-Beschlägen ist zu prüfen, ob diese gegen Manipulation ausreichend gesichert sind, gegebenenfalls sind zusätzliche Sicherungen vorzusehen.

Sicherungen gegen Einblick von außen können z.B. sein:

  • Sichtblenden,

  • Reklameträger,

  • entsprechend eingestellte Lamellenstores,

  • dichte Gardinen und Übergardinen sowie sonstige Vorhänge, deren Wirksamkeit nicht durch die Innenraumbeleuchtung oder durch Gegenlicht aufgehoben wird. Halb verspiegelte Scheiben (Spionspiegel) oder normale Stores erfüllen diese Anforderungen in der Regel nicht.