DGUV Information 215-612 - Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderun...

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Abschnitt 6.2, Eingänge ohne Publikumsverkehr
Abschnitt 6.2
Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Titel: Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute Anforderungen an die sicherheitstechnische Ausrüstung von Geschäftsstellen i.V.m. §§ 5 und 6 Arbeitsschutzgesetz (bisher: BGI/GUV-I 819-2)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-612
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – Eingänge ohne Publikumsverkehr

Türen ohne Publikumsverkehr sind Türen, die sehr selten von Kunden benutzt werden. Dabei kann es sich um Türen handeln,

  • durch die die Versicherten die Geschäftsstelle betreten oder verlassen, im Folgenden als "Personaleingangstüren" bezeichnet,

  • durch die Versicherte in gesicherte bankinterne Bereiche gelangen, im Folgenden als "gesicherte Türen" bezeichnet,

  • die z.B. in Lagerräume, Keller führen, im Folgenden als "sonstige Türen" bezeichnet.

Siehe auch § 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Sind Glasfüllungen vorhanden, sollten diese den Anforderungen für angriffshemmende Verglasungen gemäß DIN EN 356 entsprechen.

Die zu verwendende Sicherheitsklasse ergibt sich aus dem Sicherungskonzept der Geschäftsstelle. Sie ist z.B. davon abhängig, ob eine Einbruchmeldeanlage zur Wertesicherung oder auch eine Einbruchmeldeanlage zur Überwachung der allgemeinen Geschäftsräume installiert ist und welche Kassensicherung verwendet wird.

Personaleingangstüren

Personaleingänge sollen zum Erschweren von Angriffen oder Überfällen beim Betreten bzw. Verlassen des Gebäudes möglichst in Bereichen liegen, die von der allgemeinen Öffentlichkeit überblickt werden können. Eingangstüren, die in Treppenhäusern von Mehrfamilien- oder Geschäftshäusern mit mehreren Parteien liegen oder von der Gebäuderückseite zu erreichen sind, erfüllen diese Anforderungen ohne zusätzliche Maßnahmen nicht.

Personaleingangstüren müssen insgesamt gegen Durchbruch, z.B. entsprechend DIN EN 1627-30 2006-04 Widerstandsklasse 2 (RC 2), gesichert und selbstschließend sein.

Siehe auch § 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Sie dürfen sich von außen nur mit Schlüsseln oder gleichwertig arbeitenden Systemen, biometrischen Scannern, Codetastaturen bzw. entsprechenden Elementen öffnen lassen. Werden Profilzylinder eingesetzt, sind diese bündig (Überstand maximal 3 mm) zu montieren und gegen Abbrechen, Aufbohren und Herausziehen durch Verwendung eines Sicherheitsbeschlages mit Ziehschutz zu schützen. Geeignete geprüfte Profilzylinder sind z.B. der VdS 2156 - "Schließzylinder mit Einzelsperrschließung" zu entnehmen.

Siehe auch DIN 18252 "Profilzylinder für Türschlösser".

Die Türen müssen einen Durchblick von innen nach außen ermöglichen und einen Einblick von außen verhindern, um ein Abfangen der Versicherten zu erschweren. Dies kann z.B. durch einen Weitwinkelspion oder eine Videoanlage erreicht werden. Halb verspiegelte Scheiben (Spionspiegel) erfüllen diese Anforderungen je nach Beleuchtungsstärke der Bereiche nicht.

Siehe auch § 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Die Anforderungen an Selbstschließeinrichtungen erfüllen z.B. hydraulische Türschließer, in die Türen eingebaute Federbänder oder bei schweren Türen Türbänder mit Steigung.

Damit sich potenzielle Täter nicht in der Nähe der Türen verstecken können, sind die Türaußenbereiche der Personaleingänge allgemein überblickbar zu gestalten.

Außerdem ist eine ausreichende Außenbeleuchtung vorzusehen. Sie ist z.B. dann gewährleistet, wenn die Nennbeleuchtungsstärke

  • vor der Hauseingangstür als Personaleingang im gesamten Zugangsbereich mindestens 20 Lux beträgt,

  • vor der Etageneingangstür als Personaleingang im gesamten Zugangsbereich mindestens 100 Lux beträgt und

  • die Beleuchtung ausreichend lange vor und nach der Arbeitszeit gewährleistet ist.

Eine automatische Steuerung der Außenbeleuchtung ist zweckmäßig.

Personaleingangstüren dürfen nur geöffnet werden, wenn vorher geprüft wurde, dass kein Überfall zu erwarten ist. Sind für den Betrieb während der Arbeitszeit fernbediente Türöffner vorhanden, sind zusätzliche Einrichtungen zur Personeneinlasskontrolle - z.B. Videoüberwachung - zu installieren.

Gesicherte Türen

Gesicherte Türen sollten durchbruchhemmend nach DIN EN 1627-30, Widerstandsklasse 3 (RC 3) ausgeführt sein. Insbesondere ist bei einer Nachrüstung auf ausreichend stabile Schließbleche und Scharniere zu achten. Gegen unbefugtes Öffnen müssen sie mit Sicherheitsschlössern ausgerüstet sein. Sie dürfen sich von außen nur mit Schlüsseln oder gleichwertigen berührungslos arbeitenden Systemen wie biometrischen Scannern, Codetastaturen bzw. entsprechenden Elementen öffnen lassen.

Siehe auch § 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Die Türen müssen einen Durchblick von innen nach außen gewähren und einen Einblick von außen verhindern. Dies kann z.B. durch einen Weitwinkelspion oder eine Videoanlage erreicht werden. Halb verspiegelte Scheiben (Spionspiegel) erfüllen diese Anforderungen je nach Beleuchtung der Bereiche nicht.

Siehe auch § 9 der Unfallverhütungsvorschrift "Kassen".

Türen im Verlauf von Flucht- und Rettungswegen

Bezüglich der Anforderungen an Flucht- und Rettungswege sind die Vorgaben der jeweiligen Bauordnungen der Länder und der Arbeitsstättenverordnung zu berücksichtigen.

Türen im Verlauf von Flucht- und Rettungswegen müssen von innen ohne besondere Hilfsmittel geöffnet werden können. Dies ist z.B. mit einem selbstverriegelnden Panikverschluss möglich. Falls der Fluchtweg aus einem bankinternen Wertebereich in öffentlich zugängliche Bereiche führt, kann es sinnvoll sein, die Öffnung der Tür mit einer internen Meldung (alternativ Meldung an Notruf- und Service-Leitstelle anzuzeigen. Die Anforderungen an die Stabilität der Flucht- und Rettungswegtüren und an die Qualität der Verschlusseinrichtungen richtet sich danach, in welchen Bereich diese führen.

Siehe auch § 21 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention", ASRA 2.3 Fluchtwege, Notausgänge. Flucht- und Rettungsplan.