DGUV Information 213-723 - BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 4.2, Expositionsmessungen am Arbeitsplatz
Abschnitt 4.2
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-723
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – Expositionsmessungen am Arbeitsplatz

Die diesen BG/BGIA-Empfehlungen zugrunde liegenden Messwerte wurden in den Jahren 2001 bis 2002 im Rahmen eines Projektes ermittelt. Die Messwerte wurden in zwölf Messserien an Werkzeugmaschinen in der Produktion erhoben. Jede Messserie besteht aus drei Messungen in verschiedenen Schichten, jeweils an folgenden Messpunkten:

  1. a)

    personengetragen

  2. b)

    stationär, am Bedienpult der Maschine

  3. c)

    stationär, im Arbeitsraum der Maschine.

    Messergebnisse der Projektmessungen sind in Tabelle 3 im Anhang aufgeführt. Die Messung im Arbeitsraum der Maschine diente zur orientierenden Abschätzung der Emissionen. So konnten z.B. bei einigen Messungen Aldehyde, die stationär am Bedienpult der Maschine gemessen wurden, im Arbeitsraum der Maschine nicht nachgewiesen werden, was auf einen äußeren Einfluss schließen lässt. Ebenfalls wurden die im Arbeitsraum der Maschine gemessenen KSS-Aerosole meist nicht mehr an den Messpunkten a) und b) nachgewiesen, oder zumindest nur noch ein geringer Teil davon.

Beim Zerspanen von Metallen mit Minimalmengenschmierung ist die Summe aus Kühlschmierstoff-Aerosolen und -Dampf die expositionsbestimmende Komponente. Aldehyde wurden lediglich in Spuren ( 1 % des Arbeitsplatzgrenzwertes bzw. für Formaldehyd des früheren Luftgrenzwertes) in wenigen Fällen nachgewiesen. Formaldehyd mit dem jeweils größten Beitrag zur Aldehydbelastung kann als Leitkomponente für Aldehyde angesehen werden. Eine Staubbelastung durch das Zerspanen mit Minimalmengenschmierung konnte nicht nachgewiesen werden.

Die Werkzeugmaschinen in den gemessenen Arbeitsbereichen waren teilweise mit Absaugung ausgerüstet, teilweise waren sie nicht abgesaugt. Auf die Messergebnisse hatte die Absaugung keinen signifikanten Einfluss.

Tabelle 2 zeigt die Auswertung der KSS-Messergebnisse des Messprojektes von 2001 bis 2002. Hier werden nur die personengetragenen Messungen berücksichtigt.

Tabelle 2:
Auswertung der Messergebnisse aus Projekt (zwölf Messserien und zwei Einzelmessungen)

GefahrstoffAnzahl der BetriebeAnzahl der Messwerte50-%-Wert in mg/m395-%-Wert in mg/m3Maximalwert in mg/m3
Kühlschmierstoff13381,44,855,3

Im Rahmen der Überarbeitung dieser BG/BGIA-Empfehlungen wurde eine Datenbankrecherche der Expositionsdatenbank MEGA der DGUV durchgeführt. Für den Zeitraum 2003 bis 2008 wurden weitere 16 Messergebnisse für KSS-Minimalmengenschmierung ermittelt.

Zwölf Messergebnisse liegen unter der Nachweisgrenze von 2 mg/m3 (BGIA-Analysenverfahren für KSS-Minimalmengenschmierung). Die übrigen Messergebnisse liegen zwischen 2,1 mg/m3 und 6 mg/m3. Ursache dafür kann die nicht optimal eingestellte Zufuhr des KSS sein, was in zwei Fällen belegt werden konnte.