DGUV Information 213-723 - BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 3, Arbeitsverfahren/Tätigkeiten
Abschnitt 3
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-723
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – Arbeitsverfahren/Tätigkeiten

Im Gegensatz zur konventionellen Überflutungsschmierung bei der Nassbearbeitung zeichnet sich die Minimalmengenschmierung durch eine Verbrauchsreduzierung der eingesetzten Schmierstoffe aus. Anstelle von mehreren 100 l Kühlschmierstoffemulsion in einer Maschine benötigt man mit der neuen Technologie für denselben Vorgang nur wenige ml Schmierstoff pro Stunde. Eine gezielte Zufuhr des Schmierstoffes unmittelbar an die Wirkstelle gewährleistet eine Schmierung der Reibstellen zwischen Werkzeug, Werkstück und Span. Je nach Zerspanverfahren, zu zerspanendem Material und den gewählten Einstellparametern beträgt die Dosierung der Schmierstoffmenge weniger als 50 ml/h.

Ein Minimalschmiersystem dosiert die Schmierstoffe und befördert sie an die Bearbeitungsstelle. Der Schmierstoffauftrag auf die Werkzeugschneide kann auf verschiedenen Wegen erfolgen. Bei der Außenschmierung von Zerspanwerkzeugen wird der Schmierstoff über mehrere Sprühdüsen am Umfang des Werkzeuges aufgebracht. Bei der Innenschmierung von Werkzeugen erfolgt der Schmierstofftransport durch das Spindelsystem der Maschine und durch im Werkzeug eingebrachte Kanäle zur Bearbeitungsstelle. Dieses System kommt insbesondere bei flexiblen Bearbeitungszentren und Neumaschinen sowie bei der Hochgeschwindigkeitsbearbeitung (HSC) zum Einsatz.

Die Arbeitsverfahren beim Zerspanen von Metallen sind im Allgemeinen sehr vielfältig und werden für diese BG/BGIA-Empfehlungen nicht weiter eingeschränkt, da häufig mehrere verschiedene Arbeitsverfahren während der Bearbeitung eines Werkstückes auf einer Werkzeugmaschine angewendet werden.

Für die MMS sind spezielle Schmierstoffe mit guten tribologischen Eigenschaften und hoher thermischer Belastbarkeit im Handel erhältlich. Sie können aus Mineralöl, synthetischen Estern oder höheren Fettalkoholen bestehen.

Gegenüber der Nassbearbeitung wird bei der MMS-Bearbeitung aufgrund der geringen Menge der Schmierstoffe eine Herabsetzung des hautschädigenden Potenziales erreicht.