DGUV Information 213-723 - BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 5.1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Minimalmengenschmierung bei der Metallzerspanung (bisher: BGI/GUV-I 790-023)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-723
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5
Schutzmaßnahmen

5.1
Technische Schutzmaßnahmen

5.1.1
Art des verwendeten Kühlschmierstoffes

Für die emissionsarme Metallbearbeitung mit MMS ist die richtige Auswahl des Schmierstoffes von entscheidender Bedeutung.

Eingesetzt werden sollen Schmierstoffe mit niedrigem toxikologischem und dermatologischem Gefährdungspotenzial, mit möglichst gutem Schmiervermögen und hoher thermischer Belastbarkeit. Synthetische Esteröle und Fettalkohole mit günstigem Verdampfungsverhalten und hohem Flammpunkt haben sich in der Praxis besonders bewährt.

Für die Minimalmengenschmierung nicht einzusetzen sind:

  • Wassergemischte Kühlschmierstoffe und deren Konzentrate

  • Schmierstoffe mit organischen chlor- oder zinkhaltigen Additiven

  • Schmierstoffe, die nach Gefahrstoffverordnung kennzeichnungspflichtig sind

  • Produkte auf der Basis mineralischer Grundöle mit Gehalten von > 3 ppm Benzo[a]pyren im KSS

  • Native Ester (Rapsöl, Rüböl) mit Neigung zur Verharzung an Aggregaten, Führungen sowie Alterung/Verharzung wegen geringer Oxidations- und Hydrolysestabilität.

Weitere Hinweise zum Thema "Schmierstoffe für die Minimalmengenschmierung" enthält der VDI Bericht Nr. 1458.

Siehe "Systeme, Werkzeuge und Medien für die Minimalmenge" VDI-Bericht 1458.

Jährlich ist zu prüfen, ob die verwendeten KSS für die entsprechenden Arbeitsverfahren mit Minimalmengenschmierung dieser BG/BGIA-Empfehlungen geeignet sind. Werden andere KSS eingesetzt, so ist zu prüfen, ob diese den Vorgaben dieser BG/BGIA-Emp-fehlungen entsprechen. Das Ergebnis dieser Prüfung ist zu dokumentieren und das Verzeichnis zu ergänzen.

5.1.2
Schmierstoffsysteme/Dosiergeräte

Von besonderer Bedeutung für die Prozesssicherheit und Emission ist es, eine kontinuierliche unterbrechungsfreie Zufuhr des Schmiermittels an die Wirkstelle zu gewährleisten. Für die Zuführung und Dosierung des Schmiermittels sind daher nur sichere Systeme, die folgende Anforderungen erfüllen, zu verwenden:

Siehe BIA-Report 4/2004 "Einsatz von Kühlschmierstoffen bei der spanenden Metallbearbeitung".

  • Einstellung der Parameter (z.B. Menge und Druck) ist nach Vorgabewerten in Abhängigkeit von Verfahren, Werkstoff und der Bearbeitungsparameter möglich

  • Exakte und vibrationsunempfindliche Ausrichtung der Düse(n) relativ zur Wirkstelle ist möglich

  • Überwachung der MMS-Funktion (z.B. Füllstand, Medientransport und Druckluft) ist möglich

  • Sprühbild der Düse:

    • Angabe günstiger Systemeinstellgrößen zur Minimierung der Nebelbildung

    • Zielgerichtete Benetzung (Angabe der Wirkbereiche der Düse)

  • Angabe des im System verwendbaren Viskositätsbereiches bei 40 C

  • Verlustfreier Medientransport bis zur Übergabestelle (Düse oder Werkzeug) ist gewährleistet (keine Leckagen)

  • Komponenten und Dichtungen sind resistent gegenüber den eingesetzten Medien in Abstimmung auf den Einsatzfall

  • Kleinste Einstellung zur Realisierung trockener Werkstücke und Späne (Skalierung < 10 ml/h) ist möglich

  • Kontinuierliche Zufuhr des Schmierstoff-Mediums ist gewährleistet (keine Aussetzer, Unterbrechungen)

  • Schnelles Ansprechverhalten und Medienverfügbarkeit an der Zerspanstelle auch bei längeren Stillstandszeiten

  • Geringe Lärmentwicklung im Betrieb, < 75 dB(A).

Die Funktion und die Einstellungsparameter der Schmierstoffsysteme/Dosiergeräte sind regelmäßig zu prüfen.

5.1.3
Werkzeugparameter

Die vom Werkzeughersteller vorgegebenen, werkstoff- und werkzeugspezifischen Schnittparameter für die Werkzeuge sind einzuhalten. Regelmäßig ist zu prüfen, ob die Schnittparameter den Herstellervorgaben für die jeweiligen Arbeitsvorgänge entsprechen.

5.1.4
Lufttechnische Maßnahmen

Die Werkzeugmaschinen sind zu kapseln und mit einer Absaugung auszustatten. Dadurch ist sichergestellt, dass die relevanten Randbedingungen langfristig stabil bleiben und eine Minimierung der Gefahrstoffexposition nach dem Stand der Technik erfolgt. Lufttechnische Maßnahmen sind regelmäßig zu prüfen, siehe BGR 121. Das Ergebnis der jährlichen Wirksamkeitsprüfung ist zu dokumentieren.

Siehe BGR 121 "Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen".