DGUV Information 209-051 - Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGU...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 4.3, 4.3 Beurteilung sensibilisierender Gefährdung...
Abschnitt 4.3
Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGUV Information 209-051)
Titel: Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGUV Information 209-051)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-051
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – 4.3 Beurteilung sensibilisierender Gefährdungen

Zusätzlich zu einer Infektionsgefährdung müssen bei der Gefährdungsbeurteilung und Festlegung der Schutzmaßnahmen auch sensibilisierende Wirkungen der Mikroorganismen berücksichtigt werden (§ 4 Abs. 4 BioStoffV). Sensibilisierende Eigenschaften besitzen vor allem Schimmelpilze beziehungsweise Schimmelpilzsporen.

Die in der Luft an Kühlschmierstoff-Arbeitsplätzen gemessenen Konzentrationen von Schimmelpilzsporen liegen unterhalb der entsprechenden Außenluftreferenzwerte. Daher sind Sensibilisierungen durch Schimmelpilze über die Atemluft bei den üblichen Bearbeitungstätigkeiten mit wassergemischten Kühlschmierstoffen nach bisherigem Kenntnisstand unwahrscheinlich, da im Vergleich zur Außenluft keine erhöhte Belastung der Luft im Arbeitsbereich nachgewiesen werden konnte (siehe auch Anhang 1 und Anhang 4 B.).

Bei bereits bestehender Schimmelpilz-Allergie kann schon das Einatmen geringer Allergenmengen eine allergische Reaktion auslösen; daher ist der Allergenkontakt in diesen Fällen für die Betroffenen unbedingt zu vermeiden.

Schimmelpilze kommen beim Einsatz von wassergemischten Kühlschmierstoffen häufig als Bestandteile sogenannter Biofilme im Bereich der Bearbeitungsmaschinen vor.

Bei Reinigungsarbeiten, vor allem beim Entfernen von Biofilmen mit Hochdruckreinigern, können daher große Mengen an Biomasse oder mögliche Allergene freigesetzt werden.

Auch Tätigkeiten wie das Abblasen von Kühlschmierstoffen mit Druckluft führen kurzzeitig zu hohen mikrobiellen Belastungen und erhöhen damit das Risiko von Atemwegserkrankungen. Aus Arbeitsschutzgründen sollten diese Tätigkeiten nur mit den entsprechenden technischen Schutzmaßnahmen ausgeführt werden (siehe auch DGUV Regel 109-003 "Tätigkeiten mit Kühlschmierstoffen", Abschnitt 6.3.2.4).

Die sogenannte Maschinenarbeiterlunge (eine Form der exogen allergischen Alveolitis [EAA], s. Abs. 3.2) wird nach bisherigem Kenntnisstand vor allem durch bestimmte Bakterien in Kühlschmierstoff-Emulsionen verursacht.