DGUV Information 209-051 - Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGU...

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Anhang 4, Summenhäufigkeitsverteilungen
Anhang 4
Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGUV Information 209-051)

Anhangteil

Titel: Keimbelastung wassergemischter Kühlschmierstoffe (DGUV Information 209-051)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-051
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 4 – Summenhäufigkeitsverteilungen

A.) Summenhäufigkeitsverteilung Bakterien im Anmischwasser

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Anm.: Das 50. Perzentil gibt den mittleren Wert (auch Median oder Zentralwert) einer Datenreihe an; d. h. die Hälfte der Proben liegt unterhalb dieses Wertes, die andere Hälfte darüber.

Die Grafik zeigt, dass lediglich 20 % der untersuchten Wasserproben die Empfehlung der DGUV Regel 109-003 beziehungsweise dieser Informationsschrift einhalten, dass das Anmischwasser möglichst Trinkwasserqualität (Grenzwert < 100 KBE/ml Gesamtkoloniezahl Bakterien nach Trinkwasserverordnung) haben sollte. Die Empfehlung erfolgt vor dem Hintergrund, dass nicht bereits beim Anmischen des (i. d. R. keimfreien) Konzentrats eine bakterielle Verunreinigung erfolgt. Insbesondere bei Kühlschmierstoffprodukten ohne Vorkonservierung kann dies zu Problemen führen.

Gesamtkoloniezahlen bis zu 1.000 KBE/ml sind für Ansetzwasser noch akzeptabel, über 10.000 KBE/ml nicht mehr. Anmischwasser mit Gesamtkoloniezahlen zwischen 1.000 bis 10.000 KBE/ml sollten nicht dauerhaft eingesetzt und auf das Vorliegen einer möglichen Kontaminationsquelle (Verunreinigung) überprüft werden.

B.) Summenhäufigkeitsverteilung Bakterien im wassergemischten Kühlschmierstoff

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Anm.: Das 50. Perzentil gibt den mittleren Wert (auch Median oder Zentralwert) einer Datenreihe an; d. h. die Hälfte der Proben liegt unterhalb dieses Wertes, die andere Hälfte darüber.

Es gibt keinen Grenz- oder Richtwert für die mikrobielle Belastung eines Kühlschmierstoffs. Die Auswertung von annähernd 300 Betriebsproben über das IFA zeigt, dass 30 % Prozent der Kühlschmierstoffproben unterhalb des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung (100 KBE/ml Gesamtkoloniezahl Bakterien) und fast 40 % der Proben unter 1.000 KBE/ml und damit in einem sehr niedrigen Bereich liegen.

Lediglich 5 % der Proben weisen Gesamtkoloniezahlen von über 80 Millionen KBE/ml auf; hier dürfte die Grenze der mikrobiellen Belastbarkeit eines funktionstüchtigen Kühlschmierstoffs erreicht sein.

Das Median zeigt, dass die Hälfte aller Kühlschmierstoffproben unterhalb von 13.000 KBE/ml und damit in einem fürwässrige Umlaufsysteme akzeptablen Bereich liegt.

C.) Vergleich Summenhäufigkeitsverteilungen Bakterien und Schimmelpilze in der Luft an Kühlschmierstoff-Arbeitsplätzen zur Außenluft

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Anm.: Das 50. Perzentil gibt den mittleren Wert (auch Median oder Zentralwert) einer Datenreihe an; d. h. die Hälfte der Proben liegt unterhalb dieses Wertes, die andere Hälfte darüber.

In der Luft am Arbeitsbereich sind, im Vergleich zur Außenluft, in der Regel um etwa eine Zehnerpotenz erhöhte Gesamtkoloniezahlen an Bakterien nachweisbar. Dabei kann es sich sowohl um Bakterien aus dem Kühlschmierstoff als auch aus der Außenluft handeln (siehe Anhang 2). Insgesamt ist die Belastung mit Bakterien aber vergleichsweise niedrig und liegt für den überwiegenden Teil der untersuchten Luftproben vom Arbeitsplatz im Bereich der üblichen Hintergrundbelastung (siehe Tabelle 2).

In etwa 20 bis 25 % der Untersuchungen waren jedoch erhöhte Werte von über 1.000 KBE/m3 feststellbar. Bakterienkonzentrationen von mehr als 10.000 KBE/m3 traten nur in Einzelfällen auf und sind aus gesundheitlich präventiver Sicht nicht mehr akzeptabel.

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Anm.: Das 50. Perzentil gibt den mittleren Wert (auch Median oder Zentralwert) einer Datenreihe an; d. h. die Hälfte der Proben liegt unterhalb dieses Wertes, die andere Hälfte darüber.

Umgekehrt ist keine erhöhte Belastung mit Schimmelpilzen in der Luft am Arbeitsplatz feststellbar. Die Schimmelpilzkonzentrationen liegen immer unterhalb der Konzentrationen in der Außenluft und bis auf wenige Einzelfälle auch unterhalb der üblichen Hintergrundbelastung (siehe Tabelle 2).

Auch die Tatsache, dass es sich bei den am Arbeitsplatz nachgewiesenen Schimmelpilzarten (siehe Anhang 2) um typische, in der Umwelt weitverbreitete Arten handelt, lässt den Rückschluss zu, dass der Eintrag von Schimmelpilzen vorrangig aus der Außenluft erfolgt.

D) Vergleich Endotoxin in der Luft an Kühlschmierstoff-Arbeitsplätzen zur Außenluft

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Anm.: Das 50. Perzentil gibt den mittleren Wert (auch Median oder Zentralwert) einer Datenreihe an; d. h. die Hälfte der Proben liegt unterhalb dieses Wertes, die andere Hälfte darüber.

Die Endotoxinwerte in der Luft an Kühlschmierstoffarbeitsplätzen liegen zwar etwas über den Referenzwerten der Außenluft, aber insgesamt in einem sehr niedrigen Bereich. Die Hälfte der untersuchten Luftproben liegt unter 10 EU/m3 (50. Perzentil); 20 % der Proben würden den Literaturwert von 100 EU/m3 überschreiten. Der arithmetische Mittelwert liegt bei 139 EU/m3 Luft, der Median bei ca. 10 EU/m3. Hohe Werte über 1.000 EU/m3 stellen ein Einzelfallgeschehen dar.