DGUV Information 206-006 - Arbeiten: entspannt, gemeinsam, besser Tipps für Wirt...

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Abschnitt 5, Wie kann ich gut über meine Mitarbeiter und Mit...
Abschnitt 5
Arbeiten: entspannt, gemeinsam, besser Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-006)
Titel: Arbeiten: entspannt, gemeinsam, besser Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-006)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-006
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – Wie kann ich gut über meine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen denken?
Die Wirklichkeit entsteht im Kopf.

Karin: "Kannst du mir mit unserem neuen E-Mail Programm helfen? Ich hab da ein Problem!"

Thomas: "Tut mir leid, damit kenne ich mich nicht aus. Frag doch mal den Wolfgang. Dafür ist der zuständig."

Karin: "Nein, den Wolfgang frag ich bestimmt nicht. Der kann mich nicht leiden."

Thomas: "Wieso? Der ist doch ganz in Ordnung."

Karin: "Der macht um mich schon lange einen großen Bogen. Da krieg ich Gänsehaut, wenn ich mit dem was zu tun habe."

Karin und Thomas sind unterschiedlicher Meinung über den Kollegen Wolfgang. Karin vermutet, dass der Kollege Wolfgang sie ablehnt, kann dafür aber keinen Grund nennen. Karin hat sich eine Meinung über Wolfgang gebildet. Künftig wird sie ihre Aufmerksamkeit auf alles lenken, was diese Meinung stützt.

Ist mir eine Person sympathisch, fallen mir immer mehr Argumente ein, die dies bestärken. Bei einer mir unsympathischen Person führt das zu einer immer stärkeren Ablehnung.

Erinnern Sie sich an Ihren letzten größeren Kauf, vielleicht an den Kauf eines Autos? Solange Sie sich noch nicht entschieden haben, sind Sie offen für alle Informationen. Haben Sie Ihre Entscheidung aber einmal getroffen, werden Sie versuchen, Zweifel an dieser zu vermeiden. Was heißt das praktisch? Nach der Unterzeichung des Kaufvertrages werden Sie sich keine neuen Testberichte mehr besorgen. Wenn jemand Ihre Entscheidung in Frage stellt, werden Sie eine Diskussion vermeiden.

Dieses Verhalten ist normal. Jeder will sich mit seinen Entscheidungen wohl fühlen. Unsere Wirklichkeit soll uns stabil erscheinen, und unsere Gedanken helfen uns dabei. Einem negativen Gedanken folgt leichter ein neuer negativer als ein positiver Gedanke.

Durch Gedanken und Erwartungen beeinflussen wir unser Verhalten. Unser Verhalten wiederum beeinflusst die Reaktionen des Gegenübers. "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus." Dieser Mechanismus lässt sich durchbrechen!

"Jede Münze hat mindestens drei Seiten."

Heinrich Dreesen

Gedanken/Denken ändern

Was bedeuten diese Erkenntnisse in der Praxis? Was können Vorgesetzte und Beschäftigte tun, um ihr Miteinander zu verbessern?

Bringen Sie sich zuerst selbst in gute Stimmung und entscheiden Sie sich dann dafür, das Positive Ihres Gegenübers zu finden.

Folgende Fragen können Ihnen dabei helfen:

  • Wenn Sie Ihre aktuelle Situation betrachten, was finden Sie im Moment positiv (zum Beispiel Blumen, Natur, schönes Büro)?

  • Was am Verhalten der Konfliktperson finden Sie normal, hilfreich oder anerkennenswert?

  • Versetzen Sie sich zum Beispiel in Kollegen, Freunde, Kinder der Konfliktperson. Was könnten diese gut an ihr finden?

Diese Fragen sind eine Hilfe, neue Gedanken zu finden.

Neue Gedanken stellen sich nur Schritt für Schritt ein. Bleiben Sie auf der Suche nach neuen Gedanken, die sich ein kleines bisschen besser anfühlen. Sie sollten den Gedanken innerlich als ehrlich und echt einordnen.

In unserem Beispiel könnte das sein:

  • Vielleicht ist Wolfgang unsicher und meidet mich deswegen.

  • Letzte Woche, als ich ihn ansprach, war er ganz normal.

  • Vielleicht habe ich dieses "sich aus dem Weg gehen" durch mein Verhalten mit verursacht.

Das nächste Mal, wenn ich etwas von Wolfgang brauche, trete ich ihm positiv gestimmt gegenüber. Ich bin gespannt, was passiert.

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Cartoon: Jacek Wilk; © Universum Verlag GmbH, Wiesbaden

"Es ist unglaublich, wieviel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag."

Wilhelm von Humboldt

In der Beziehung zwischen Vorgesetzten und Beschäftigten kann es zu ähnlichen Problemen kommen. Hier empfehlen wir ein wirksames "Werkzeug":

Die Kompetenzkartei

Führen Sie für jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter eine Kompetenzkartei. Schreiben Sie in "guten" Zeiten auf, was Sie an ihnen schätzen und was Sie gut können.

Wenn Sie später Schwierigkeiten mit dieser Mitarbeiterin oder diesem Mitarbeiter haben, können Sie sich in dieser Kartei Anregungen holen. Sie können sich von der Mitarbeiterin oder dem Mitarbeiter damit ein ausgewogenes Bild machen. Dies hilft Ihnen, bei Mitarbeitergesprächen Lob, Kritik oder Änderungswünsche so miteinander zu verknüpfen, dass Sie vom Gegenüber angenommen werden können.