DGUV Information 206-004 - Die Mischung macht‘s: Jung und Alt gemeinsam bei der ...

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Abschnitt 6, 6 Beschäftigte finden und binden
Abschnitt 6
Die Mischung macht‘s: Jung und Alt gemeinsam bei der Arbeit Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-004)
Titel: Die Mischung macht‘s: Jung und Alt gemeinsam bei der Arbeit Tipps für Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung (DGUV Information 206-004)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-004
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – 6 Beschäftigte finden und binden

Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupry

In Zeiten, in denen es zunehmend schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden, ist es wichtig, dass Sie auf Ihren guten Ruf als Arbeitgeber achten. Klein- und Mittelbetriebe haben im Grunde eine gute Ausgangsposition. Das Betriebsklima ist oft gut. Jeder kennt jeden. Betriebsabläufe sind überschaubar. Der Unternehmer ist direkt ansprechbar.

Information
Kennen Sie die Altersstruktur Ihres Unternehmens?

Wenn nicht, sollten Sie eine Altersstrukturanalyse durchführen (siehe Anhang 1: "Erfassung der betrieblichen Altersstruktur") - möglicherweise besteht Handlungsbedarf. In Abhängigkeit von der dann erkennbaren Altersstruktur (jugend-, mittelalter- oder alterszentriert) sehen Sie, wo zukünftig personelle Lücken in der Belegschaft auftreten werden. Haben Sie sich schon Gedanken gemacht, wer ausscheidende Führungskräfte ersetzen soll?

Um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und an den Betrieb zu binden, spielt die Unternehmenskultur eine wichtige Rolle. Eine gute Unternehmenskultur zeichnet sich dadurch aus, dass die Beschäftigten gerne bei Ihnen arbeiten und sich mit Ihrem Betrieb identifizieren. Wie wird z. B. mit Fehlern im Betrieb umgegangen? Haben Ihre Mitarbeitenden die Möglichkeit, sich kreativ durch Verbesserungsvorschläge einzubringen? Beim sogenannten "Kampf um die Besten" werden Wertvorstellungen, Denkhaltungen und Umgangsformen im Betrieb an Bedeutung gewinnen.

Beispiele aus der Praxis
"Familientradition verpflichtet" - bereits seit über 35 Jahren

Gemäß dem Motto "Das Unternehmen ist die Familie, die Familie ist das Unternehmen" fühlt sich die Geschäftsleitung der Catherine Nail Collection GmbH in Zierenberg für ihre Beschäftigten verantwortlich. Genauso bunt und abwechslungsreich wie die Produkte der Firma sind auch die Maßnahmen, die das Unternehmen zur Motivierung der Beschäftigten und zur Förderung der Firmenkultur anbietet.

"Unsere Mitarbeiter verbringen einen Großteil ihres Tages in der Firma, deshalb wollen wir ihnen die Zeit hier so angenehm wie möglich machen", erklärt Geschäftsführerin Catherine Frimmel. Wie in einer Familie üblich, verbringen die Beschäftigten häufig auch die Freizeit miteinander: Man geht gemeinsam zum Essen oder in den Hochseilpark, besucht Stadtfeste und Konzerte.

Für gute Laune sorgt auch der "Keep-Smile-Assistant": Einmal im Jahr wählt die Belegschaft den nettesten und hilfsbereitesten Kollegen. Dieser ist für das Klima im Unternehmen zuständig: Er hilft bei zwischenmenschlichen Problemen im Kollegenkreis und diskutiert wichtige Themen mit der Geschäftsleitung. Für fachliche Verbesserungsvorschläge können die Mitarbeiter ihre Ideen und Meinungen per E-Mail an die Geschäftsleitung schicken. Die konstruktivste Idee wird einmal im Jahr prämiert und natürlich auch in der Firma umgesetzt.

Bei ca. 70 % Frauenanteil ist auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein wichtiges Thema bei der Catherine Nail Collection GmbH. Für die Geschäftsleitung ist es somit kein Problem, dass bei Engpässen, zum Beispiel in den Sommerferien, Kinder mit ins Unternehmen gebracht werden.

Zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten dienen der persönlichen Weiterentwicklung. Das eigens entwickelte "Catherine Ogram", zum Beispiel, zeigt eine Stärken-Schwächen-Analyse, die dazu dient, sich selbst und die Kollegen besser einzuschätzen. Darüber hinaus können die Mitarbeiter auch an den Seminaren im Catherine College teilnehmen.
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Geschäftsleitung:
Catherine und Ingeborg Frimmel mit Ehemann Karl-Heinz Frimmel bei der Preisverleihung Prix d‘ Honneur de la Beaut. Catherine-Gründerin Ingeborg Frimmel ist am Samstag, 17.10.2015, auf der Messe Beauty Forum in München für ihr Lebenswerk ausgezeichnet worden.
Quelle: Catherine Nail Collection

Werbung in eigener Sache

Machen Sie die guten Arbeitsbedingungen, Entwicklungschancen und zusätzlichen sozialen Leistungen Ihres Betriebes öffentlich bekannt. Mit einem Tag der offenen Tür oder einer Betriebsfeier, zu der auch die Angehörigen eingeladen werden, kann man schnell den Bekanntheitsgrad in der Region verbessern. Bieten Sie Schülern und Studenten in Ihrem Betrieb ein Praktikum an! Haben Sie schon mal was vom Girlsday www.girls-day.de gehört, um auch Frauen für traditionell "männliche" Berufe zu finden? Diese Aktion bietet auch einen guten Anlass, die regionale Presse in den Betrieb einzuladen.

Wie gelingt es, Beschäftigte an das Unternehmen zu binden?

Gesundheit, Arbeitsverhalten und berufliches Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hängen maßgeblich von der Qualität, Stabilität und vom Umfang der sozialen Beziehungen im Betrieb ab. Wenn das Betriebsklima als vertrauensvoll und unterstützend erlebt wird, fühlen sich Ihre Beschäftigten am Arbeitsplatz wohl. Sie bleiben länger arbeitsfähig und belastbar. Wichtig für Mitarbeiterzufriedenheit und Bindung an den Betrieb ist die Art und Weise der Führung. Schlechte Führung demoralisiert, fördert Hilflosigkeit und Angst. Gute Führung stärkt Zuversicht und Vertrauen. Die Rolle der Führungskraft ist dabei von zentraler Bedeutung. Das Führungsverhalten muss alternsflexibler oder alternsgerechter werden. Das bedeutet:

  • das Leistungsvermögen Älterer realistisch und vorurteilsfrei einzuschätzen,

  • ihre Leistungen anzuerkennen und Wert zu schätzen, aber gegebenenfalls auch Leistungseinschränkungen zu thematisieren,

  • einen kooperativen Führungsstil zu praktizieren und individuelle Arbeitsplanung von älteren Mitarbeitern zuzulassen,

  • den Dialog und den Erfahrungsaustausch zwischen jüngeren und älteren Beschäftigten zu fördern (Förderung des Wissenstransfers),

  • die Gestaltung alternsgerechter Erwerbsverläufe (z. B. durch abteilungsinterne Tätigkeitswechsel) zu ermöglichen, sodass Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefördert werden,

  • auf das Weiterbildungsverhalten älterer Mitarbeiter zu achten, um es positiv beeinflussen zu können,

  • Motivation und Zufriedenheit der älteren Mitarbeiter steigern, z. B. durch Feedbacks, Befragungen und Eigenverantwortung.

CCC_1948_170101_05.jpg Was heißt das im Alltag?
CCC_1948_170101_19.jpgSie legen Wert darauf, dass die Beschäftigten gerne bei Ihnen arbeiten.
CCC_1948_170101_19.jpgSie haben eine klare Vorstellung, wie miteinander umgegangen werden soll.
CCC_1948_170101_19.jpgSie stellen sicher, dass jeder Beschäftigte klare Aufgaben und Verantwortungsbereiche hat.
CCC_1948_170101_19.jpgSie sorgen dafür, dass Ihre Beschäftigten immer alle notwendigen Informationen haben.
CCC_1948_170101_19.jpgSie sind für Vorschläge von Beschäftigten offen.
CCC_1948_170101_19.jpgSie führen regelmäßig (z. B. jährlich) Mitarbeitergespräche, bei dem beide Seiten, Führungskräfte und Beschäftigte, Vorstellungen und Erfahrungen offen und vertrauensvoll thematisieren können.
CCC_1948_170101_19.jpgSie beziehen Ihre Beschäftigten bei der Planung der Arbeitsprozesse ein.
CCC_1948_170101_19.jpgSie bieten Ihren Beschäftigten Entwicklungsmöglichkeiten.
Selbst-Check "Beschäftigte finden und binden" CCC_1948_170101_06.jpg Seite 32
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