DGUV Information 215-211 - Tageslicht am Arbeitsplatz - leistungsfördernd und ge...

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Abschnitt 8., Welche Beleuchtungsstärken werden durch Fenste...
Abschnitt 8.
Tageslicht am Arbeitsplatz - leistungsfördernd und gesund Die Handlungshilfe für die betriebliche Praxis (bisher: BGI/GUV-I 7007)
Titel: Tageslicht am Arbeitsplatz - leistungsfördernd und gesund Die Handlungshilfe für die betriebliche Praxis (bisher: BGI/GUV-I 7007)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-211
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8. – Welche Beleuchtungsstärken werden durch Fenster und Dachoberlichter erreicht?

Die nachfolgende Tabelle zeigt, welcher Anteil an Fenster- bzw. Dachoberlichtflächen in Bezug zur Grundfläche notwendig ist, um die angegebenen horizontalen Beleuchtungsstärken zu erreichen.

Von folgenden Faktoren wird bei den Beispielen ausgegangen:

Beleuchtungsstärke im Freien:

  • 5 000 Lux (horizontal)

    An 85 % aller Tage im Jahr liegen die Beleuchtungsstärken im Freien von 8 Uhr bis 17 Uhr bei mindestens 5 000 Lux.

Faktoren bei der Tageslichtbeleuchtung mit Fenstern:

  • farbneutrale Verglasung der Fenster

  • Lichtdurchlass (Lichttransmissionsgrad) ca. 65 bis 75 %

  • normal geschnittene Räume (Verhältnis Breite: Tiefe etwa 1 : 2)

  • Breite der Fensterfront etwa Raumbreite

  • Breite und Höhe der Fenster etwa 1,5 m bis 2,5 m

  • Brüstungshöhe etwa 0,90 m

  • Fensteroberkante deckennah

  • keine Abschattung durch Verbauung oder Pflanzen

Faktoren bei der Tageslichtbeleuchtung mit Dachoberlichtern:

  • gleichmäßige Verteilung der Dachoberlichter

  • farbneutrale, opale (milchig trübe) Materialien

  • Lichtdurchlass (Lichttransmissionsgrad) ca. 65 bis 75 %

  • Hallenhöhen ca. 7 m

Tabelle 1:
Notwendiger Anteil der lichtdurchlässigen Fläche in Bezug zur Grundfläche zur Erreichung horizontaler Beleuchtungsstärken

BeleuchtungsstärkeBeispieleAnteil lichtdurchlässige Fensterfläche/Grundfläche des Raumes bei außen 5000 LuxAnteil lichtdurchlässige Dachoberlichtfläche/Grundfläche des Raumes bei außen 5000 Lux
50 Lux
  • Wartungsgänge

  • Verfahrenstechnische Anlagen mit Fernbedienung

1 : 10
bis ca. 3 m Raumtiefe
1 : 10
150 Lux
  • Verkehrsflächen und Flure mit Fahrverkehr

1 : 7
bis ca. 3 m Raumtiefe
1 : 8
200 Lux
  • Kantinen

  • Sanitärräume

1 : 6
bis ca. 3 m Raumtiefe
1 : 7
300 LuxArbeitsplätze ohne besondere Sehanforderungen
  • grobe Montage- und Maschinenarbeiten

  • Verkaufsbereiche

  • Versand- und Verpackung

1 : 5
bei fensternaher Anordnung des Arbeitsplatzes
1 : 6
500 LuxArbeitsplätze mit höheren Sehanforderungen
  • mittelfeine Maschinen- und Montagearbeiten

  • Büroarbeitsplätze

  • feine Montagearbeiten

  • Sortieren

  • Karosseriebau

  • Kassenbereiche

  • Laboratorien

  • Küchen

1 : 5
bei Anordnung des Arbeitsplatzes mit einem Abstand von 0,50 m (Bediengang) vom Fenster
1 : 5
Beispielrechnung zum Nachweis für den notwendigen Anteil der lichtdurchlässigen Flächen
Beispiel:Laborraum 
 Raumbreite:3,75 m
 Raumtiefe:5,25 m
 Fensterbrüstungshöhe0,90 m
 Fensterfläche (Rohbaumaß)5,50 m2
 Faktor zur Berücksichtigung des Rahmenanteils der Fenster0,75
   
 Ergebnis: 
 Die Verglasungsfläche beträgt 21 %, also etwa 1 : 5 der Raumgrundfläche. Dies entspricht mehr als 1 : 10 der Raumgrundfläche. Man kann davon ausgehen, dass an fensternahen Arbeitsplätzen an 85 % aller Tage im Jahr zwischen 8 Uhr und 17 Uhr eine Beleuchtungsstärke von mindestens 500 Lux erreicht wird.