DGUV Information 215-510 - Beurteilung des Raumklimas Handlungshilfe für kleine ...

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Anhang 3, Risikograph Klima - wärmebelastete Arbeitsplätze (...
Anhang 3
Beurteilung des Raumklimas Handlungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen (DGUV Information 215-510)

Anhangteil

Titel: Beurteilung des Raumklimas Handlungshilfe für kleine und mittlere Unternehmen (DGUV Information 215-510)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-510
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Risikograph Klima - wärmebelastete Arbeitsplätze
(weitere Blanko-Muster sind angefügt)

Beispiel

In einem Backwarenverteilzentrum werden heiß-warme Backwaren zur Verteilung und Kommissionierung zwischengelagert. Während der Zwischenlagerung kühlen die Backwaren ab und geben an den Raum Wärme und Feuchtigkeit ab.

In der ungenügend be- und entlüfteten Halle kam es zu einer Temperatur- und Feuchteerhöhung der Raumluft. Die Beschäftigten klagten über die erhöhte klimatische Belastung.

Abb. 2 Backwarenverteilzentrum

Gestapelte heiß-warme Backwaren geben Wärme und Feuchte an die Raumluft ab

Messungen ergaben insbesondere im Sommer Mittelwerte über die Hallenfläche von Lufttemperatur: 28 C und relative Luftfeuchte: 60 % (siehe Linie 1 im Risikograph). Bei Anwendung des Fragebogens zur Bewertung des Raumklimas (Anhang 1) ergibt sich bei der Lufttemperatur eine Bewertung von 1 und bei der Luftfeuchte eine Bewertung von Null. Da die anderen Bedingungen den Anwendungsvoraussetzungen des Risikographen Klima entsprechen, können diesem genauere Informationen über die Raumklimasituation entnommen werden.

Im Risikograph Klima ergibt sich bei den vorstehend genannten Werten ein Schnittpunkt im gelben Bereich. Eine klimatische Belastung ist daher gegeben. An einzelnen Tagen im Sommer, bei hohen Außentemperaturen und großen Warenumsätzen, konnten Mittelwerte in der Halle von bis zu 32 C Lufttemperatur und 70 % relative Luftfeuchte (Linie 2) gemessen werden.

Im Risikograph Klima ergibt sich bei diesen Werten ein im roten Bereich liegender Schnittpunkt, d. h. dass an diesen einzelnen Tagen mit Gefahr durch Hitze zu rechnen ist. Wegen der generell gegebenen klimatischen Belastung (gelb) und der zusätzlichen Hitzegefahr an einigen Tagen im Sommer (rot) wurde eine neue Hallenbe- und Hallenentlüftungsanlage installiert. Dabei wurde über bodennah positionierte Quellluftdurchlässe das Prinzip der Schichtenströmung umgesetzt.

Abb. 3 Hallenbe- und Hallenentlüftungsanlage

Zur Umsetzungvon Schichtenströmung wird die Zuluft über bodennah positionierte zylinderförmige Quellluftdurchlässe in die Halle eingebracht.

Abnahmemessungen im Sommer ergaben nach Installation der Be- und Entlüftungsanlage Mittelwerte über die Hallenfläche von 22,5 C Lufttemperatur und 50 % relative Luftfeuchte (Linie 3). Im Risikograph Klima ergibt sich bei diesen Werten ein im Bereich liegender Schnittpunkt. Es ergibt sich somit ein Bereich behaglicher Lufttemperatur und Luftfeuchte.

Durch die Installation der Be- und Entlüftungsanlage und der Umsetzung von Schichtenströmung ist es gelungen, die vormals gegebene klimatische Belastung durch erhöhte Lufttemperaturen und Luftfeuchten vollständig abzubauen.