DGUV Information 208-014 - Glastüren, Glaswände (DGUV Information 208-014)

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Abschnitt 5, 5 Planung und Einbau von Ganzglastüren und -sch...
Abschnitt 5
Glastüren, Glaswände (DGUV Information 208-014)
Titel: Glastüren, Glaswände (DGUV Information 208-014)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5 – 5 Planung und Einbau von Ganzglastüren und -schiebeelementen aus ESG

Um Verletzungsgefahren zu minimieren, sind folgende konstruktive Maßnahmen bei der Planung und dem Einbau von Ganzglaselementen zu beachten:

  1. 1.

    Richtige Materialauswahl und Dimensionierung.

  2. 2.

    Die Kanten von ESG-Scheiben dürfen keinen Grat oder scharfe, spitze Ecken aufweisen.

  3. 3.

    Zwängungsfreier Einbau (keine lokalen Spannungsüberschreitungen durch z. B. zu fest angezogene Schrauben).

  4. 4.

    Richtige Dimensionierung und Positionierung von Bohrungen, z. B. nach DIN EN 12150-1.

  5. 5.

    Richtige Auswahl der Beschläge und Zwischenlagen.

  6. 6.

    Kein Metallkontakt zwischen Beschlägen und Glas durch richtige Auswahl und Dimensionierung der Zwischenlagen.

  7. 7.

    Spaltmaße so einstellen, dass allseitig ein Kontakt mit harten Werkstoffen (z. B. Glas - Glas, Glas - Metall, Glas - Beton) verhindert ist.

  8. 8.

    Notwendigkeit eines Kantenschutzes für Kanten über dem Boden bzw. an den Längskanten (Abbildung 6) prüfen.

    CCC_1942_190201_08.jpg

    Abb. 6 Kantenschutz für den bodennahen Bereich

  9. 9.

    Anprallvermeidung durch Kenntlichmachung der Glasflügel (Dies sollte bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, da so auch Beschichtungen, Siebdrucke o. ä. noch möglich sind.).

  10. 10.

    Leichtgängigkeit der Beschläge

    (Begrenzte Bedienkräfte für Türflügel - 220N / 150N).

  11. 11.

    Freie Glaskanten von Horizontal-Schiebewänden sind in der "Parkstellung", insbesondere in Durchgangsbereichen, vor Beschädigungen zu schützen (Abbildung 7). Dies kann durch geeignete Möblierung oder Schutzeinrichtungen erfolgen.

  12. 12.

    Begrenzung der Höhe der Glaselemente.

    Bei Scheibenhöhe > 2,50 m sollte zur Beurteilung ein Sachverständiger hinzugezogen werden, da bei höheren Scheiben eine größere Gefahr besteht, durch abstürzende Schollen verletzt zu werden. Bei dieser Beurteilung sind Kriterien wie z. B. die Nutzungsart, die Umgebung und Umwelteinflüsse zu berücksichtigen.

  13. 13.

    Der Einbau sollte nur von Fachpersonal, welches speziell für Glasanwendungen bzw. -montage geschult wurde, durchgeführt werden.

CCC_1942_190201_09.jpg

Abb. 7 In der Parkstellung geschützte Glaskanten