DGUV Information 209-069 - Ergonomische Maschinengestaltung von Werkzeugmaschine...

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Abschnitt 6.2, 6.2 Koordinatengebende Eingabegeräte
Abschnitt 6.2
Ergonomische Maschinengestaltung von Werkzeugmaschinen der Metallbearbeitung (DGUV Information 209-069)
Titel: Ergonomische Maschinengestaltung von Werkzeugmaschinen der Metallbearbeitung (DGUV Information 209-069)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-069
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.2 – 6.2 Koordinatengebende Eingabegeräte

Hier werden koordinatengebende Eingabegeräte für Aufgaben, wie Positionieren, Zeichnen oder Manipulieren an einem Display, betrachtet. Diese Eingabegeräte sind auch im Büroarbeitsraum vertreten, können aber an der Maschine oft nur unter weniger günstigen Bedingungen eingesetzt werden, da der Sitzplatz und die entsprechende Arbeitsfläche fehlen.

Folgende Aufgaben sind typisch für diese Eingabegeräte (siehe Abbildung 71):

MerkmalAusprägungDefinition
Positionieren
(Bewegen)
Statisches Positionieren (unbewegtes Objekt)Das Bewegen eines Positionierelements, um eine Positionsmarke auf einer grafischen Benutzungsoberfläche zu einer bestimmten Stelle zu bewegen
Dynamisches Positionieren (bewegtes Objekt)Das Bewegen eines Positionierelements, um mit einer Positionsmarke auf einer grafischen Benutzungsoberfläche ein bewegtes Objekt zu verfolgen
Exaktes Positionieren (Feinpositionieren)Das genaue Bewegen eines Positionierelements, um eine Positionsmarke auf einer grafischen Benutzungsoberfläche zu einer genau definierten Stelle mit einem unbewegten Objekt zu bewegen
PositioniergeschwindigkeitDie Geschwindigkeit, mit der Positionierhandlungen ausgeführt werden können
Selektieren/ Aktivieren
(Auswählen/ Auslösen)
BetätigenDas Betätigen (Drücken und Loslassen) eines Schaltelements zur Auslösung von Funktionen
Rückmeldung Selektion/AktionDie Ergebnisanzeige der Handlung einer Benutzerin oder eines Benutzers durch taktile, akustische oder visuelle Anzeige
SelektionsgeschwindigkeitDie Geschwindigkeit, mit der Schalthandlungen ausgeführt werden können
ManipulierenVerschiebenDas gleichzeitige Bewegen eines Positionierelements und eines Schaltelements, um ein Objekt auf einer grafischen Benutzungsoberfläche zu einer bestimmten Stelle zu bewegen
ZeichnenDas gleichzeitige Bewegen eines Positionierelements und eines Schaltelements, um eine mit den Vorstellungen des Benutzers oder der Benutzerin möglichst exakt übereinstimmende Kontur zu erzeugen
ManipulationsgeschwindigkeitDie Geschwindigkeit, mit der Manipulationshandlungen ausgeführt werden können

Abbildung 71:
Merkmale, Ausprägungen und deren Definitionen von Interaktionsgeräten
(Quelle: Tabelle 1 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

6.2.1 Position von Eingabegeräten

Folgende Arten der Bildschirmbenutzung werden unterschieden (siehe Abbildung 72):

Abbildung 72:
Prinzipielle Möglichkeiten zur Integration von Interaktionsgeräten
(Quelle: Bild 4 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

Zu Frage a)

Stehende Tafelbenutzung und Eingabegerät in Hüfthöhe

Abbildung 73:
Tiefste Position indirekter Interaktionsgeräte
(Quelle: Bild 5 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

Zu Frage b)

Stehende Tafelbenutzung und Eingabegerät in Brusthöhe

Abbildung 74:
Höchste Position indirekter Interaktionsgeräte
(Quelle: Bild 6 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

Zu Frage c)

Tischbenutzung (sitzende Position)

Abbildung 75:
Indirekte Interaktionsgeräte in sitzender Position
(Quelle: Bild 7 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

Zu Fragen d und e)

Beobachtungsaufgabe (= Visualisierungspriorität) und Bedienungsaufgabe bei direkt auf den Bildschirm wirkenden Eingabegeräten (Lichtgriffel/Touchscreen)

Abbildung 76:
Positionen direkter Interaktionsgeräte
(Quelle: Bild 8 der VDI/VDE 3850-2:2002-11)

6.2.2 Handhabung von Eingabegeräten

Zu Frage a)

Generell sollte das Eingabegerät ohne Anstrengung bedienbar sein. Das Eingabegerät sollte zu Hand- und Fingergröße der Bedieneperson passen. Das mögliche Tragen von Handschuhen ist zu berücksichtigen. Die Form der schaltenden Elemente sollte deren Betätigung unterstützen, wobei ein Verrutschen z. B. des Fingers zu verhindern ist. Eingabegeräte, z. B. Trackball oder Joystick, sollten stabil verankert sein, also weder wegrutschen können, noch durch Vibrationen der Maschine beeinflusst werden. Die Bedienung sollte nicht durch Verkabelung des Eingabegerätes beeinträchtigt sein.

6.2.3 Besondere Anforderungen an Trackball und Maus

Der Trackball ist eine für den industriellen Einsatz geeignete Variante der Maus mit einer Kugel, die in die Bedienebene eingelassen ist und mit den Fingern bewegt wird. Die Bedienfläche kann kleiner sein, das Gerät ist robuster und - es kann nicht verloren gehen.

Zu Frage a)

Die typischen Bedienaufgaben sind unter Abschnitt 6.2 (siehe Abbildung 71) erläutert.

Zur Information: Für folgende Bedienaufgaben ist ein Trackball gut geeignet:

  • Statisches Positionieren auf ein unbewegtes Objekt mit guter Positioniergeschwindigkeit

  • exaktes Positionieren, Einhandbedienung

Zu Frage b)

Abbildung 77:
Durchmesser und Öffnungswinkel des unverdeckten Kugelsektors einer Rollkugel
(Quelle: Bild F.2 des Anhanges F der DIN EN ISO 9241-410:2012-12)

6.2.4 Besondere Anforderungen an Mauspad, Mausknopf, Mausstick

Diese Technologien aus dem Bereich kleiner tragbarer Computer sind ebenfalls für den industriellen Einsatz geeignete Varianten der Maus. Die Arbeitsfläche ist sehr klein und die Geräte sind robust. Die Handhabung ist aber gewöhnungsbedürftig, weil sie nicht Standard für Home- und Bürocomputer sind.

Begriffsdefinitionen:

  • Mausknopf (Mousebutton) ist eine in alle Richtungen mit dem Finger wippbare Taste.

  • Mausstick (Track-Point) ist ein in alle Richtungen mit dem Finger kippbarer Stift.

  • Mauspad (Touchpad) ist eine Sensorfläche, auf der mit dem Finger positioniert wird.

Mausknopf und Mausstick sind in ihren Eigenschaften ähnlich und werden daher hier zusammengefasst.

Zu Fragen a) bis c)

Die typischen Bedienaufgaben sind unter Abschnitt 6.2 (siehe Abbildung 71) erläutert.

6.2.5 Besondere Anforderungen an Joystick und Griffel

Diese Eingabegeräte werden meist für CAD-Aufgaben eingesetzt. Der kleinere Finger-Joystick wird mit Zeigefinger und Daumen umfasst, der größere Hand-Joystick (auch bei PC-Spielen eingesetzt) wird mit der Hand umfasst.

Zu Fragen a) und b)

Die typischen Bedienaufgaben sind unter Abschnitt 6.2 (siehe Abbildung 71) erläutert.

Zur Information: Für folgende Bedienaufgaben ist ein Joystick gut geeignet:

  • Zielverfolgung, dreidimensionale Bewegungen.

  • Handschuhbedienung.

Zu Frage c)

Die typischen Bedienaufgaben sind unter Abschnitt 6.2 (siehe Abbildung 71) erläutert.

Zur Information: Für folgende Bedienaufgaben ist ein Griffel gut geeignet:

  • statisches und dynamisches Positionieren in guter Geschwindigkeit.

  • exaktes Positionieren.

Es gibt keine Bedienaufgaben, für die ein Griffel nicht geeignet wäre.