DGUV Information 203-032 - Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und M...

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Abschnitt 5.2, 5.2 Stromerzeuger mit Erdungsanschluss
Abschnitt 5.2
Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen (DGUV Information 203-032)
Titel: Auswahl und Betrieb von Stromerzeugern auf Bau- und Montagestellen (DGUV Information 203-032)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-032
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.2 – 5.2 Stromerzeuger mit Erdungsanschluss

Eine Elektrofachkraft muss das Versorgungssystem (TN, TT oder IT) festlegen, die erforderliche Schutzmaßnahme auswählen und deren Wirksamkeit prüfen.

5.2.1
TN-System mit RCDs im Stromerzeuger integriert (Ausführung "C")

Im TN-System muss der Schutz gegen elektrischen Schlag im Fehlerfall durch geeignete RCDs realisiert werden.

Hinweise zur Auswahl der RCDs bezüglich IΔn und Fehlerstromcharakteristik siehe DGUV Information 203-006 (bisher BGI/GUV-I 608) Abschnitt 4.

Im TN-System muss der Generatorsternpunkt - oder bei nicht vorhandenem Sternpunkt ein Außenleiter - geerdet werden. Deshalb muss der Stromerzeuger mit einem Erdanschlusspunkt ausgerüstet sein (siehe Abbildung 13).

Der Erdungsleiter muss an die Leistungsdaten der Anlage angepasst sein, darf jedoch einen Querschnitt von 6 mm2 nicht unterschreiten. Um ein sicheres Auslösen der RCDs zu gewährleisten, muss der Erdungswiderstand RB möglichst klein sein. Auf Bau- und Montagestellen ist ein Wert von maximal 50 Ω praktikabel und ausreichend (siehe Abbildung 15).

Die Wirksamkeit der Schutzmaßnahme ist durch eine Elektrofachkraft zu überprüfen.

Abb. 13 Stromerzeuger mit 30-mA-RCDs als Anschlusspunkt im TN-S-System

Abb. 14 Anschlussfeld eines Stromerzeugers mit integrierten RCDs

Abb. 15 Stromerzeuger mit Erdungsanschluss und Erdspieß

5.2.2
Stromerzeuger als Übergabepunkt - Elektrofachkraft legt Schutzmaßnahme fest, installiert und prüft (Ausführung "D")

Wird ein Stromerzeuger ohne integrierte zusätzliche Schutzmaßnahme gegen elektrischen Schlag eingesetzt, oder ist eine solche Schutzmaßnahme nicht erkennbar (siehe auch Abschnitt 3.1), darf dieser lediglich als Übergabepunkt genutzt und es dürfen keine Verbrauchsmittel direkt angeschlossen werden (siehe Abbildung 16).

Um einen Anschlusspunkt im Sinne der DGUV Information 203-006 (bisher BGI/GUV-I 608) zu schaffen, muss eine Elektrofachkraft die notwendigen Maßnahmen zum Schutz gegen elektrischen Schlag gemäß VDE 0100-410 und die erforderlichen Prüfungen festlegen.

Sofern in leitfähigen Bereichen mit begrenzter Bewegungsfreiheit gearbeitet werden muss, ist zusätzlich die DGUV Information 203-004 (bisher BGI 594) zu beachten.

5.2.2.1
TN- und TT-System

TN- und TT-Systeme sind durch eine Elektrofachkraft zu errichten, weil die Funktion der Schutzmaßnahmen nach VDE 0100-410 von der Niederohmigkeit der Erdverbindungen (Erdspieß) abhängt. Darüber hinaus muss jedem Endstromkreis mit Steckdosen eine 30-mA-RCD vorgeschaltet sein (siehe Abbildung 17).

Abb. 16 Stromerzeuger mit Überstromschutz, aber ohne integrierte Maßnahmen zum Personenschutz

Abb. 17 Stromerzeuger als Übergabepunkt und angeschlossener Baustromverteiler

5.2.2.2
IT-System

IT-Systeme sind durch eine Elektrofachkraft zu errichten, weil auch hier die Funktion der Schutzmaßnahmen nach VDE 0100-410 von der Ausführung der Erdverbindung (Erdspieß) abhängt. Alle elektrischen Betriebsmittel der Schutzklasse I müssen durch einen Schutzleiter miteinander und mit dem Anlagenerder verbunden sein (siehe Abbildung 18).

IT-Systeme werden im Regelfall verwendet, wenn eine erhöhte Versorgungssicherheit gefordert wird, z. B. Pumpen der Grundwasserhaltung oder Löscheinrichtungen, also beim Auftreten des ersten Fehlers die Stromversorgung aufrechterhalten werden soll.

Dazu muss eine IMD das Auftreten des ersten Fehlers zwischen einem aktiven Teil und Körpern oder gegen Erde durch ein hörbares oder sichtbares Signal melden. Der Fehler ist umgehend durch eine Elektrofachkraft zu beheben. Die Anlage darf jedoch bis zur Fehlerbehebung weiterbetrieben werden.

Bei Auftreten eines zweiten Fehlers an einem anderen aktiven Leiter muss die automatische Abschaltung erfolgen. Jedes einzelne Verbrauchsmittel muss nach VDE 0100-410, 411.6.3 durch eine eigene RCD geschützt werden:

  • RCDs mit IΔn ≤ 30 mA für Steckdosen-Stromkreise und Stromkreise für in der Hand gehaltene Betriebsmittel mit Bemessungsstrom In ≤ AC 32 A,

  • RCDs mit IΔn ≤ 500 mA für Stromkreise mit Bemessungsstrom In > AC 32 A.

Abb. 18 IT-System mit IMD zur Anzeige/Meldung des ersten Fehlers und Abschaltung durch RCD beim Auftreten eines zweiten Fehlers