DGUV Information 215-830 - Einsatz von Fremdfirmen im Rahmen von Werkverträgen (...

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Abschnitt 1.4, 1.4 Koordinator
Abschnitt 1.4
Einsatz von Fremdfirmen im Rahmen von Werkverträgen (bisher: BGI 865)
Titel: Einsatz von Fremdfirmen im Rahmen von Werkverträgen (bisher: BGI 865)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-830
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.4 – 1.4 Koordinator

Werden Beschäftigte des Auftraggebers und Fremdfirmenmitarbeiter an einem Arbeitsplatz oder in einem Arbeitsbereich tätig und können gegenseitige Gefährdungen auftreten, so muss eine Person (ein Koordinator) bestimmt werden, welche die Arbeiten aufeinander abstimmt. Der Koordinator muss mit entsprechender Weisungsbefugnis ausgestattet werden. Auftraggeber und Fremdunternehmer müssen sich bei der Bestimmung eines Koordinators abstimmen.

DA ein Koordinator seine Aufgaben nur dann erfüllen kann, wenn er mit den betrieblichen Verhältnissen (betriebliche Organisation, Arbeitsabläufe, Ansprechpartner usw.) vertraut ist, wird in der Praxis der Auftraggeber den Koordinator stellen.

Die Aufgaben, Kompetenzen und Weisungsbefugnisse können im Werkvertrag wie auch im Pflichtenheft des Koordinators schriftlich festgelegt werden.

Der Koordinator hat im Wesentlichen folgende Aufgaben:

  • Aufstellen des Arbeitsablaufplans.

    Wer darf bzw. muss wo, mit welcher Arbeit, unter welchen Voraussetzungen, innerhalb welcher Zeit arbeiten.

  • Festlegung von Gefahrenbereichen.

  • Vor Aufnahme der Arbeiten Sicherheitsmaßnahmen abstimmen.

  • Betroffene Bereiche informieren.

  • Maßnahmen für den Störungsfall festlegen.

  • Einhaltung des aufgestellten Arbeitsablaufplans und der Sicherheitsmaßnahmen überprüfen.

  • Evtl. notwendige ergänzende Sicherheitsmaßnahmen festlegen.

  • Auftraggeber und Fremdunternehmer über Planänderungen unterrichten.

Der Koordinator muss eingreifen, wenn

  • Sicherheitsbestimmungen offensichtlich missachtet werden,

  • die Mitarbeiter unvorhergesehene Situationen - in denen sie selbst oder Dritte gefährdet werden - nicht allein meistern können und

  • die Fremdfirma ihrer Aufgabe offensichtlich nicht gewachsen ist.

Grundsätzlich hat ein Eingreifen des Koordinators über die Vorgesetzten der betroffenen Mitarbeiter zu erfolgen.

Ausnahme:

Bei unmittelbarer Gefährdung von Mitarbeitern oder von Dritten sind die Arbeiten durch den Koordinator unverzüglich direkt zu stoppen. In diesem Fall sind die Vorgesetzten der beteiligten Mitarbeiter umgehend zu informieren.