DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

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Abschnitt 3.5, Vermeiden von Quetschgefahren
Abschnitt 3.5
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5 – Vermeiden von Quetschgefahren

EN 1034-1, Abschnitt 5.3

Wie für alle Gefahren, gilt auch für die Gefahr des Quetschens: Vermeiden ist besser als sichern. Wenn aber ein Maschinenelement gegen einen Anschlag fährt oder eine Tür kraftbetätigt geschlossen wird, lässt sich Quetschgefahr nicht vermeiden, wohl aber eine Gefährdung, wenn besondere Maßnahmen getroffen werden. Eine häufig anzutreffende Lösung ist die Steuerung einer Bewegung, die zu einer Gefährdung führen kann, im Tippbetrieb. Der Tipptaster ist dabei so angeordnet, dass der Operator Sicht auf die Gefahrstelle hat (z.B. das Einfahren von Spannkonen in Papierrollen an Rollenschneidern und Querschneidern).

Quetschgefahren treten häufig auch bei automatischen Abläufen auf, weil Maschinen von zentralen Warten aus gesteuert werden und vor Ort kein Operator mehr erforderlich ist. Neben der Verwehrung des Zugangs oder Zugriffs durch trennende Schutzeinrichtungen (Umzäunung, Verkleidung) kommt hier der Einsatz von Schutzeinrichtungen mit Annäherungsreaktion, wie Lichtschranken oder Schaltmatten, in Frage.

Bild 7 Zwei Lichtschranken sichern über die gesamte Länge der Trockenhaube die Quetschstelle zwischen den Hubtoren und dem Flur.

Die Hubtore einer Trockenhaube sollen nach dem Anfahren der Papiermaschinen schnell und gemeinsam geschlossen werden. Zwischen den Unterkanten der Tore und dem Flur besteht Quetschgefahr. Hier lässt der Einsatz von zwei Lichtschranken in etwa 150 mm und 900 mm Höhe (Steuerungskategorie 2 nach EN 954 Teil 1) die Steuerung über einen einzigen Befehlstaster - Haubentore schließen - zu (Bild 7). Solange die Lichtschranken belegt sind, können die Tore nicht abgesenkt werden. Tritt eine Person während des Absenkens in den Gefahrbereich, wird der Schließvorgang gestoppt. Wegen des Nachlaufs der Tore sind Schaltleisten an der Unterkante der Tore als alleinige Schutzmaßnahme nicht zulässig. Die in Bild 7 erkennbare Leiste ist eine nicht schaltende Abdichtleiste.

Bild 8 Eine Papierrolle fährt durch eine "erkennende" Lichtschranke in einen Gefahrbereich, wo sie durch einen Rollenausstoßer vom Unterflur-Plattenband ausgestoßen wird.

Quetschgefahr besteht auch beim Transportieren von Rollen auf Stetigförderern zu festen Teilen der Umgebung. Dies können Maschinenstuhlungen, Pfosten von Wanddurchbrüchen oder auch bereits die Ständer von Lichtschranken sein, die der Zugangssicherung in einen Gefahrbereich dienen. Die beste Lösung ist die Einhaltung eines Sicherheitsabstandes von 500 mm zwischen der Rolle mit größtem Durchmesser und festen Teilen der Umgebung, im Bild 8 zu den Lichtschranken.

Die Zugangssicherung ist so ausgelegt, dass die Lichtschranken über die Verknüpfung mit der Steuerung des Förderers und der Speicherung der Kenndaten der Rolle unterscheiden können zwischen Rolle und anderen Hindernissen, z.B. einer Person. Die Rolle darf in den Gefahrbereich hinein, bei einer Person schaltet die Anlage ab.

Da der Gefahrbereich ausreichend abgesichert, d.h. der Zugang verwehrt ist, kann auf eine Sicherung der Quetschstellen am Rollenausstoßer selbst verzichtet werden.