DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.3, Anforderungen an Schutzeinrichtungen
Abschnitt 3.3
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.3 – Anforderungen an Schutzeinrichtungen

EN 1034-1, Abschnitt 5.1 (§ 4 VBG 7r)

In vielen Normen werden die speziellen Anforderungen an Schutzeinrichtungen geregelt. Die Auswahl, welche für welchen Zweck zu verwenden ist, gibt die jeweilige C-Norm weitgehend vor. Nur wenn keine Angaben gemacht werden, kann der Konstrukteur aufgrund des Ergebnisses seiner Risikoanalyse eine geeignete Schutzeinrichtung für eine spezielle Gefahrstelle auswählen. Berücksichtigen muss er jedoch dabei z.B., dass die Verwendung einer berührungslos wirkenden Schutzeinrichtung (Lichtschranke) bei Gefahrstellen mit langer Nachlaufzeit der Maschine oder großer kinetischer Energie (z.B. Tambourabrollung) nicht geeignet ist.

Bild 3 Die benachbarten Walzen an der Streichmaschine bilden z.T. Einzugstellen. Als Zugangssicherung ist die abgebildete Umwehrung grundsätzlich nicht mehr ausreichend.

An der Streichmaschine in Bild 3 muss der Zugang zu Gefahrstellen verwehrt werden. Benachbarte Walzen haben dort z.B. Abstände von weniger als 500 mm zueinander. Wegen Unterschreiten des Sicherheitsabstandes von 500 mm besteht dort Einzuggefahr für den menschlichen Körper. Die im Bild gezeigte Umwehrung - Geländer mit Kniestange und Handlauf - ist als Zugangssicherung heute nicht mehr ausreichend, da sie zu leicht durchstiegen werden kann. Ein Geländer ist eine Schutzeinrichtung, die den Absturz von hochgelegenen Arbeitsplätzen oder Verkehrswegen vermeiden soll. Als Zugangssicherung eignet es sich dagegen nicht - hier ist die im letzten Kapitel bereits erläuterte Umzäunung zu wählen.

Bei der Ausführung von trennenden Schutzeinrichtungen muss darauf geachtet werden, dass das Aufsteigen auf z.B. Querstangen (Bild 3) nicht den Zugriff zu Gefahrstellen ermöglicht, die nur durch Einhalten eines Sicherheitsabstandes - 2,50 m oder 2,70 m von Flur aus gemessen - gesichert sind. Das Aufsteigen lässt sich durch Ausfüllen der Öffnungen zwischen den Querstangen mit Wellgitter oder glattem Blech verhindern.

Wird eine Gefahrstelle durch eine bewegliche trennende Schutzeinrichtung gesichert, ist zu entscheiden, ob eine verriegelte Schutzeinrichtung ausreicht oder ob wegen der Nachlaufzeit nach dem Abschalten eine verriegelte Schutzeinrichtung mit Zuhaltung gewählt werden muss. Letztere erlaubt das Öffnen einer Tür, einer Klappe oder eines Deckels erst, wenn die Gefahr bringenden Bewegungen zum Stillstand gekommen sind.

Müssen Wartungsarbeiten oder Kontrollen selten durchgeführt werden und will man Eingriffe in die Steuerung z.B. in Nassbereichen vermeiden, kann eine feststehende trennende Schutzeinrichtung in Frage kommen, die auf einer Seite in Scharnieren befestigt ist und in geschlossener Stellung auf der anderen Seite mit einer Schraube befestigt ist, die nur mit Werkzeug gelöst werden kann und möglichst unverlierbar angebracht ist. Durch die einseitige Verschraubung handelt es sich dann aber nicht mehr um eine bewegliche, sondern um eine feststehende trennende Schutzeinrichtung. Für diese ist Abschnitt 5.4.4 EN 953 zu beachten, wonach die Schutzeinrichtung nicht in Schutzstellung verbleiben soll, wenn die Verschraubung gelöst ist. In EN 953 sind weitere Aspekte für die Gestaltung und Ausführung trennender Schutzeinrichtungen enthalten.

Bild 4 Der Zugang in den Gefahrbereich erfolgt durch eine verriegelte Tür mit Zuhaltung.

Bild 4 zeigt eine verriegelte Tür mit Zuhaltung in einer Umzäunung. Sie kann erst geöffnet werden, wenn die Maschine abgeschaltet ist und Gefahr bringende Bewegungen innerhalb der Umzäunung zum Stillstand gekommen sind. Damit auch der Mitarbeiter geschützt ist, der sich im Gefahrbereich aufhält, muss vor dem Wiedereinschalten der Maschine die Tür geschlossen und ein Quittiertaster betätigt werden. Dieser ist so angeordnet, dass er von innerhalb der Umzäunung nicht erreichbar ist, aber von dem Platz aus, wo er betätigt wird, der gesamte Gefahrbereich eingesehen werden kann.