DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

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Abschnitt 2, Eine sichere Maschine ...
Abschnitt 2
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – Eine sichere Maschine ...

Eine sichere Maschine zu bauen bedeutet für den Hersteller schon im frühen Planungsstadium alle Tätigkeiten zu berücksichtigen, die für das Betreiben der Maschine notwendig sind, und diese auf mögliche Gefährdungen für die Mitarbeiter zu untersuchen. Gefahrstellen zu vermeiden muss das oberste Ziel sein, deshalb ist die Gefahrenanalyse Teil der Arbeit des Konstrukteurs. Lassen sich Gefahrstellen nicht konstruktiv vermeiden, was leider recht häufig der Fall sein wird, müssen geeignete Schutzeinrichtungen vorgesehen werden, um die Mitarbeiter bei der bestimmungsgemäßen Verwendung vor Verletzungen zu schützen. Nicht vermeidbare Restrisiken sind durch Gefahrenkennzeichnung, Verpflichtung zum Tragen persönlicher Schutzausrüstungen und Beschreibung in der Betriebsanleitung zu minimieren.

Die oben beschriebene Vorgehensweise ist Inhalt der Maschinenrichtlinie, die im Anhang I die Schutzziele nennt, die der Hersteller mit seiner Maschine erfüllen muss. Viele harmonisierte DIN EN Normen stehen dem Konstrukteur zur Verfügung, um die Schutzziele zu erreichen. Sie helfen ihm bei der Suche nach Gefährdungen (z.B. Abschnitt 4: Liste der signifikanten Gefährdungen, EN 1034-1) und geben ihm Lösungsmöglichkeiten vor. Im Gegensatz zu den Unfallverhütungsvorschriften ist die Einhaltung der Normen nicht bindend, sie geben jedoch das Sicherheitsniveau vor, das mindestens erreicht werden muss.

Soweit vom Hersteller oder Konstrukteur gesprochen wird, dann ist damit natürlich in erster Linie die Maschinenfabrik gemeint, die eine verwendungsfertige Maschine oder Anlage liefert. Da aber in der Papierindustrie häufig die Abteilung Technik selbst Neu- und Umbauten plant und durchführt, werden auch deren Mitarbeiter zum Hersteller und müssen dann ebenfalls die Maschinenrichtlinie anwenden - bei der Risikobetrachtung angefangen und mit der Anbringung des CE-Zeichens endend.

Die Gliederung der BGI 860-1 folgt dem Aufbau der EN 1034-1. Querverweise auf mitgeltende Normen beziehen sich auf solche Normen, die in den jeweiligen Abschnitten 2 insbesondere der EN 1034-1 aufgelistet sind. Wird ohne Kommentar auf Unfallverhütungsvorschriften verwiesen, so sind dort die gleichen Anforderungen gestellt.

Der Aufbau der harmonisierten Normen (EN ...) ist einheitlich. Nach Abschnitt 0 "Einleitung" einer harmonisierten Norm folgt in Abschnitt 1 "Anwendungsbereich" die Beschreibung des Geltungsbereichs der Norm. Da die EN 1034-1 als C-Norm auf vielen allgemeinen Grundnormen (A- und B-Normen) aufbaut, werden diese in Abschnitt 2 "Normative Verweisungen" aufgelistet.

Abschnitt 3 "Definitionen" legt Begriffe fest, die in der Norm benutzt werden und dort auch nur im Sinne der Definition gesehen werden müssen. Eine "nicht laufende Maschine" ist danach keine Maschine die steht, sondern eine, die maximal mit Kriechgeschwindigkeit läuft (Abschnitt 3.5 der EN 1034-1), wobei die Kriechgeschwindigkeit allgemein mit 15 m/min (Abschnitt 3.4 der EN 1034-1) festgelegt ist. Für Umroller und Rollenschneider darf sie jedoch unter Umständen nur 10 m/min betragen. Zwei weitere Definitionen sind in diesem Zusammenhang für den Anwender wichtig: der Tippbetrieb (Abschnitt 3.6) und die Umzäunung (Abschnitt 3.10).

Abschnitt 4 listet in Tabelle 1 die von der Norm behandelten Gefährdungen auf. Für die nicht in der Liste enthaltenen muss der Konstrukteur selbst Schutzmaßnahmen entsprechend der in der Maschinenrichtlinie festgelegten Schutzziele auswählen, um die bei Risikoanalysen festgestellten Gefahrstellen zu sichern.

Die Norm kann nur Gefährdungen behandeln, die zum Zeitpunkt ihrer Erstellung bekannt waren. Treten durch Verwendung neuer Technologien auch neue Gefährdungen auf, ist der Konstrukteur gefordert.

Den wesentlichen Inhalt der Norm macht der Abschnitt 5 aus, in dem Sicherheitsanforderungen und Maßnahmen beschrieben sind, um Gefährdungen zu vermeiden. Im Folgenden werden dazu Hinweise gegeben und in Beispielen in der Praxis ausgeführte Lösungen gezeigt.