DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

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Abschnitt 3.13, Einrichtungen zum Rüsten und Instandhalten, ...
Abschnitt 3.13
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.13 – Einrichtungen zum Rüsten und Instandhalten, Schmierstellen

EN 1034-1, Abschnitt 5.9 (§ 9 und 13 VBG 7r)

An erster Stelle sind hier sichere Arbeitsbühnen und Zugänge zu nennen, die in Abschnitt 5.5 der EN 1034-1 ausführlich erläutert wurden. Wenn Einrichtungen zum Wechseln und Transportieren von Schaberklingen sowohl in der Norm wie auch schon in der Unfallverhütungsvorschrift gefordert werden, liegt dies am großen Gefährdungspotential der Klingen für Schnittverletzungen. Obwohl die Klingen inzwischen mit einer Bohrung geliefert werden, in die man einen Haken einhängen kann und somit nicht mehr wie früher mit einer Gripzange gezogen werden müssen, kommt es immer wieder zu schweren Schnittverletzungen, weil Mitarbeiter glauben, beim Umgang mit den Klingen auf schnittfeste Handschuhe verzichten zu können. Besonders bei breiten Maschinen muss die Klinge beim Herausziehen mit der zweiten Hand geführt werden. Rutscht der Mitarbeiter dabei ab, kann nur der schnittfeste Handschuh Handverletzungen verhindern. In vielen Betrieben werden gebrauchte Schaberklingen gleich neben der Maschine in Stücke geschnitten und in einem Behälter gesammelt. Dies hilft Gefährdungen beim Transport zu vermeiden (30).

Bild 30 Noch an der Papiermaschine werden die Klingen klein geschnitten und über die blaue Tonne im Hintergrund entsorgt. Lange Transportwege entfallen und das Verletzungsrisiko ist minimiert.

Das Auswechseln von Tellermessern in Rollenschneidern und Querschneidern kann ebenfalls zu Schnittverletzungen führen, wenn das Messer nicht über einen Bajonettverschluss befestigt ist, sondern zuerst 4 oder 5 Schrauben gelöst werden müssen, um das Messer herausnehmen zu können. Man muss es nicht in die Hand nehmen, wenn dafür ein Werkzeug, wie in Bild 31 gezeigt, zur Verfügung steht: die Schrauben bleiben zugänglich. Haftmagnete nehmen das Drehmoment beim Lösen oder Festschrauben auf und halten das lose Tellermesser fest.

Bild 31 Das Werkzeug wird auf das Tellermesser aufgesetzt. Die Innensechskantschrauben können gelöst werden. Das gelöste Messer wird durch Magnete im Werkzeug gehalten und lässt sich, ohne in die Hand genommen werden zu müssen, aus der Schneidpartie herausnehmen.

Beim Filz- und Siebwechsel werden zum Cantilevern Teilstücke aus der Stuhlung entfernt, die irgendwo so abgelegt werden müssen, dass sie nicht zu Stolperfallen werden. Mit den größer werdenden Maschinen wurden diese immer schwerer. Heute wird darauf geachtet, dass diese Teile nicht mehr als 25 kg wiegen (Abschnitt 5.22 der EN 1034-1). Zur besseren Handhabung sind sie mit Handgriffen versehen (Bild 32) und können, wenn möglich, an die Stuhlung gehängt werden.

Es gibt auch schon Konstruktionen, bei denen die Zwischenstücke nur noch bis zu einem Anschlag herausgezogen und dann nach unten geklappt werden, so dass ein Transport gänzlich entfällt.

Bild 32 Das herausnehmbare Stuhlungsteil hat einen Handgriff, damit es besser zu transportieren ist. Sein Gewicht sollte 25 kg nicht überschreiten.

Eine Maschine muss mit Kriechgeschwindigkeit betrieben werden können, wenn bestimmte Arbeiten zum Rüsten und Instandhalten sowie zum Reinigen nicht im Stillstand durchgeführt werden können und technische Schutzeinrichtungen vorhandenes Restrisiko nicht beseitigen. Welche Arbeiten dies sind und welche zusätzlichen Maßnahmen - Tippbetrieb, besondere Qualifikation des Mitarbeiters oder eine anwesende zweite Person an der Not-Aus-Befehlseinrichtung - getroffen werden müssen, legt der Hersteller in der Betriebsanleitung fest. Aber Vorsicht, Kriechgeschwindigkeit mindert das Risiko, beseitigt es aber nicht. Viele Mitarbeiter mussten schon die Erfahrung machen, dass eine Einzugstelle auch bei Kriechgeschwindigkeit eine Einzugstelle bleibt!