DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

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Abschnitt 3.12, Energietrennung, Energieabbau
Abschnitt 3.12
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.12 – Energietrennung, Energieabbau

EN 1034-1, Abschnitt 5.8 (§ 12 VBG 7r)

Hauptschalter zum Trennen einer Maschine von der Energiezufuhr müssen für alle Energiearten (z.B. elektrische, pneumatische, hydraulische) vorhanden sein, die in der 0-Stellung gegen Wiedereinschalten gesichert werden können. Wie diese zu gestalten sind, kann in den im Abschnitt 5.8 genannten Normen nachgelesen werden. In der Betriebsanleitung muss der Hersteller beschreiben, wie die Mitarbeiter vorgehen müssen, um sich beim Entstören, bei Reparatur- und Wartungsarbeiten nicht zu gefährden. Während das in Abschnitt 5.8.1 geforderte "Mittel zur Energieabtrennung und zum Energieabbau" (Hauptschalter) auch geeignet ist, um bei Arbeiten an der elektrischen Ausrüstung einer Maschine Gefährdungen durch elektrischen Strom auszuschließen, haben sich in der Praxis vor allem bei großen Maschinen so genannte Reparaturschalter bewährt.

Mit ihnen lassen sich einzelne Gruppen oder einzelne Antriebe von der Energiezufuhr trennen. Durch Abschließen in der 0-Stellung - Einhängen eines oder mehrerer Schlösser - kann das Einschalten von Hand oder durch einen Einschaltbefehl aus dem Steuersystem einer Anlage verhindert werden.

Bild 27 Der Hauptschalter, der die Maschine allpolig vom Netz trennt, kann in der 0-Stellung mit einem Vorhängeschloss gegen Wiedereinschalten gesichert werden.

Bild 28 Dieser Hauptschalter ist eindeutig beschriftet. Er hat außerdem Not-Aus-Schaltvermögen, wie es die Farbgebung in rot/gelb ausweist.

Doch dabei ist Vorsicht geboten: Bei Arbeiten z.B. an einer Pumpe in der Stoffaufbereitung muss nicht nur mit einer Gefährdung durch die Pumpe gerechnet werden. Auch von benachbarten Pumpen, von kraftbetätigten Schiebern oder durch heiße Medien, die sich in der Zuleitung zur Pumpe befinden, können Gefährdungen ausgehen. Für vorstehend genannte Arbeiten sind deshalb auf der Basis einer Gefährdungsermittlung entsprechende Maßnahmen in der Betriebsanleitung bzw. Betriebsanweisung nach § 2. Abs. 1 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (BGV A1) festzulegen. Die Mitarbeiter, die mit der Durchführung der Arbeiten beauftragt werden, müssen ausreichend unterwiesen sein.

Es darf auch nicht vergessen werden, die Befehlseinrichtungen eindeutig und dauerhaft zu beschriften. Nicht nur der Elektriker, auch der Schlosser muss wissen, ob er den richtigen Schalter ausgeschaltet hat und nicht mehr gefährdet werden kann.

Während bisher nur von der Energiezufuhr (Elektrik, Pneumatik, Hydraulik) die Rede war, darf nicht übersehen werden, dass auch durch gespeicherte Energien z.B. in Pneumatik-Systemen durch noch anstehenden Druck in Zylindern, durch Dampf oder auch durch potentielle Energie - hydraulisch oder pneumatisch angehobene Bauteile - zumindest bei Störungen Gefährdungen auftreten können. Wurden früher angehobene Maschinenteile durch ein untergestelltes Kantholz "abgesichert", ist der Konstrukteur heute aufgefordert, entsprechend geeignete Einrichtungen wie Sperrklinken, klappbare Abstützungen oder den Einsatz von Getriebemotoren vorzusehen, um ein ungewolltes Absenken bei Wartungs- und Reparaturarbeiten zu verhindern. Auch hierbei wird die Wichtigkeit einer Betriebsanleitung deutlich, denn dort müssen die oben genannten Einrichtungen und ihre bestimmungsgemäße Verwendung eindeutig und für den Benutzer verständlich beschrieben sein.

Bild 29 Beim Hochfahren überfährt der Tragarm die Sperrklinke. Sie rastet ein und hält den Tragarm in der oberen Stellung, auch wenn die Energie für den Hubzylinder ausfällt.