DGUV Information 213-018 - Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen un...

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Abschnitt 3.9, Absturzsicherungen, Geländer
Abschnitt 3.9
Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Titel: Papierherstellung und Ausrüstung Sichere Maschinen und Anlagen Teil 1 Gemeinsame Anforderungen (bisher: BGI 860-1)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-018
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.9 – Absturzsicherungen, Geländer

Bei Absturzgefahr müssen an Arbeitsbühnen und Laufstegen, aber auch an allen anderen Arbeitsplätzen, Absturzsicherungen vorhanden sein. Üblicherweise sind dies 1,10 m hohe Geländer mit Kniestange und Fußleiste. Während in der EN ISO 14122-3 schon ab einer Höhe von 500 mm Geländer verlangt werden, sind diese erst ab 1,0 m Absturzhöhe im Anwendungsbereich der EN 1034-1 erforderlich, sollten entsprechend EN 1034-1 Abschnitt 5.5.7 jedoch schon ab 0,60 m eingesetzt werden, wenn nicht betriebstechnische oder den Arbeitsablauf störende Gründe dagegen sprechen.

Bild 22 Die Lücke zwischen Laufsteg und Stuhlung ist kleiner als 120 mm, der Längsträger des Langsiebs 0,80 m hoch, also kann maschinenseitig auf eine zusätzliche Absturzsicherung verzichtet werden. Der Schlauch gehört natürlich auf die Aufhängung!

Für den Längslaufsteg in Bild 22 gilt: Ist die Lücke zwischen Stuhlung und Laufsteg kleiner als 120 mm, kann sie als ausreichende Sicherung gegen Absturz angesehen werden, wenn die Stuhlung in der Höhe die Kriterien für ein Geländer erfüllt. Die lichte Höhe der Öffnung zwischen Träger und dem darüber liegenden Balken ist kleiner als 500 mm und die Oberkante des Balkens liegt 1,10 m über dem Laufstegbelag; entlang von Langsieben genügt, wie im Bild 22 dargestellt, eine Höhe von mindestens 0,80 m.

Zum Wechseln von Bespannungen und Walzen an Papiermaschinen ist es oft unerlässlich, die zum Aufführen, Beobachten der Bahn oder zum Abspritzen von angesetztem Stoff auf Führerseite notwendigen Laufstege und Podeste im jeweiligen Arbeitsbereich zu entfernen. Dies ist ohne großen Aufwand möglich, wenn die Podeste fahrbar ausgeführt sind. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass diese fahrbaren Bühnen in der Arbeitsposition an der Maschine nicht nur durch Betätigen der Bremsen an den Rädern gehalten werden. Da auf den Bühnen Arbeiten durchgeführt werden, bei denen die Mitarbeiter mit großem Krafteinsatz arbeiten und deshalb einen festen Stand haben müssen, sollten die Bühnen an der Stuhlung sicher arretiert werden können. Das muss nicht eine Verschraubung sein, es genügt eine Sperrklinke oder ein einrastender Bolzen (Bild 23), so dass automatisch beim Andocken der Bühne diese unverrückbar in definierter Position gehalten wird. Dann kann auch nichts geschehen, wenn einmal vergessen wird, die Bremsen zu arretieren!

Bild 23 Das fahrbare Podest rechts wird an dem stationären Podest angedockt und durch einen steckbaren Bolzen arretiert.