DGUV Information 209-058 - Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegie...

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Abschnitt 3.1, 3 Hochlegierte Zusatz- und Grundwerkstoffe: B...
Abschnitt 3.1
Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegierten Zusatz- und Grundwerkstoffen (bisher: BGI 855)
Titel: Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegierten Zusatz- und Grundwerkstoffen (bisher: BGI 855)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-058
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – 3 Hochlegierte Zusatz- und Grundwerkstoffe: Bildung, Toxizität, Einstufung
3.1 Bildung von Chrom(VI)-Verbindungen

Beim Lichtbogenhandschweißen mit hochlegierten umhüllten Stabelektroden enthält der Schweißrauch bis zu 16 % Chromverbindungen (Gesamtchrom), vorwiegend in Form von Chrom(VI)-Verbindungen.

Der hohe Anteil an Chrom(VI)-Verbindungen von bis zu 90 % des Gesamtchromes folgt aus den in der Umhüllung vorhandenen Alkali- und Erdalkali-Verbindungen.

Bei basisch umhüllten Stabelektroden liegt der Chromanteil im Schweißrauch überwiegend in Form von Chrom(VI)-Verbindungen vor. Bei rutilumhüllten Stabelektroden liegt der Chrom(VI)-Anteil niedriger als bei den basischen.

Das Metall-Schutzgasverfahren (MAG) mit hochlegierten Fülldrähten führt auch zu hohen Anteilen an Chrom(VI)-Verbindungen von bis zu 60 % des Gesamtchroms.

Bei den vorstehend genannten Verfahren treten die Chrom(VI)-Verbindungen meistens als Chromate, z. B. Natriumchromat (Na2CrO4), Kaliumchromat (K2CrO4) und Calciumchromat (CaCrO4), auf.

Der Chrom-Anteil im Schweißrauch beim Schutzgasschweißen (MAG) mit hochlegierten Massivdrähten liegt ähnlich hoch wie beim Lichtbogenhandschweißen, der Anteil der Chrom(VI)-Verbindungen ist jedoch viel niedriger.

Beim Plasmaschmelzschneiden mit Druckluft sowie beim Laserstrahlschneiden von hochlegiertem Stahl (Chrom-Nickel-Stahl) wurden ebenfalls nennenswerte Mengen von Chrom(VI)-Verbindungen gemessen. Chrom(VI)-Verbindungen können in hohen Mengen auch beim thermischen Spritzen mit hoch chromathaltigen Spritzzusätzen entstehen. Hier sind die Chrom(VI)-Verbindungen als Chromtrioxid zu erwarten. Auch beim Überschweißen von früher üblichen zinkchromathaltigen Fertigungsbeschichtungen (Reparatur-Schweißen) entstehen Chrom(VI)-Verbindungen.