DGUV Information 209-058 - Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegie...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3.6, 3.6 Gefährdungsermittlung, Ergebnisse von Arb...
Abschnitt 3.6
Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegierten Zusatz- und Grundwerkstoffen (bisher: BGI 855)
Titel: Schweißtechnische Arbeiten mit chrom- und nickellegierten Zusatz- und Grundwerkstoffen (bisher: BGI 855)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-058
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.6 – 3.6 Gefährdungsermittlung, Ergebnisse von Arbeitsplatzmessungen

Eine große Zahl von Messungen wurde im Rahmen eines Messprogramms durch die Berufsgenossenschaften (siehe Abschnitt 8) durchgeführt. Die Messungen wurden personenbezogen (im Atembereich des Schweißers) sowie stationär (im Raum) durchgeführt. Sie haben zu folgenden Erkenntnissen geführt:

Chrom- und Chrom-Nickel-Stähle

Im Atembereich der Schweißer, die ohne lüftungstechnische Maßnahmen mit hochlegiertem Schweißzusatz arbeiten, sind für Chrom(VI)-Verbindungen Konzentrationen zu erwarten, welche die Werte 0,1/0,05 mg/m3 (Werte nach dem Stand der Technik, Stand Dez. 2004)

  • beim Lichtbogenhandschweißen mit umhüllten Stabelektroden immer überschreiten,

  • beim MAG-Schweißen mit Fülldraht häufig überschreiten,

  • beim MAG-Schweißen mit Massivdraht häufig unterschreiten,

  • beim WIG-Schweißen immer deutlich unterschreiten,

  • beim Plasmaschmelzschneiden, Laserstrahlschneiden und thermischen Spritzen häufig überschreiten.

Für Nickeloxid wird eine Konzentration von 0,5 mg/m3 (Wert nach dem Stand der Technik, Stand Dez. 2004) im Atembereich der Schweißer, die mit hochlegiertem Chrom-Nickel-Schweißzusatz arbeiten, beim Lichtbogenhandschweißen, MAG-Schweißen mit Fülldraht meistens - und beim WIG-Schweißen stets und deutlich - unterschritten.

Beim Lichtbogenhandschweißen von Chrom-Nickel-Stahl mit hochlegierten umhüllten Stabelektroden ist die Konzentration von 0,5 mg/m3 für Nickeloxid auch ohne besondere Schutzmaßnahmen fast immer unterschritten.

Beim MAG-Schweißen mit Massivdraht ohne lüftungstechnische Maßnahmen führt die Exposition gegenüber Nickeloxid in vielen Fällen zu Überschreitungen der Konzentration von 0,5 mg/m3.

Beim Schneiden von Chrom-Nickel-Stahl mit dem Verfahren Plasmaschmelzschneiden oder Laserstrahlschneiden wird die Nickeloxid-Konzentration den Wert von 0,5 mg/m3 ohne entsprechende lüftungstechnische Schutzmaßnahmen erheblich überschreiten; das Gleiche gilt für das thermische Spritzen.

Nickel und Nickellegierungen

Beim Lichtbogenhandschweißen und insbesondere beim MIG-Schweißen von Nickel und Nickellegierungen ist eine hohe Exposition für den Schweißer gegenüber Nickeloxid feststellbar. Hier muss ohne entsprechende Schutzmaßnahmen immer mit einer Nickeloxid-Konzentration über 0,5 mg/m3 gerechnet werden.

Beim Wolfram-Inertgasschweißen von Nickel und Nickellegierungen ist immer eine Unterschreitung der Konzentration von 0,5 mg/m3 für Nickeloxid feststellbar.

Die Ergebnisse von Arbeitsplatzmessungen für Chrom(VI)-Verbindungen und für Nickeloxid sind in Bild 3-2 zusammengeführt.

Aus den Tabellen der Bilder 3-1 (siehe Seite 10) und 3-2 (siehe Seite 14) folgt, dass diejenigen Schweißer einer relativ hohen Exposition gegenüber Chrom(VI)-Verbindungen und damit einer erhöhten Gefährdung unterliegen, die ohne lüftungstechnische Maßnahmen insbesondere als Lichtbogenhandschweißer mit hochlegierten umhüllten Stabelektroden oder als MAG-Schweißer mit hochlegiertem Fülldraht tätig sind. Bei diesen Personengruppen kann ein leicht erhöhtes Krebsrisiko nicht ausgeschlossen werden. Einige Untersuchungen deuten allerdings allgemein auf ein leicht erhöhtes Krebsrisiko bei Schweißern hin.

Eine relativ hohe Nickeloxid-Exposition und eine entsprechend erhöhte Gefährdung kann für die Schweißer angenommen werden, die insbesondere das Metall-Inertgasschweißen (MIG) von Nickel und Nickellegierungen durchführen. Auch beim Plasmaschmelzschneiden, beim Laserstrahlschneiden und beim thermischen Spritzen ist ohne lüftungstechnische Maßnahmen eine erhöhte Gefährdung zu erwarten.

Für den WIG-Schweißer beim Schweißen von hochlegiertem Chrom-Nickel-Stahl und von Nickel und Nickellegierungen ist die Gefährdung durch Chrom(VI)-Verbindungen oder Nickeloxiden als sehr gering zu bewerten.

Beim Widerstandsschweißen, z. B. Widerstandspunktschweißen, von hochlegiertem Werkstoff ist eine Gefährdung durch Chrom(VI)-Verbindungen oder Nickeloxid praktisch nicht gegeben.

Beim Unterpulverschweißen mit hochlegiertem Schweißzusatz ist eine Gefährdung durch Chrom(VI)-Verbindungen oder Nickeloxid nicht zu erwarten.

VerfahrenExposition gegenüber
Chrom(VI)-Verbindungen
bei Chrom- und
Chrom-Nickel-Stählen
Exposition gegenüber Nickeloxid
bei
Chrom-Nickel-StählenNickel und
Nickellegierungen
Über-
schreitung
von 0,1/0,051)
Unter-
schreitung
von 0,1/0,051)
Über-
schreitung
von 0,52)
Unter-
schreitung
von 0,52)
Über-
schreitung
von 0,52)
Unter-
schreitung
von 0,52)
Lichtbogenhandschweißen mit umhüllten Stabelektrodenimmer--fast immer-fast immer
MAG-Schweißen
mit Massivdraht
-häufig-häufigfast immer-
MAG-Schweißen
mit Fülldraht
häufig--fast immer--
MIG-Schweißen----fast immer-
WIG-Schweißen-immer-immer-fast immer
Plasmaschmelzschneidenhäufig-immer-immer-
Laserstrahlschneidenhäufig-immer-immer-
Thermisches Spritzenhäufig-immer-immer-
1) Orientierungswert für Chrom(VI)-Verbindungen nach dem Stand der Technik Dezember 2004 (0,1 mg/m3 bei Lichtbogenhandschweißen; 0,05 mg/m3 bei allen anderen Verfahren).
2) Orientierungswert (in mg/m3) für Nickeloxid nach dem Stand der Technik Dezember 2004.

Bild 3-2: Exposition am Arbeitsplatz gegenüber Chrom(VI)-Verbindungen und Nickeloxid ohne lüftungstechnische Maßnahmen oder bei nicht ausreichender Wirksamkeit von lüftungstechnischen Maßnahmen