DGUV Information 203-026 - Elektromagnetische Felder in Metallbetrieben (bisher:...

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Abschnitt 5.2, Ergebnisse und Beurteilungen
Abschnitt 5.2
Elektromagnetische Felder in Metallbetrieben (bisher: BGI 839)
Titel: Elektromagnetische Felder in Metallbetrieben (bisher: BGI 839)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-026
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.2 – Ergebnisse und Beurteilungen

Zurückblickend auf einige hundert Messergebnisse sind im Bild 5-4 Anlagen, Maschinen und Geräte aus Metallbetrieben mit ermittelten Messwerten aufgeführt. Zur besseren Übersicht und zum Vergleich mit den Messwerten sind aus der vorletzten Spalte die frequenzabhängigen zulässigen Werte ersichtlich. Bei den ermittelten und hier aufgeführten Messwerten handelt es sich um Maximalwerte, da sich aufgrund unterschiedlicher Arbeitsplatzsituationen das Vergleichen von Anlagen sonst erschweren würde. Kursiv gedruckte Messwerte (letzte Spalte) weisen auf eine Überschreitung der zulässigen Werte für die Dauerexposition hin, welche durchzuführende Maßnahmen notwendig machen.

Bild 5-4:
Messergebnisse aus Metallbetrieben

AnlageFrequenz
f (Hz)
Zulässiger WertMesswert
Trafohäuser (Trafohäuse)501 358 µT270 µT
Antriebe von ortsveränderlichen Bearbeitungsmaschinen   
Bohrmaschinen, Kreissägen, Winkelschleifer501 358 µT350 µT
Antriebe von ortsfesten Bearbeitungsmaschinen   
Standbohrmaschinen, Sägen (Kreis-, Band-, Bügel-), Drehmaschinen, Fräsmaschinen, Schleifmaschinen501 358 µT300 µT
Schweißgeräte   
MAG-, WIG-, MIG-, UP-Schweißgeräte, LB-Handschweißgeräte501 358 µT300 µT
Schweißmaschinen   
Rohrschweißmaschine400 00012,25 A/m29,8 A/m
Stumpfschweißmaschine501 358 µT1 000 µT
MAG-, WIG-, MIG-, UP-Schweißmaschinen501 358 µT83 µT
Schweißroboter (Trafo)100679 µT210 µT
Bandschweißmaschine501 358 µT165 µT
Schneideanlagen   
Plasma-, Laserschneidanlagen501 358 µT72 µT
Elektrolyse- und Galvanikbäder   
Elektrolysebad0 - 167 900 µT50 000 µT
Galvanikbad0 - 167 900 µT2 000 µT
Magnetisierungs-, Entmagnetisierungsanlagen   
Handjoch501 358 µT626 µT
Rissprüfanlage501 358 µT2 507 µT
Rohrendenprüfanlage501 358 µT840 µT
Lötanlagen   
HF-Lötstation2 300 0002,13 A/m16,73 A/m
Hartlötanlage10 00067,9 µT500 µT
I-Lötanlage100 00067,9 µT62 µT
Widerstandsbeheizte Anlagen   
Wärmebehandlungsofen501 358 µT360 µT
Warmhalteofen501 358 µT470 µT
Induktiv beheizte Anlagen   
Rohrbiegeanlage650104,5 µT130 µT
Nacherwärmungsanlage512132,6 µT500 µT
Härteanlage10 00067,9 µT77 µT
Glühanlage80084,9 µT360 µT
Drahtglühanlage501 358 µT310 µT
Schmelzofen501 358 µT1 020 µT
Schmelzofen100067,9 µT2 900 µT
Tiegelofen501 358 µT200 µT
Tiegelofen677100,3 µT290 µT
Durchlauferwärmungsanlage77088,2 µT> 10 000 µT
HF-Aufschmelzanlage160 00030,63 A/m0,3 A/m
Lichtbogenöfen   
Elektrolichtbogenofen501 358 µT2 300 µT
Pfannenofen501 358 µT3 385 µT
ESU-Anlagen   
ESU-Anlage501 358 µT6 500 µT

Grundsätzlich muss aber festgehalten werden, dass die Messergebnisse nicht ohne weiteres auf alle derartigen Anlagen, Maschinen und Geräte übertragbar sind. Hier spielen die betrieblichen und konstruktiven Gegebenheiten eine übergroße Rolle. Die Überprüfung kritischer Bereiche ist dennoch empfehlenswert.

Wie aus der Tabelle ersichtlich, gehören zu den kritischen Bereichen

  • bestimmte Schweißmaschinen (insbesondere höherer Frequenz),

  • Magnetisierungs bzw. Entmagnetisierungsanlagen,

  • Lötanlagen,

  • induktive Erwärmungsanlagen (Bild 5-5),

  • Lichtbogenöfen und

  • ESU-Anlagen.

Bild 5-5: Induktive Vorwärmeinrichtung

Überschreitungen zulässiger Werte wurden an Antrieben von ortsveränderlichen (handgeführten) bzw. ortsfesten Bearbeitungsmaschinen, wie Bohrmaschinen, Sägen, Schleifmaschinen, Drehmaschinen, Fräsmaschinen usw., derzeit nicht festgestellt.

Der BG-Informations-Schrift ist eine Drehscheibe beigefügt, welche die Verantwortlichen vor Ort bei der Findung der zulässigen Werte unterstützen kann. Auf einfache Weise lassen sich gängige Betriebsfrequenzen (0 Hz bis 29 000 Hz) einstellen. Für die entsprechenden Expositionsbereiche ist dann lediglich der entsprechende zulässige Wert abzulesen. Dies gilt sowohl für die magnetische Flussdichte als auch für die elektrische Feldstärke. Damit kann das Berechnen der zulässigen Werte größtenteils entfallen