DGUV Information 203-025 - Gestaltungsregeln für Siebdruckmaschinen (bisher: BGI...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Anhang 3, Normen
Anhang 3
Gestaltungsregeln für Siebdruckmaschinen (bisher: BGI 837)

Anhangteil

Titel: Gestaltungsregeln für Siebdruckmaschinen (bisher: BGI 837)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-025
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – Normen

Liste von Normen

EN 292-1:1991Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, Allgemeine Gestaltungsleitsätze; Teil 1: Grundsätzliche Terminologie, Methodologie.
EN 292-2:1991+A1:1996Sicherheit von Maschinen; Grundbegriffe, Allgemeine Gestaltungsleitsätze; Teil 2: Technische Leitsätze und Spezifikationen.
EN 294:1992Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsabstände gegen das Erreichen von Gefahrstellen mit den oberen Gliedmaßen.
EN 349:1993Sicherheit von Maschinen; Mindestabstände zur Vermeidung des Quetschens von Körperteilen.
EN 418:1992Sicherheit von Maschinen; Not-Aus-Einrichtung, funktionelle Aspekte, Gestaltungsleitsätze.
EN 563:1994+A1:1999Sicherheit von Maschinen; Temperaturen berührbarer Oberflächen; Ergonomische Daten zur Festlegung von Temperaturgrenzwerten für heiße Oberflächen.
EN 574:1996Sicherheit von Maschinen; Zweihandschaltung; Funktionelle Aspekte; Gestaltungsleitsätze.
EN 953:1997Sicherheit von Maschinen; Trennende Schutzeinrichtungen; Allgemeine Anforderungen an Gestaltung und Bau von feststehenden und beweglichen trennenden Schutzeinrichtungen.
EN 954-1:1996Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsbezogene Teile von Steuerungen; Teil 1: Allgemeine Gestaltungsleitsätze.
EN 999-1:1998Sicherheit von Maschinen; Anordnung von Schutzeinrichtungen im Hinblick auf Annäherungsgeschwindigkeiten von Körperteilen.
prEN 1010-1:2001Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsanforderungen an Konstruktion und Bau von Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen; Teil 1: Gemeinsame Anforderungen
prEN 1010-2: 2001Sicherheit von Maschinen; Sicherheitsanforderungen an Konstruktion und Bau von Druck- und Papierverarbeitungsmaschinen; Teil 2: Druck- und Lackiermaschinen einschließlich Maschinen der Druckvorstufe
EN 1037:1995Sicherheit von Maschinen; Vermeidung von unerwartetem Anlauf.
EN 1050:1996Sicherheit von Maschinen; Leitsätze zur Risikobeurteilung.
EN 1070:1998Sicherheit von Maschinen; Terminologie.
EN 1088:1995Sicherheit von Maschinen; Verriegelungseinrichtungen in Verbindung mit trennenden Schutzeinrichtungen; Leitsätze für Gestaltung und Auswahl.
EN 1127-1:1997Explosionsfähige Atmosphären; Explosionsschutz; Teil 1: Grundlagen und Methodik.
EN 1760-1:1997Sicherheit von Maschinen; Druckempfindliche Schutzeinrichtungen; Teil 1: Allgemeine Leitsätze für die Gestaltung und Prüfung von Schaltmatten und Schaltplatten.
EN 1760-2:2001Sicherheit von Maschinen; Druckempfindliche Schutzeinrichtungen; Teil 2: Allgemeine Leitsätze für die Gestaltung und Prüfung von Schaltleisten und Schaltstangen.
EN ISO 4871:1996Akustik; Angabe und Nachprüfung von Geräuschemissionswerten von Maschinen und Geräten.
EN ISO 11688-1:1998Akustik; Richtlinien für die Gestaltung lärmarmer Maschinen und Geräte; Teil 1: Planung.
EN ISO 12198:2000Sicherheit von Maschinen; Bewertung und Verminderung des Risikos der von Maschinen emittierten Strahlung; Teil 1: Allgemeine Prinzipien.
EN ISO 14122-1:2001Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu Maschinen und industriellen Anlagen; Teil 1: Wahl eines ortsfesten Zugangs zwischen zwei Ebenen.
EN ISO 14122-2:2001Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu Maschinen und industriellen Anlagen; Teil 2: Arbeitsbühnen und Laufstege.
EN ISO 14122-3:2001Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu Maschinen und industriellen Anlagen; Teil 3: Treppen, Treppenleitern und Geländer.
prEN ISO 14122-4:1999Sicherheit von Maschinen; Ortsfeste Zugänge zu Maschinen und industriellen Anlagen; Teil 4: Ortsfeste Leitern.
prEN 13023:1997Geräuschmessverfahren für Druck- und Papierverarbeitungs-, Papierherstellungs- und Papierausrüstungsmaschinen; Genauigkeitsklassen 2 und 3.
prEN 13463-1:2001Nichtelektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen; Teil 1 : Grundlegende Methodik und Anforderungen.
prEN 13463-5:2000Nichtelektrische Geräte für den Einsatz in explosionsgefährdeten Bereichen; Teil 5: Konstruktiver Schutz.
EN 50015:1998Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Ölkapselung "o".
EN 50016:1995Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Überdruckkapselung p".
EN 50017:1998Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Sandkapselung "q".
EN 50018:2000Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Druckfeste Kapselung "d".
EN 50019:2000Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Erhöhte Sicherheit "e".
EN 50020:1994Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Eigensicherheit "i".
EN 50028:1987Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Vergusskapselung "m".
EN 50039:1980Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche; Eigensichere elektrische Systeme "i".
EN IEC 60204-1:1997Sicherheit von Maschinen; Elektrische Ausrüstung von Maschinen; Teil 1: Allgemeine Anforderungen.
EN IEC 60529:1991 + A1:2000Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)
EN IEC 60825-1:1994Sicherheit von Laser; Einrichtungen; Teil 1: Klassifizierung von Anlagen, Anforderungen und Benutzer-Richtlinien.
EN IEC 60947-5-1:1997Niederspannungsschaltgeräte; Teil 5-1: Steuergeräte und Schaltelemente; Elektromechanische Steuergeräte.
EN IEC 61000-6-2-1:2001Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV); Teil 6-2: Fachgrundnormen; Störfestigkeit; Industriebereich.
EN IEC 61010-1:2001Sicherheitsbestimmungen für elektrische Mess-, Steuer-, Regel- und Laborgeräte; Teil 1: Allgemeine Anforderungen.
EN IEC 61310-1:1995Sicherheit von Maschinen; Anzeigen, Kennzeichen und Bedienen; Teil 1: Anforderungen an sichtbare, hörbare und tastbare Signale.
EN IEC 61310-2:1995Sicherheit von Maschinen; Anzeigen, Kennzeichen und Bedienen; Teil 2: Anforderungen an die Kennzeichnung.
EN IEC 61496-1:1997Sicherheit von Maschinen; Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen; Teil 1 : Allgemeine Anforderungen und Prüfungen.
prEN 61496-2:1997Sicherheit von Maschinen; Berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen; Teil 2: Besondere Anforderungen an Einrichtungen, welche nach dem aktiven optoelektronischen Prinzip arbeiten (IEC/FDIS 61496-2:1997).
CLC R 044-001:1999Sicherheit von Maschinen - Leitfaden und Empfehlungen für die Vermeidung von Gefährdungen durch statische Elektrizität.

Auszug aus prEN 1010-1: 2001

5.2.4
Explosionsschutz

5.2.4.1 Wo durch Gase, Dämpfe, Nebel oder Stäube explosionsfähige Atmosphären entstehen können, müssen elektrische und nichtelektrische Betriebsmittel so ausgewählt werden, dass die Gefahr einer Entzündung vermieden ist.

5.2.4.2 Explosionsschutzmaßnahmen sind nicht erforderlich für Maschinen, in denen keine brennbaren Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 55C verwendet und bei denen betriebsmäßig keine brennbaren Flüssigkeiten aufgesprüht oder über ihren Flammpunkt erhitzt werden. Alle anderen Maschinen müssen entsprechend den Anforderungen der EN 1127-1:1997 in Übereinstimmung mit den in Anhang A gegebenen Zone-Bedingungen konstruiert sein.

ANMERKUNG 1:Waschanlagen von Druckmaschinen siehe 5.6.6 der prEN 1010-2:2001.
ANMERKUNG 2:Das betriebsmäßige Erhitzen von brennbaren Flüssigkeiten ist z.B. erforderlich in Film- und Druckplatten-Entwicklungsgeräten mit Badheizung.

5.2.4.3 Ist der Explosionsschutz nach EN 1127-1:1997 erforderlich, müssen alle nichtelektrischen Betriebsmittel die Anforderungen der prEN 13463:1999 Teil 1 und 5 erfüllen.

5.2.4.4 Für alle nichtelektrischen Betriebsmittel und deren Komponenten muss eine formal dokumentierte Gefährdungsanalyse erstellt werden, die alle potentiellen Zündquellen der Geräte sowie die zur Verhinderung von Zündungen zu treffenden Maßnahmen aufführt. Zündquellen sind beispielsweise heiße Oberflächen, offene Flammen, heißes Gas/heiße Flüssigkeiten, mechanisch erzeugte Funken, Selbstentzündung von Staub und elektrostatische Aufladungen.

5.2.4.5 Die maximale Oberflächentemperatur von Komponenten nichtelektrischer Betriebsmittel, bei denen mit einem Kontakt mit explosionsfähigen Atmosphären zu rechnen ist, sowie die Temperatur der explosionsfähigen Atmosphäre dürfen 80 % der Zündtemperatur der Gase oder Dämpfe in C nicht überschreiten. Die Oberflächentemperatur von heißen Teilen, bei denen die Gefahr des Kontaktes mit Staubwolken besteht, darf 2/3 der niedrigsten Zündtemperatur der Staubwolke in C nicht überschreiten.

5.2.4.6 Wo das Absetzen von glimmfähigen Stäuben nicht zwangsläufig verhindert werden kann, darf die Oberflächentemperatur aller Komponenten von nichtelektrischen Betriebsmitteln die um 75 K verminderte niedrigste Zündtemperatur der möglichen Staubschicht nicht überschreiten.

5.2.4.7 Für nichtelektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen, in denen explosionsfähige Atmosphären aus Luft- oder Gasgemischen, Dämpfen oder Nebel ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden sind (siehe Anhang A), gilt Gruppe II Kategorie 1G nach prEN 13463:1999 Teil 1 und 5. Falls Luft-/Staubgemische die Ursache für die explosionsfähige Atmosphäre sind, gilt Gruppe II Kategorie 1D.

5.2.4.8 Für nichtelektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen, in denen mit der Entstehung von explosionsfähigen Atmosphären aus Luft- oder Gasgemischen, Dämpfen oder Nebel gerechnet werden muss (siehe Anhang A), gilt Gruppe II Kategorie 2G nach prEN 13463:1999 Teil 1 und 5. Falls Luft-/Staubgemische die Ursache für die explosionsfähige Atmosphäre sind, gilt Gruppe II Kategorie 2D.

5.2.4.9 Ist ein Explosionsschutz nach EN 1127-1:1997 erforderlich, müssen alle elektrischen Betriebsmittel den Anforderungen der EN 50014 genügen.

5.2.4.10 Für elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen, in denen explosionsfähige Atmosphären aus Luft- oder Gasgemischen, Dämpfen oder Nebel ständig, über lange Zeiträume oder häufig vorhanden sind (siehe Anhang A), gilt Gruppe II Kategorie 1G nach EN 50020 und/oder EN 50039. Falls Luft-/Staubgemische die Ursache für die explosionsfähige Atmosphäre sind, gilt Gruppe II Kategorie 1D.

5.2.4.11 Elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in Bereichen, in denen mit der Entstehung von explosionsfähigen Atmosphären aus Luft- und Gasgemischen, Dämpfen oder Nebel zu rechnen ist (siehe Anhang A), müssen den Anforderungen mindestens einer der folgenden Explosionsschutz-Normen genügen: EN 50015, EN 50016, EN 50017, EN 50018, EN 50019, EN 50028, Gruppe II Kategorie 2G. Falls Luft/Staubgemische die Ursache für die explosionsfähige Atmosphäre sind, gilt Gruppe II Kategorie 2D.

5.2.4.12 Bremsen und Kupplungen müssen so gebaut sein, dass sie nicht als Zündquelle wirksam werden können entsprechend prEN 13463-5:1999.

5.2.4.13 Gefährlichen elektrostatischen Aufladungen muss, soweit durchführbar, entgegengewirkt werden, z.B. mit Entelektrisatoren (Ionisatoren) (siehe CLC R 044-001, Feb. 1999).

5.2.4.14 Schläuche und Rohre zum Absaugen brennbarer Stäube und sonstiger brennbarer Stoffe (Papier, Kunststoff etc.) müssen elektrisch leitfähig und elektrostatisch geerdet sein (Ableitwiderstand kleiner als 106 Ω.). Ein entsprechender Hinweis muss in der Betriebsanleitung enthalten sein.

5.2.4.15 Schläuche und Rohre für Farben, Beschichtungs- und Imprägnierungsmaterial und Klebstoffe sowie zum Absaugen von Lösungsmitteldämpfen müssen elektrisch leitfähig und elektrostatisch geerdet sein (Ableitwiderstand kleiner als 106 Ω).

ANMERKUNG:Hinweis in der Betriebsanleitung siehe 7.2.4.

5.2.5
Elektrische Ausrüstung

5.2.5.1 Alle elektrischen Betriebsmittel müssen so gestaltet sein, dass elektrische Gefährdungen (z.B. elektrischer Schlag, Verbrennungen) entsprechend EN 60204-1:1997 verhindert sind. Die Anforderungen der EN 60204-1 :1997 müssen, unter Berücksichtigung der im folgenden beschriebenen Ergänzungen, erfüllt sein.

5.2.5.2 Die Maschinen müssen mit Netz-Trenneinrichtungen entsprechend 5.3.2 a) oder c) der EN 60204-1:1997 ausgerüstet sein. Diese Netz-Trenneinrichtungen müssen über die Möglichkeit verfügen, sie in der Aus-Stellung abschließen zu können. Erfolgt bei Betätigen der Stellteile der Notbefehlseinrichtung eine galvanische Trennung der Spannungsversorgung vom Netz durch eine Unterspannungsauslösung, ist ein Leistungsschalter nach 5.3.2 c) der EN 60204-1:1997 erforderlich. Werden Stromkreise in Übereinstimmung mit 5.3.5. der EN 60204-1:1997 nicht von der Netz-Trenneinrichtung abgeschaltet, so müssen diese Stromkreise mit eigenen Netz-Trenneinrichtungen versehen sein.

ANMERKUNG:siehe auch 5.2.7.5

5.2.5.3 Die Einrichtung zum Stillsetzen der Maschine im Notfall muss entsprechend 9.2.5.4.2 der EN 60204-1:1997 entweder als Stopp der Kategorie 0 oder der Kategorie 1 ausgeführt werden. An Maschinen, an denen Einzugstellen durch Schaltleisten nach 5.2.10 gesichert werden, muss das Stillsetzen im Notfall als Stopp der Kategorie 1 ausgeführt werden.

ANMERKUNG:siehe auch 5.2.6.1.2

5.2.5.4 Bei wechselrichtergespeisten Antrieben ist bei Betätigen eines Stellteils der Not-Befehlseinrichtung das Stillsetzen des Antriebes abweichend von 9.2.5.4 der EN 60204-1:1997 mittels der Stopp-Kategorie 2 nach 9.2.2 der EN 60204-1:1997 zulässig, wenn

  • die im Wechselrichter erfolgte Impulssperre und

  • das Wegschalten der Spannungsversorgung der Zündübertrager oder Optokopplerstufe entsprechend der Kategorie 3 der EN 954-1 unabhängig voneinander erfolgt.

5.2.5.5 Elektrische Bauteile und Leitungen müssen so installiert sein, dass mechanische Beschädigungen und Schäden durch Umgebungseinflüsse vermieden sind. Elektrische Betriebsmittel sollten der Schutzart IP 54 nach EN 60529 entsprechen.

5.2.5.6 Bei isolierten, einadrigen Leitungen, die zwischen zwei Anschlussklemmen innerhalb eines elektrischen Einbauraumes (z.B. Schaltschrank) verlegt sind, kann auf eine Aderkennzeichnung durch Ziffern oder Alphanumerik verzichtet werden, wenn

  • die farbliche Kennzeichnung der Leiter 14.2.4 Absatz 2 der EN 60204-1:1997 entspricht und

  • die Leiter, z.B. durch eine Drahtfixierung in "Kämmen", so in Position gehalten sind, dass ein Verwechseln der Leiter bei Austausch von elektrischen Bauteilen sicher verhindert ist.

5.2.5.7 Die elektrische Ausrüstung der Maschinen muss so beschaffen sein, dass sie die Prüfkriterien nach 19.2 bis 19.6 der EN 60204-1:1997 erfüllt. Eine Spannungsprüfung nach 19.4 der EN 60204-1:1997 ist für Steuerstromkreise, die durch Rechnersysteme bzw. elektronische Steuerkomponenten realisiert sind, nicht erforderlich.

5.2.5.8 Messeinrichtungen müssen der EN 61010-1 entsprechen.

5.2.6
Steuerungen

5.2.6.1 Steuerungsanforderungen bei Maschinen ohne betriebsmäßig regelmäßigen Eingriff in Gefahrstellen

5.2.6.1.1 Die sicherheitsrelevanten Teile der hydraulischen bzw. pneumatischen Steuerung müssen mindestens Kategorie 1 (6.2.2) der EN 954-1:1996 entsprechen.

Die sicherheitsrelevanten Teile der elektrischen/elektronischen Steuerung müssen mindestens Kategorie 3 (6.2.4) der EN 954-1:1996 entsprechen. Leistungsschütze können nur einfach vorhanden sein.

Es müssen mindestens Fehler in Hilfsrelais bzw. Hilfsschützen im Steuerstromkreis erkannt werden und zur Abschaltung der gefahrbringenden Bewegungen führen. Bei Einsatz eines Rechners oder SPS (speicherprogrammierbare Steuerung) als Sicherheitsrechner müssen sicherheitsrelevante Fehlfunktionen erkannt werden und zur Abschaltung führen.

Bei Einsatz von Rechnern oder SPS kann die Anforderung dadurch erfüllt sein, dass z.B. eine Funktionsüberwachung sicherheitsrelevanter Signale durch eine parallel arbeitende Rechnersteuerung oder im redundanten kontaktbehafteten Abschaltweg erfolgt, die im Fehlerfall zum Stillsetzen der gefahrbringenden Bewegung führt.

Sicherheitsrelevante Teile der Steuerung sind z.B. Not-Aus-Stromkreise, elektrische Verriegelungskreise, Weg- bzw. Geschwindigkeitsbegrenzung im Tippbetrieb. Siehe auch Definitionen in 954-1.

Durch Fremdeinflüsse und Fehler in diesen Teilen der Steuerung können gefahrbringende Bewegungen und Gefährdungen auftreten.

Gefahrbringende Bewegungen sind je nach Maschinenart z.B.:

  • unbeabsichtigter Anlauf bzw. unbeabsichtigtes Hochlaufen auf Produktionsgeschwindigkeit,

  • unbeabsichtigte Bewegung, die auf eine beabsichtigte Bewegung folgt (unbeabsichtigter Durchlauf),

  • unbeabsichtigte Fortsetzung einer Bewegung bei beabsichtigtem Unterbrechen der Bewegung.

Eine Gefährdung ist z.B. auch das Entstehen von explosionsfähigen Atmosphären

ANMERKUNG:Siehe Literaturhinweise und IEC 1508

5.2.6.1.2 Bei Stromrichterantrieben muss die Steuerung so ausgelegt sein, dass bei Anhalten der Maschine durch Sicherheitseinrichtungen das Leistungsschütz zusätzlich abgeschaltet wird, z.B. durch Abschalten nach einer vorgegebenen Zeit durch ein elektrisches/elektronisches Betriebsmittel (Timer), oder eine vergleichbare Maßnahme getroffen ist. Eine vergleichbare Maßnahme ist z.B. das Einfallen einer mechanischen Bremse, deren Bremsmoment größer ist als das Antriebsmoment des Motors. Sicherheitseinrichtungen sind z.B. Not-Befehlseinrichtungen, berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen, trennende verriegelte Schutzeinrichtungen, Schaltleisten.

Bei Stromrichterantrieben mit Energierückspeisung ins Netz während des Bremsvorganges muss neben dem Sperren der Impulse durch zusätzliche steuerungstechnische Maßnahmen dafür gesorgt sein, dass das Leistungsschütz spätestens dann abschaltet, wenn die übliche Bremszeit abgelaufen ist oder eine vergleichbare Maßnahme getroffen ist. Während des Tippbetriebes ist ein Abschalten des Leistungsschützes während der Freigabezeit nicht erforderlich.

ANMERKUNG 1:Bei Stromrichterantrieben wird die Drehgeschwindigkeit des Motors z.B. durch Verändern der Spannungsversorgungsfrequenz erzeugt.
ANMERKUNG 2:Akustische Anlaufwarneinrichtung (Freigabezeit) siehe Anhang B.

5.2.6.1.3 Wenn die Not-Befehlseinrichtung auf einen Leistungsschalter mit Unterspannungsauslösung wirkt, muss das Abschalten der Energieversorgung mindestens der Kategorie 1 der EN 954-1:1996 entsprechen.

ANMERKUNG:Der Öffnerkontakt der Not-Befehlseinrichtung unterbricht z.B. unmittelbar die Spannungsversorgung der Spule der Unterspannungsauslösung.

5.2.6.1.4 Die gegenseitige Verriegelung von Schutzeinrichtungen verschiedener einsehbarer Bereiche muss mindestens Kategorie 1 der EN 954-1:1996 entsprechen. Die Verriegelung kann durch einen Rechner erfolgen.

ANMERKUNG:Einsehbare Bereiche siehe 5.2.3.6.

5.2.6.1.5 Reststapelüberwachungen müssen der Kategorie B der EN 954-1 entsprechen

5.2.6.2 Steuerungsanforderungen bei Maschinen mit betriebsmäßig regelmäßigem Eingriff in Gefahrstellen, z.B. Planschneidemaschinen, Stanztiegel, Bogensiebdruckmaschinen und Etikettenstanzen mit Handanlage

5.2.6.2.1 Die sicherheitsrelevanten Teile der hydraulischen bzw. pneumatischen Steuerung müssen mindestens Kategorie 3 (6.2.4) der EN 954-1:1996 entsprechen.

Die sicherheitsrelevanten Teile der elektrischen/elektronischen Steuerung müssen der Kategorie 4 (6.2.5) der EN 954-1:1996 entsprechen. Es müssen 2 Leistungsschütze vorhanden sein. Fehler in den Leistungsschützen müssen erkannt werden und zur Abschaltung führen.

ANMERKUNG:Anforderungen an Positionsschalter siehe 5.2.11.

5.2.6.2.2 Elektronische Bremsen allein sind an Maschinen mit betriebsmäßig regelmäßigem Eingriff nicht zulässig.

Bei derartigen Bremsen ist zusätzlich eine mechanische Bremse erforderlich, deren mechanisches Bremsmoment größer ist als das maximal generierte elektrische Antriebsmoment des Stromrichterantriebs.

ANMERKUNG:Elektronische Bremsen sind z.B. bei Stromrichterantrieben vorhanden, die bei der Energierückspeisung in das Stromnetz die Maschine bremsen.

5.3.4
Anleger, Ausleger (Stapelhub- und -absenkeinrichtungen)

5.3.4.1 Die Stapelhub- und -absenkeinrichtung muss so ausgeführt sein, dass sie einer statischen Prüfung mit dem 1,25fachen Gewicht der maximalen Tragfähigkeit ohne verbleibende Verformung und offenkundigen Mängeln standhält. Das Aggregat muss einer dynamischen Prüfung mit dem 1,1 fachen Gewicht der maximalen Tragfähigkeit unter normalen Betriebsbedingungen standhalten.

5.3.4.2 An Stapelhub- und -absenkeinrichtungen für Produktformatflächen über 2,5 m2 muss die Bruchkraft von Stahlgelenkketten mindestens das 6fache, an Stapelhub- und -absenkeinrichtungen für Produktformatflächen bis 2,5 m2 mindestens das Dreifache der zulässigen statischen Belastung betragen. Für die Berechnung muss für Papier die spezifische Dichte von mindestens 1400 kg/m3, für Wellpappe das von mindestens 200 kg/m3 benutzt werden.

5.3.4.3 Stapelhub- und -absenkeinrichtungen für Produktformatflächen über 2,5 m2 mit einer Hubhöhe über 1,50 m müssen so eingerichtet sein, dass sich das Lastaufnahmemittel bei Seilriss, Ketten-, Tragmutter- oder Getriebebruch oder bei Undichtigkeiten im Leitungssystem um nicht mehr als 100 mm bewegen kann.

Die Anforderung ist z.B. für Spindeltriebe erfüllt, wenn folgende Einrichtung vorhanden ist: Der Tragmutter ist eine gleiche Mutter als Folgemutter nachgeordnet, so dass sich die Tragmutter bei Bruch oder Gewindeverschleiß auf der Folgemutter absetzen kann. Die Anforderung ist z.B. für Ketten (oder Seile) erfüllt, wenn folgende Einrichtung vorhanden ist: Eine oder mehrere Ketten laufen unbelastet mit, die bei Bruch der betriebsmäßig tragenden Kette die Last übernehmen.

Dies gilt nicht für das Getriebe, wenn dieses für die doppelte Belastung ausgelegt ist. Dies gilt nicht für Stapelhub- und -absenkeinrichtungen mit hydraulischem oder pneumatischem Triebwerk, wenn bei Undichtigkeiten im Leitungssystem das 1,5fache der betriebsmäßigen Senkgeschwindigkeit des Lastaufnahmemittels nicht überschritten ist.

5.3.4.4 An Stapelhub- und -absenkeinrichtungen für Produktformatflächen über 2,5 m2 muss der Bereich unter dem Lastaufnahmemittel gesichert sein durch trennende Schutzeinrichtungen oder durch eine Bereichssicherung mit BWS. EN 999:1998 muss nicht berücksichtigt sein. Bei Verwendung von BWS muss 5.2.9.4 berücksichtigt sein.

5.3.4.5 Bei Stapeltragplatten müssen die Gefahrstellen zwischen Stapeltragplattenkanten und der Standfläche wie folgt gesichert sein:

An Anlegern für Produktformatflächen bis 1,0 m2 sowie an Auslegern für Produktformatflächen bis 0,175 m2 darf die Stapeltragplatte nur bis zu einer Höhe von 120 mm über der Standfläche automatisch und weiter bis zur Standfläche nur im Tippbetrieb abgesenkt werden können.

Die Gefahrstelle kann auch durch eine der Maßnahmen nach b) gesichert sein.

An Anlegern für Produktformatflächen über 1,0 m2 sowie an Auslegern für Produktformatflächen über 0, 175 m2 muss an den freiliegenden Stapeltragplattenkanten eine der folgenden Schutzmaßnahmen getroffen sein:

  • Ausweichende, nicht schaltende, überkragende Blenden, deren Vorderkanten mindestens 250 mm über die gefahrbringenden Kanten hervorstehen (siehe Abb. 27),

    Legende: 1 Stapeltragplatte, 2 überkragende Blende, 3 Fuß

    Abb. 27: Überkragende Blende

  • BWS vor den Stapeltragplattenkanten, EN 999:1998 muss nicht berücksichtigt sein.

    Abb. 28: Sicherung durch abweisende Teile des Maschinengestells

  • waagerechter Abstand von 300 mm zwischen der senkrechten Projektion des äußeren Maschinengestells und den Stapeltragplattenkanten; die abweisenden Teile des Maschinengestells dürfen dabei höchstens 1,5 m über der Standfläche angeordnet sein. Tragarme, die in den Sicherheitsabstand (300 mm) hineinragen, müssen eine Mindestbodenfreiheit von 120 mm haben (siehe Abb. 28),

  • Schaltleisten,

  • Tipptaster für den Anleger, der mindestens 850 mm von der Gefahrstelle entfernt und von dem aus die Gefahrstelle einsehbar ist.

    An An- und Auslegern für Produktformatflächen über 2,5 m2 muss die Gefahrstelle an den Stapeltragplattenkanten durch eine oder mehrere der folgenden Schutzeinrichtung gesichert sein:

  • trennende Schutzeinrichtungen,

  • BWS vor der Stapeltragplattenkante, bei Wellpappenan- und -auslegern BWS mindestens 300 mm vor der Stapeltragplattenkante.

5.3.4.6 Sind am An- oder Ausleger Podeste oder Laufstege angeordnet, muss die Gefahrstelle zwischen Podest bzw. Laufsteg und der Stapeltragplattenkante gesichert sein. Eine Sicherung muss durch eine der folgenden Maßnahmen erfolgen:

  • Mindestabstand der Podestkante von der Stapeltragplattenkante 120 mm,

  • BWS vor den Stapeltragplattenkanten, EN 999:1998 muss nicht berücksichtigt sein,

  • waagerechter Abstand von 300 mm zwischen der senkrechten Projektion des äußeren Maschinengestells und den Stapeltragplattenkanten; die abweisenden Teile des Maschinengestells dürfen dabei höchstens 1,5 m über der Podestfläche bzw. dem Laufsteg angeordnet sein,

  • Schaltleisten.

5.3.4.7 An Bogenan- und -auslegern müssen die Quetsch- und Scherstellen, die durch die Aufwärtsbewegung des Stapels bzw. der Stapeltragplatte entstehen, gesichert sein.

Eine Sicherung ist z.B. durch eine der folgenden Maßnahmen möglich:

  • Sicherheitsabstände nach EN 349:1993,

  • Schaltleisten,

  • trennende Schutzeinrichtungen,

  • Tippbetrieb.

5.3.4.8 An Anlegern von Maschinen dürfen durch die Bewegungen der Vereinzelungselemente keine Verletzungsgefahren bestehen. Diese Anforderung ist bei Anlegern, bei denen die Einzelschnitte von der Stapelunterseite zugeführt werden, z.B. durch eine Reststapelüberwachung erfüllt.

Außerhalb der Seitenanschläge des Magazins am Anleger müssen Gefahrstellen an den Vereinzelungselementen bei jedem Format zwangsläufig gesichert sein. Dies ist z.B. möglich durch Anbringung von Faltenbälgen oder zusätzlichen Verdeckungen.

Diese Anforderung ist bei Anlegern, bei denen die Einzelschnitte von der Stapeloberseite zugeführt werden z.B. durch Sicherheitsabstände zwischen den Saugern erfüllt oder dadurch, dass die Sauger nur mit Federkraft auf das Material aufsetzen.

5.3.4.9 Die Gefahrstellen am Saugkopfgetriebe (siehe Abb. 29) müssen, soweit während der Produktion erreichbar, mit Ausnahme der Unterseite allseitig durch trennende Schutzeinrichtungen gesichert sein.

Die Gefahrstellen durch bewegte Teile (z.B. Schlepp-, Hubsauger) außerhalb des Saugkopfes müssen gesichert sein z.B. durch eine der folgenden Maßnahmen:

  • Abstand zwischen beweglichen Teilen, die bei Betrieb zugänglich sind, mindestens 25 mm (z.B. Schleppsauger),

  • Teile nur mit gefahrlos geringer Federkraft bewegt (z.B. Tastfuß, Hubsauger),

  • Gefahrstellen (Scher- und Quetschstellen) durch trennende Schutzeinrichtung gesichert.

Die Antriebswelle des Saugkopfes muss verkleidet sein.

Legende: 1 Schleppsauger, 2 Hubsauger, 3 Tastfuß

Abb. 29: Bewegliche Teile des Saugkopfes

5.3.4.10 Die Einzugstellen an den Taktrollen der Bogenzuführung und an den Transportrollen müssen gesichert sein (siehe Abb. 30). Eine Sicherung ist z.B. möglich durch

  • einen Ausweichweg von 25 mm,

  • einen Ausweichweg von 15 mm bei einer maximalen Rollenbreite von 25 mm oder

  • Anbringung trennender Schutzeinrichtungen nach 5.2.1.1 b).

    Legende: 1 Zuführtisch, 2 Transportrollen, 3 Taktrolle, 4 Papiertransportrichtung

Abb. 30: Takt- und Transportrollen

5.3.4.11 An Stapelhub- und -absenkeinrichtungen müssen folgende Angaben deutlich angebracht sein:

  1. a)

    zulässiger Betriebsdruck bei Stapelhub- und -absenkeinrichtungen mit pneumatischem Triebwerk,

  2. b)

    zulässiger Betriebsdruck bei Stapelhub- und -absenkeinrichtungen mit hydraulischem Triebwerk, sofern der Druckerzeuger nicht Bestandteil der Stapelhub- oder -absenkeinrichtung ist,

  3. c)

    maximale Tragfähigkeit,

  4. d)

    bei Produktformatflächen über 2,5 m2 das Verbot des Mitfahrens.

Auszug aus prEN 1010-2: 2001

5.5
Siebdruckmaschinen

5.5.1 An Siebdruckmaschinen sind, abweichend von 5.2.4.2 der prEN 1010-1:2001, auch bei Einsatz von Siebdruckfarben mit einem Flammpunkt zwischen 40 C und 55 C Explosionsschutzmaßnahmen nicht erforderlich. Auf die Notwendigkeit einer angemessenen Raumlüftung muss in der Betriebsanleitung hingewiesen sein (siehe 7.1.4.1). Für Maschinen, deren bestimmungsgemäße Verwendung den Einsatz von Siebdruckfarben mit einem Flammpunkt unter 40 C zulässt, siehe 5.2.4 der prEN 1010-1:2001.

5.5.2 Die Quetschstelle zwischen Siebdruckrahmen (Oberwerk) und Maschinengestell (Drucktisch) muss gesichert sein. Eine Sicherung ist z.B. möglich durch

  1. a)

    Anbringung von Schaltleisten

    Die Schaltleisten müssen so angebracht sein, dass sie bei jeder Art des Eingriffs zwischen Siebdruckrahmen und Drucktisch wirken. Eine Gefährdung durch Übergreifen der Schaltleiste muss verhindert sein. Die Betätigungskraft der Schaltleiste darf maximal 300 N (dynamisch) betragen.

  2. b)

    BWS

    Die Anordnung der BWS muss unter Berücksichtigung der Zugriffsgeschwindigkeit (1,6 m/s) nach EN 999 erfolgen. Die Lichtstrahlen der BWS müssen so angeordnet sein, dass ein Durchgriff zwischen den Lichtstrahlen oder ein Umgreifen nicht möglich ist

  3. c)

    Begrenzung der Schließkraft des Siebdruckrahmens auf eine gefahrlos geringe Kraft

    Gefahrlos gering ist eine Kraft von maximal 300 N, wenn keine scharfkantigen Quetschstellen vorhanden sind.

  4. d)

    feste Schutzeinrichtungen

    Die Anbringung fester trennender Schutzeinrichtungen ist z.B. an den Seiten der Maschine möglich, die nicht zur Materialbeschickung oder Farbversorgung zugängig sein müssen. EN 294 muss eingehalten sein.

5.5.3 Die Quetschstelle zwischen Rakel und Siebrahmen muss gesichert sein. Eine Sicherung ist z.B. möglich durch Einstellung der Endanschläge derart, dass ein Mindestabstand von 25 mm zwischen Siebrahmen und Rakel nicht unterschritten werden kann. Sofern verschiedene Siebgrößen verwendet werden können, muss die Betriebsanleitung die Hinweise auf eine entsprechende Einstellung der Endanschläge enthalten.

5.5.4 Die Quetschstellen, die durch die Bewegung der Rakel entstehen, müssen gesichert sein. Eine Sicherung ist z.B. möglich durch Einhaltung der Sicherheitsabstände entsprechend EN 294 zwischen Rakel und festen Teilen der Druckmaschine. Soweit die durch die Absenkbewegung der Rakel entstehende Quetschstelle zwischen Rakel und Drucktisch bzw. Druckzylinder aus drucktechnischen Gründen nicht gesichert werden kann, muss in der Betriebsanleitung der Hinweis auf die Restgefahren, z.B. beim Nachfüllen der Druckfarben, enthalten sein. Die Hubbewegung des Rakels muss so kurz wie möglich ausgeführt werden.

ANMERKUNG:Die Quetschstelle zwischen Rakel und Drucktisch bzw. Druckzylinder kann bei Siebdruckmaschinen üblicherweise nicht gesichert werden, wenn die Siebdruckfarbe von Hand nachgefüllt werden muss.

5.5.5 Für Arbeiten zwischen Siebdruckrahmen und Maschinengestell (z.B. Siebreinigung) muss zusätzlich zu den Maßnahmen nach 5.5.2 ein Stellteil vorhanden sein, durch dessen Betätigung ein unbeabsichtigtes Ingangsetzen der Maschine verhindert wird.

5.5.6 An Zylindersiebdruckmaschinen muss die Quetschstelle zwischen verfahrbarem Siebrahmen und feststehenden Maschinenteilen gesichert sein (siehe Abb. 29). Eine Sicherung ist z.B. möglich durch

  • Sicherheitsabstände nach EN 349 oder

  • verriegelte Schutzeinrichtungen.

5.5.7 An Zylindersiebdruckmaschinen muss die Einzugstelle am Druckzylinder gesichert sein. Eine Sicherung ist z.B. möglich durch

  • verriegelte Schutzeinrichtungen oder

  • Abdeckung durch die Druckform (Sieb).

Erfolgt die Sicherung durch Abdeckung durch die Druckform, so müssen zusätzliche Maßnahmen, z.B. bei angehobener oder entnommener Druckform, getroffen werden. Zusätzliche Maßnahmen sind z.B. elektrische Verriegelungen, die ein Bewegen des Zylinders bei angehobener Druckform nur im Tippbetrieb nach 5.2.3.3 der prEN 1010-1:2001 zulassen.

5.5.8 Die Steuerungen der Maschine müssen mindestens 5.2.6.1 der prEN 1010-1:2001 entsprechen. Für die Anbringung von Schaltleisten muss 5.2.10.1, Satz 1 und 2 sowie 5.2.10.2 der prEN 1010-1:2001 eingehalten sein. Not-Aus-Stellteile müssen an jedem Bedienstand vorhanden sein.

5.5.9 Abweichend von 5.5.8 müssen bei Maschinen mit Handanlage des Bedruckstoffes zwischen Druckform und Drucktisch folgende Anforderungen erfüllt sein:

  • Diejenigen sicherheitsrelevanten Teile der Steuerung, die die Schließbewegung zwischen Siebrahmen und Drucktisch steuern, müssen 5.2.6.2 der prEN 1010-1:2001 entsprechen.

  • Schaltleisten müssen zusätzlich zu den Anforderungen nach 5.5.8 Kategorie 4 der EN 954-1 entsprechen.

  • BWS müssen 5.2.9.2 der prEN 1010-1:2001 entsprechen.

ANMERKUNG:Eine Handanlage des Bedruckstoffes zwischen Druckform und Drucktisch erfolgt bei verschiedenen Bauarten von halbautomatischen Siebdruckmaschinen.

7
Benutzerinformationen

7.1 Betriebsanleitung

7.1.4 Siebdruckmaschinen

7.1.4.1 Die Betriebsanleitung muss entsprechende Hinweise auf die zulässigen Farben, Lacke, Wasch- und Lösemittel (zulässiger Flammpunkt) sowie für die Raumlüftung am Aufstellungsort der Maschinen enthalten.

7.1.4.2 Die Betriebsanleitung muss den Hinweis enthalten, dass die Maschine vor dem Arbeiten zwischen Siebdruckrahmen und Maschinengestell (z.B. Siebreinigung) durch Betätigen z.B. eines Betriebsarten-Wahlschalters gegen unbeabsichtigten Anlauf gesichert werden muss.

7.1.4.3 Wenn verschiedene Siebgrößen verwendet werden können, muss die Betriebsanleitung Hinweise auf eine entsprechende Einstellung der Endanschläge enthalten, so dass immer ein Mindestabstand vom 25 mm zwischen Rakel und Siebrahmen vorhanden ist.

7.1.4.4 Soweit die Quetschstelle zwischen Rakel und Sieb bzw. Drucktisch aus drucktechnischen Gründen nicht gesichert werden kann, muss in der Betriebsanleitung der Hinweis auf die Restgefahren, z.B. beim Nachfüllen der Druckfarben, enthalten sein.

7.1.4.5 Die Betriebsanleitung muss auf die Restgefahren hinweisen, die entstehen, wenn der Rakelantrieb ohne eingesetztes Sieb oder mit kleinerem Sieb in Gang gesetzt wird.