DGUV Information 201-027 - Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Fes...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Anhang 4, Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und...
Anhang 4
Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung (bisher: BGI 833)

Anhangteil

Titel: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung (bisher: BGI 833)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-027
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 4 – Muster für Gliederung und Inhalte des Arbeits- und Sicherheitsplanes

  1. 1.

    Allgemeine Daten

    • Name des Standortes (Räumstelle)

    • Name des Auftraggebers

    • beteiligte Behörden, der Dienststellen des Arbeitsschutzes, der Gutachter,

    • Name des Koordinators nach der Baustellenverordnung und/oder nach der BG-Regel "Kontaminierte Bereiche" (BGR 128) und seiner Stellvertreter einschließlich Festlegung deren Weisungsbefugnisse

    • Anlass der Arbeiten

    • Bezeichnung des vom Arbeits- und Sicherheitsplanes betroffenen Personenkreises

    • Gültigkeitsdauer (zeit- oder gewerkbezogen)

  2. 2.

    Standortbeschreibung

    • Nutzungsgeschichte und Angriffschronik des Standortes

    • Lageplan mit Gesamtausdehnung und der zu erwartenden kampfmittelbelasteten Fläche

    • Lageplan zur vermuteten Verteilung (Belastungsdichte) und Fundtiefe der Kampfmittel

    • gegebenenfalls zusammenfassende Darstellung der bisherigen Beräumungen

    • gegebenenfalls Lageplan durch Gefahrstoffe kontaminierte Bereiche einschließlich Angaben sicherheitsrelevanter Konzentrationen der Kontaminanten im Boden, Grundwasser, Bausubstanz oder Ähnlichem

    • geologisch-hydrogeologische Situation des Kontaminationsbereiches (Schichtenverzeichnisse, Grundwasserverhältnisse)

  3. 3.

    Ermittlungen zu den vermuteten und/oder Festgestellten Kampfstoffen

    • Tabellarische Zusammenstellung der vermuteten und/oder festgestellten Kampfstoffe

    • Bewertung des Zustandes der Kampfmittel

    • Selbstdetonation

    • Detonation durch Fremdeinwirkung

    • Möglichkeit ausgetretener Gefahrstoffe, z.B. Sprengmittel, Kampfstoffe

    • gegebenenfalls tabellarische Zusammenstellung der auf Grund ihrer physikalischchemischen oder toxikologischen Eigenschaften und ihrer angetroffenen Konzentration hinsichtlich des Gesundheitsschutzes zu berücksichtigenden Gefahrstoffe

    • Zusammenstellung eventueller gefährdungsrelevanter Wirkungen und Symptome der Gefahrstoffaufnahme z.B. Schleimhautreizungen

    • Zusammenstellung der bezüglich des Gesundheitsschutzes relevanten biologischen Arbeitsstoffe mit Angaben zu Übertragungsweg und Wirkung (infektiös, sensibilisierend, toxisch)

  4. 4.

    Ermittlung der Arbeitsbereiche, Arbeitsverfahren, Tätigkeiten und der arbeitsbereichs- und tätigkeitsbedingten Faktoren der Gefährdung ("Arbeitsbereichsanalyse")

    • Einteilung der Räumstelle in verschiedene Räumbereiche

    • Beschreibung der anzuwendenden Verfahren und Arbeitsweisen pro Räumbereich bzw. Einzelgewerk einschließlich zeitlicher Ablauf der Bearbeitung

    • Ermittlung der einzelnen Tätigkeiten, bei denen mit einer Gefährdung durch Kampfstoffe zu rechnen ist

    • Ermittlung der verfahrens- und umgebungsbezogenen Kriterien der Emission/Exposition

  5. 5.

    Gefährdungsbeurteilung

    • Tätigkeitsbezogene Zusammenführung der Ergebnisse der Gefahren- und Arbeitsbereichsanalyse zur einer Gefährdungsabschätzung

  6. 6.

    Arbeits- und Gesundheitsschutz

  7. 6.1

    Allgemeingültige Schutzmaßnahmen

    • Beschreibung der speziellen Räumstelleneinrichtung incl. Lageplan

    • Einteilung der Räumstelle in Schutzzonen

    • Tagesbereitstellungslager

    • Standort von Separieranlagen

    • Schwarz-Weiß-Bereiche

    • Allgemeine Verhaltensregeln einschließlich Vorgaben zur Benutzung der Dekontaminationseinrichtungen und -anlagen

  8. 6.2

    Arbeitsbereichs- bzw. tätigkeitsbezogene Festlegungen zu technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen und zu persönlichen Schutzausrüstungen

    • Anforderungen an das Arbeitsverfahren

    • Anforderungen an Maßnahmen zur Gefahrstofferfassung (Absaugung)

    • Anforderungen an Maschinen, Fahrzeuge und Geräte

    • Anforderungen an eventuell notwendige Abschottungsmaßnahmen, z.B. Schutzwälle, Splitterschutzwände

    • Aufstellen von Sprengmatten

    • Besondere Verhaltensregeln für den Gefahrenfall, gegebenenfalls Beschreibung möglicher Gefahrfälle

    • Anforderungen an Brand- und Explosionsschutz

    • Ermittlung von Leitparametern zur messtechnischen Überwachung

    • Festlegung der Intervalle von Unterweisung und gegebenenfalls Übungen

    • Festlegen von Kriterien zum Einsatz besonderer persönlicher Schutzausrüstungen, z.B. Splitterschutz, Atemschutz

    • Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung von persönlichen Schutzausrüstungen, insbesondere Atemschutzgeräten (Wartung und Pflege)

  9. 7.

    Messkonzept bei Gefährdungen durch Gefahrstoffe, incl. chemische Kampfstoffe

    • Festlegung des Messziels am Ort der Tätigkeit

    • Überwachung von Akutgefahren (O2, UEG, Toxische Stoffe)

    • Auslösung von Schutzmaßnahmen bei Überschreitung von Schwellenwerten

    • Kontrolle der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen

    • Dokumentation der Einhaltung bzw. Unterschreitung von Grenzwerten

    • Ermitteln von Leitparametern

    • Ermitteln Stoffbezogener Schwellenwerte für den Einsatz besonderer Schutzmaßnahmen

    • Festlegung der Messgeräte und -verfahren

    • Festlegung der Intervalle routinemäßig durchzuführender Kontrollmessungen, z.B. zur Überprüfung der Gültigkeit von Leitparametern

    • Festlegung der Verantwortlichkeiten zur betriebsbereiten Vorhaltung der Messgeräte (Wartung und Pflege)

  10. 8.

    Entsorgung

    • Verhaltensregeln zur Handhabung und Entsorgung kontaminierter Schutzausrüstung und anderer kontaminierter Gegenstände

    • Verhaltensregeln z.B. zur Handhabung und Entsorgung kontaminierten Wassers aus Dekontaminationsanlagen und sonstiger Abfälle, wie gebrauchte Atemfilter, Schutzkleidung

  11. 9.

    Dokumentation, Nachweise

    • Festlegung der von den verschiedenen Beteiligten (Bauleiter des Bauherrn, Koordinator bzw. ausführenden Unternehmen) vorzunehmenden Dokumentationen

    • Festlegung der vom einzelnen Auftragnehmer vorzulegenden Nachweise, z.B. Arbeitsmedizinische Vorsorge, Filterbuch