DGUV Information 201-027 - Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Fes...

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Abschnitt 5.3, Persönliche Schutzausrüstungen
Abschnitt 5.3
Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung (bisher: BGI 833)
Titel: Handlungsanleitung zur Gefährdungsbeurteilung und Festlegung von Schutzmaßnahmen bei der Kampfmittelräumung (bisher: BGI 833)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 201-027
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.3 – Persönliche Schutzausrüstungen

5.3.1
Allgemeines

Ergibt die Gefährdungsbeurteilung, dass die Gefährdungen allein durch technische und organisatorische Maßnahmen nicht beseitigt bzw. nicht ausreichend reduziert werden können, hat der Unternehmer geeignete persönliche Schutzausrüstungen zur Verfügung zustellen (siehe § 29 der Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" [BGV A1] bzw. § 2 der PSA-Benutzungsverordnung).

Die Auswahl der persönlichen Schutzausrüstungen hat auf der Grundlage einer Gefährdungsbeurteilung zu erfolgen. "Gefährdungsbezogene Auswahl" heißt "tätigkeitsbezogene Auswahl", d.h. entsprechend der Gefährdungsbeurteilung kann z.B. die PSA bei Sondierarbeiten eine andere sein als beim Freilegen und Bergen der Munition. Ergibt sich bei der Gefährdungsbeurteilung, dass die Gefährdung vergleichbar ist, kann es auch sein, dass auf der betreffenden Räumstelle bei jeder Tätigkeit die gleiche Ausrüstung getragen werden kann bzw. muss.

5.3.2
Besondere persönliche Schutzausrüstungen, Körperschutz gegen Druckwelle und Splitterflug

Besteht die Gefährdung allein durch die bei der Umsetzung von Munition entstehende Druckwelle und den Splitterflug, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu prüfen, ob durch das Tragen von Körperschutzausrüstungen ein ausreichender Schutz gewährleistet werden kann, d.h. insbesondere die Verletzung lebenswichtiger Organe verhindert wird.

  • Ist dies der Fall, sind Körperschutzausrüstungen zur Verfügung zu stellen und zu tragen. Geeignete Körperschutzausrüstungen sind unter anderem Splitterschutzwesten oder -schürzen.

  • Ist dies nicht der Fall, kann auf das Tragen einer Körperschutzausrüstung verzichtet werden, da diese Ausrüstung in der Regel eine zusätzliche Belastung für den Beschäftigten darstellt.

Die Auswahl der Körperschutzausrüstungen ist auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung zu treffen. Dabei sind nicht nur die Gefährdungen durch Kampfmittel zu berücksichtigen, sondern auch die Gefährdungen, die sich für den Beschäftigten durch das Tragen der Körperschutzausrüstung selbst ergibt, z.B. durch das Gewicht und evtl. den Hitzestau unter der Körperschutzausrüstung.