DGUV Information 215-444 - Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeig...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Anhang 2, Glossar
Anhang 2
Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)

Anhangteil

Titel: Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-444
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 2 – Glossar

 Sonnenschutzvorrichtungen sind Vorrichtungen, die dem Blendschutz und dem Wärmeschutz dienen können.
 Der Tageslichtquotient ist das Verhältnis der Beleuchtungsstärke an einem Punkt im Innenraum zur Beleuchtungsstärke im Freien ohne Verbauung bei bedecktem Himmel.
 Direkte Blendung ist die Blendung, die unmittelbar durch Flächen hoher Leuchtdichten, z. B. durch die Sonne oder den hellen Himmel, verursacht wird.
 Reflexblendung oder indirekte Blendung nach DIN 5340 ist die Blendung durch reflektiertes Licht.
DGPDaylight Glare Probability ist ein Maß für die psychologische Blendung. Sie ist ein Gütemerkmal, ob sich Personen durch Blendung gestört fühlen.
 Werte über 0.45 sollten vermieden werden, Werte kleiner als 0.35 deuten auf einen guten Blendschutz hin.
  DGP ≥ 0.45
  0.45 < DGP < 0.35
  DGP ≤ 0.35
LDie Leuchtdichte nach DIN 5031-3 ist der Quotient aus dem von einer Lichtquelle in einer bestimmten Richtung durchtretenden (auftreffenden) Lichtstrom und dem Produkt aus dem durchstrahlten Raumwinkel und der Projektion der Fläche auf eine Ebene senkrecht zur betrachteten Richtung.
 Sie wird in Candela pro Quadratmeter (cd/m2) angegeben und ist ein Maß für den Helligkeitseindruck, den eine leuchtende oder beleuchtete Fläche bei einem Betrachter hervorruft.
LmittelDie mittlere Leuchtdichte ist die über den lichtdurchlässigen Bereich des Fensters gemittelte Leuchtdichte.
EDie Beleuchtungsstärke nach DIN 5031-3 ist der Quotient aus dem auf eine Fläche auftreffenden Lichtstrom und der beleuchteten Fläche. Sie wird in Lux (lx) angegeben.
gDer Gesamtenergiedurchlassgrad gibt an, welcher Anteil der solaren Energie durch eine Fläche gelangt.
gtotDer totale Gesamtenergiedurchlassgrad gibt an, welcher Anteil der solaren Energie durch die Verglasung mit der Sonnenschutzvorrichtung gelangt.
gvDer Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung gibt an, welcher Anteil der solaren Energie durch die Verglasung (V - Verglasung) ohne Sonnenschutzvorrichtung gelangt. Er setzt sich zusammen aus der direkt durchgelassenen Sonnenstrahlung (τe) und der sekundären Wärmeabgabe nach innen (qi).
Es gilt: gv = τe + qi
τvDer Lichttransmissionsgrad der Verglasung gibt an, wie hoch der Anteil des durch eine Verglasung transmittierten (durchgelassenen) Lichts ist.
τeDer Strahlungstransmissionsgrad gibt an, welcher Anteil der auftreffenden solaren Energie in Form von Strahlung durch die Verglasung hindurchgelassen wird.
qiDer sekundäre Wärmeabgabegrad, innen besagt, welcher Anteil der von der Verglasung absorbierten solaren Energie nach innen abgegeben wird.
Es gilt: αe = qa + qi
αeDer Strahlungsabsorptionsgrad besagt, welcher Anteil der auftreffenden solaren Energie von der Verglasung und Sonnenschutz aufgenommen (absorbiert) wird.
qaDer sekundäre Wärmeabgabegrad, außen besagt, welcher Anteil der von der Verglasung und Sonnenschutz absorbierten solaren Energie wieder nach außen abgegeben wird.
ρeDer Strahlungsreflexionsgrad besagt, welcher Anteil der auf eine Fläche (Verglasung/Sonnenschutzvorrichtungen) auftreffenden solaren Energie zurückgestrahlt (reflektiert) wird.
U
(früher auch k)
Der Wärmedurchgangskoeffizient gibt an, wie viel Energie in 1 Sekunde pro m2 Verglasung bei einem Temperaturunterschied von 1 Grad verloren geht. Er wird in W/m2 K angegeben.
tDie Lufttemperatur nach ASR A 3.5 ist die Temperatur der den Menschen umgebenden Luft ohne Einwirkung von Wärmestrahlung.

Bei der Cut-Off-Stellung einer Sonnenschutzvorrichtung mit verstellbaren Lamellen ist die Einstellung der Lamellen so, dass die Sonne direkt nicht sichtbar ist, eine Durchsicht jedoch weiterhin möglich ist und Tageslicht einfallen kann.

Erhöhte Nachtlüftung liegt dann für einen Raum vor, wenn während der zweiten Nachthälfte der Luftwechsel mindestens 2/h oder mehr beträgt. Bei einer freien Lüftung über die Fenster kann dies meist durch Ankippen der Fenster erreicht werden. Darf nur angesetzt werden, wenn nächtliches ankippen der Fenster trotz Einbruchschutz etc. tatsächlich erwünscht ist. Eine Nachtlüftung kann auch mit einer Raumlufttechnischen Anlage erfolgen.

Schwere Bauart nach DIN 4108-2:2013-02 liegt bei Gebäuden mit Stahlbetondecken und massiven Innen- und Außenwänden vor. Dabei dürfen Decken nicht abgehängt sein und Wände und Decken nicht mit innenliegender Dämmung versehen sein. Die flächenanteilig gemittelte Rohdichte muss mindestens 1.600 kg/m2 betragen.

Mitttlere Bauart nach DIN 4108-2:2013-02 ist identisch zur schweren Bauart, Die flächenanteilig gemittelte Rohdichte muss jedoch nur mindestens 600 kg/m2 betragen.

Von leichter Bauart ist auszugehen, wenn keine mittlere oder schwere Bauweise entsprechend den oben genannten Kriterien vorliegt oder wenn die Bauart unbekannt ist.

Deutsche Gesetzliche
Unfallversicherung e.V. (DGUV)

Glinkastraße 40
10117 Berlin
Tel.: 030 288763800
Fax: 030 288763808
E-Mail: info@dguv.de
Internet: www.dguv.de