DGUV Information 215-444 - Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeig...

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Abschnitt 6, 6 Betrieb von Sonnenschutzvorrichtungen
Abschnitt 6
Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)
Titel: Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-444
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6 – 6 Betrieb von Sonnenschutzvorrichtungen

Bedienbarkeit

Damit die Sonnenschutzvorrichtungen optimal genutzt werden können, müssen die Bedienelemente frei zugänglich sein. Gegebenenfalls ist hierfür ein Bediengang von mindestens 50 cm Breite vorzusehen. In Einzelbüros ist es vorteilhaft, wenn die Sonnenschutzvorrichtungen an mehreren Fenstern zusammen bedient werden können. In Büros mit mehreren Mitarbeitern ist es zweckmäßig, dass die Bedienung der Vorrichtungen für den Blendschutz getrennt vorgesehen wird, damit die Beschäftigten die Anlagen individuell auf ihre Bedürfnisse einstellen können.

Barrierefreien Gestaltung der Bedienelementen

Bedienelemente von Sonnenschutzvorrichtungen (z. B. Griffe oder Kurbeln bei Handbetätigung und Taster oder Schalter bei Kraftbetätigung) die von Beschäftigten mit Behinderungen benutzt werden müssen, sind wahrnehmbar, erkennbar, erreichbar und nutzbar zu gestalten.

Wahrnehmbarkeit und Erkennbarkeit der Funktion der Bedienelemente sind gegeben, wenn sie für Beschäftigte mit Sehbehinderung visuell kontrastierend und für blinde Beschäftigte taktil erfassbar gestaltet sind.

Erreichbarkeit der Bedienelemente ist gegeben, wenn für kleinwüchsige Beschäftigte, für Beschäftigte, die einen Rollstuhl benutzen und für Beschäftigte deren Hand-/Arm-Motorik eingeschränkt ist, Bedienelemente in einer Höhe von 0,85 bis 1,05 m angeordnet sind. Für Beschäftigte, die einen Rollstuhl benutzen, müssen Bedienelemente so angeordnet sein, dass bei seitlicher Anfahrbarkeit ein Gang mit einer Breite von mindestens 0,90 m vorhanden ist.

Hinweis: Die Erreichbarkeit der Bedienelemente darf durch Einbauten (z. B. Heizkörper, Fensterbänke) nicht eingeschränkt werden.

Nutzbarkeit der Bedienelemente für handbetätigte Sonnenschutzvorrichtungen:

  • Für die Nutzbarkeit von Bedienelementen von handbetätigten Sonnenschutzvorrichtungen soll für Beschäftigte mit Einschränkungen der Hand-/Arm-Motorik die Kraftübertragung durch Formschluss zwischen Hand und Bedienelement unterstützt werden. Kombinierte Bewegungen, z. B. gleichzeitiges Drehen und Ziehen sollen vermieden werden bzw. in Einzelbewegungen ausführbar sein.

  • Für Beschäftigte mit Einschränkungen der Hand-/Arm-Motorik sowie für Beschäftigte, die eine Gehhilfe oder einen Rollstuhl benutzen darf der max. Kraftaufwand für das Öffnen oder Schließen von handbetätigten Sonnenschutzvorrichtungen nicht mehr als 30 N betragen. Das max. Drehmoment für handbetätigte Beschläge darf nicht größer als 5 Nm sein. Können die Maximalwerte für Kraft oder Drehmoment nicht eingehalten werden, sind alternative Maßnahmen, z. B. Griffverlängerungen oder kraftbetätigte Sonnenschutzvorrichtungen vorzusehen.

Nutzbarkeit der Bedienelemente für kraftbetätigte Sonnenschutzvorrichtungen ist gegeben, wenn für Beschäftigte mit Einschränkungen der Hand-/Arm-Motorik die aufzubringende Kraft für die Bedienung der Schalter und Taster 5 N nicht überschreitet.

Sofern die Maßnahmen die vorn beschriebenen Maßnahmen nicht geeignet sind, die Bedienelemente von Sonnenschutzvorrichtungen zu benutzen, können Fernsteuerungen (z. B. Fernbedienungen) eingesetzt werden.

Steuerung

Werden außen liegende Sonnenschutzvorrichtungen motorisch angetrieben, ist der Einsatz einer Steuerung sinnvoll. Diese bewahrt den Sonnenschutz nicht nur vor Schaden bei zu hohen Windgeschwindigkeiten, sondern kann sämtliche angeschlossenen Vorrichtungen bei entsprechend hoher Sonneneinstrahlung automatisch herunterfahren. Damit kann schon vor Arbeitsbeginn eine wirksame Beschattung erfolgen und verhindert werden, dass sich der Raum durch Sonneneinstrahlung schon zu stark aufgeheizt hat. Danach sollten die Beschäftigten jedoch die Möglichkeit haben, den Sonnenschutz an ihren Arbeitsplätzen individuell auf ihre Bedürfnisse einzustellen.

Unterrichtung der Beschäftigten

Die Effizienz einer manuell bedienten Sonnenschutzanlage hängt entscheidend vom richtigen Gebrauch durch die Beschäftigten ab. Jede noch so wirksame Sonnenschutzvorrichtung kann, wenn sie falsch und zu spät bedient wird, ihre Wirkung verlieren. Durch eine gezielte Aufklärung und Unterweisung der Beschäftigten lassen sich viele Bedienungsfehler vermeiden. Für eine Unterweisung kann das nachfolgende Merkblatt zur Weitergabe an die Beschäftigten dienen (Kopiervorlage).

Hinweise für das Bedienen von Sonnenschutzvorrichtungen und Empfehlungen für heiße Sommertage

Allgemeine Hinweise
Um Blendung und Störungen der Bildschirmanzeige zu vermeiden, sollten Sie Ihren Bildschirm so aufstellen, dass Sie bei der Bildschirmarbeit parallel zum Fenster blicken.
Stellen Sie den Sonnenschutz so ein (Stellung der Lamellen, Öffnung des Sonnenschutzes), dass ausreichend Tageslicht in den Raum fällt, Sie aber nicht geblendet und durch Reflexionen gestört werden.
 
Hinweise für heiße Sommertage im Büro
Öffnen Sie das Fenster, solange die Temperatur im Freien noch niedriger ist als im Büro.
Schließen Sie die Fenster, sobald die Außentemperatur die Innentemperatur übersteigt.
Wenn ein Lüften bei hoher Außentemperatur erforderlich ist, dann lüften Sie kurz aber intensiv.
Lassen Sie den Sonnenschutz den ganzen Tag möglichst weit geschlossen, auch wenn die Sonne noch nicht direkt in das Büro scheint.
Um die Räume abzukühlen, sollte über Nacht oder in den frühen Morgenstunden gelüftet werden (erhöhte Nachtlüftung).