DGUV Information 215-444 - Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeig...

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Abschnitt 4.3, 4.3 Innenliegende Sonnenschutzvorrichtungen
Abschnitt 4.3
Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)
Titel: Sonnenschutz im Büro Hilfen für die Auswahl von geeigneten Blend- und Wärmeschutzvorrichtungen an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen (DGUV Information 215-444)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 215-444
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – 4.3 Innenliegende Sonnenschutzvorrichtungen

Innen liegende Sonnenschutzvorrichtungen werden in einer großen Vielfalt angeboten. In diesem Abschnitt werden nur die gängigsten Modelle vorgestellt. Im Allgemeinen zeichnen sich diese Bauarten durch folgende Merkmale aus:

Vorteile von innenliegenden Sonnenschutzvorrichtungen

  • Die nachträgliche Montage ist einfach.

Nachteile von innenliegenden

Sonnenschutzvorrichtungen

  • Bei geöffneten Fenstern besteht nur noch teilweise oder kein Blendschutz mehr. Innenliegende Sonnenschutzvorrichtungen eignen sich nur bedingt zum Wärmeschutz. Solarstrahlung, die bereits in den Raum eingedrungen ist, kann nur zum Teil wieder nach außen reflektiert werden.

  • Viele Stoffe und Metallfolien sind nicht schwer entflammbar, wodurch der Einsatz nicht überall möglich ist (einige Sachversichererverlangen den Einsatz von schwer entflammbaren Materialien).

Abb. 13 Vertikaljalousie

4.3.1 Vertikaljalousien

  • Vertikaljalousien bestehen aus einer Schiene, an der die meist 12 cm breiten Stofflamellen herunterhängen, die im unteren Bereich mit einer Kette verbunden sind.

  • Die Stofflamellen können um ihre Längsachse gedreht und entsprechend der Sonneneinstrahlung ausgerichtet werden.

  • Vertikaljalousien werden meist unter der Decke oder an der Wand angebracht.

Bedienung

  • Die Bedienung erfolgt meist manuell von einer Seite aus. Alternativ wird ein elektrischer Antrieb angeboten, welcher auch fernbedient werden kann.

  • Mit einer Zugschnur lassen sich alle Lamellen auf- und zufahren.

  • Über eine Kugelkette werden die Lamellen um die Längsachse gedreht.

Vorteile von Vertikaljalousien

  • Durch die vertikale Verstellmöglichkeit kann man mit diesem System gut auf schräg einfallende Sonneneinstrahlung (Ost- und Westfassadenseite) reagieren.

  • Streift die Sonnenstrahlung seitlich die Fenster (an West- und Ostfassaden), können die vertikal angeordneten Lamellen je nach Sonnenstand gedreht werden. Sie schirmen die Sonne bei gleichzeitiger Sichtverbindung nach außen gut ab (Cut-Off-Stellung).

  • Durch die großen realisierbaren Breiten kann eine Vertikaljalousie mehrere Fenster beschatten.

Hinweise für die Auswahl

Darauf sollten Sie achten:

  • Die Vertikaljalousie sollte das Fenster vollständig abdecken.

  • Die Lamellen sollen im geschlossenen Zustand oben und unten gleichmäßig dicht schließen.

  • Das geschlossene Lamellenpaket sollte die Fensterbedienung nicht behindern.

  • Der Abstand der Vertikaljalousie zum Fenster sollte so gewählt werden, dass das Fenster noch angekippt werden kann.

  • Werden zwei Vertikaljalousien nebeneinander (auf Stoß) montiert, sollten sich die beiden angrenzenden Lamellen überlappen.

4.3.2 Rollos

Bei Rollos wird ähnlich wie bei Markisen ein Stoff von einer Rolle abgewickelt, in der sich eine Feder befindet. In der Regel zieht man den Behang von oben herunter. Eine eingebaute Sperre verhindert das ungewollte Aufrollen des Stoffes und ermöglicht, das Rollo in jeder gewünschten Position zu fixieren.

Bedienung

Rollos werden meist mit einer Schnur oder einem Griff oder über eine Endloskette auf- und zugezogen.

Vorteile von Rollos

  • Die Montage von Rollos ist einfach. Sie können auf dem Fensterflügel, an der Decke oder an der Wand montiert werden.

  • Rollos werden mit einer großen Auswahl an unterschiedlichen Stoffen angeboten. Die Bandbreite reicht von transparent bis blickdicht.

Nachteile von Rollos

  • Die Verstellbarkeit reduziert sich auf das teilweise oder vollständige Auf- und Zufahren.

  • Rollos werden auch mit metallbeschichteten Folien an Stelle von Stoffen angeboten.

Metallfolienrollos haben folgende zusätzliche Vorteile:

Eine Sichtverbindung nach außen ist auch möglich, wenn das Rollo geschlossen ist.

Metallfolienrollos haben folgende zusätzliche Nachteile:

  • Bei direkter Sonneneinstrahlung kann es bei einem Teil der Nutzer auch beim geschlossenen Rollo zu Blendungen kommen. (siehe Anhang [13])

  • Die Lichtfarbe des einfallenden Lichtes kann durch die Metallfolie verändert werden; die äußere Umgebung kann von der Lichtstimmung her verfälscht wirken.

Abb. 14 Rollo

Hinweise für die Auswahl

Darauf sollten Sie achten:

Bei Montage auf dem Fensterrahmen

  • Rollos sollten etwas größer als die Verglasung sein.

  • Rollos sollten seitlich geführt werden, damit sie beim Ankippen des Fensters am Fenster bleiben.

  • Rollos sollen durch ihre Bautiefe das Öffnen des Fensters nicht behindern.

Bei Decken-/Wandmontage

  • Rollos sollten breiter und höher als das Fenster sein.

  • Der Abstand zwischen Fensterflügel und Decke muss größer als das aufgerollte Rollo sein, damit sich das Fenster noch öffnen lässt.

  • Der Abstand zum Fenster sollte so groß sein, dass sich das Fenster noch ankippen lässt.

Abb. 15 Innenjalousie

4.3.3 Innenjalousien

  • Innenjalousien sind ähnlich wie Außenjalousien aufgebaut. Lediglich die Kopfleiste und die Lamellen sind meist schmaler. Sie werden in einer wesentlich größeren Material- und Farbauswahl angeboten.

  • Es ist sowohl die Montage auf dem Fensterflügel als auch an der Wand bzw. Decke möglich.

Bedienung

  • Die Bedienung von Innenjalousien erfolgt von innen meist manuell. Dabei werden die Lamellen mit einem Stab gewendet und über eine Schnur auf- und zugezogen.

    Wendung und Aufzug können wie an Außenjalousien auch kombiniert sein. Die Jalousien können dann über eine Kurbel, eine Endlosschnur, -kette oder einen kleinen Elektromotor bedient werden.

Vorteile von Innenjalousien

Bei hoch stehender Sonne (Südseite) können die horizontal angeordneten Lamellen je nach Sonnenstand geneigt werden. Sie schirmen die Sonne bei gleichzeitiger Sichtverbindung nach außen gut ab (Cut-Off-Stellung).

Hinweise für die Auswahl

Darauf sollten Sie achten:

  • Die Qualität von Innenjalousien hängt auch von ihrem Schließverhalten ab. Die Lamellen sollten über die gesamte Höhe der Jalousie gleichmäßig dicht schließen. Insbesondere bei hohen Jalousien sollte sichergestellt sein, dass sich die Lamellen auch im unteren Bereich ausreichend überdecken, selbst nach längerem Gebrauch.

  • Die Löcher für die Aufzugschnüre, Texbänder und die Seitenführungen sollen nicht größer als nötig oder abgedeckt sein.

Bei Montage im Fensterrahmen

  • Die Jalousien sollten das Fenster vollständig abdecken.

  • Die Jalousien sollten seitlich geführt werden, damit sie beim Ankippen des Fensters am Fenster bleiben.

  • Der Abstand Kopfleiste zur ersten Lamelle soll möglichst gering sein.

Bei Montage auf dem Fensterrahmen

  • Die Jalousien sollten etwas größer als die Verglasung sein.

  • Die Jalousien sollten seitlich geführt werden, damit sie beim Ankippen des Fensters am Fenster bleiben.

  • Die Jalousien sollten durch ihre Bautiefe das Öffnen des Fensters nicht behindern.

Bei Deckenmontage

  • Die Jalousien sollten breiter und höher als das Fenster sein.

  • Der Abstand zwischen Fensterflügel und Decke muss größer als die Paketdicke der Jalousien sein, damit sich das Fenster noch öffnen lässt.

  • Der Abstand zum Fenster sollte so groß sein, dass sich das Fenster noch ankippen lässt.

4.3.4 Faltstores

Faltstores sind sehr schmal, so dass sie eine geringe Bautiefe haben.

Nachteile von Faltstores

Jeder Faltstore muss einzeln bedient werden.

Hinweise für die Auswahl

Darauf sollten Sie achten:

  • Löcher für die Schnüre sollen nicht größer als nötig sein.

  • Faltstores bestehen aus plissiertem Stoff, der zwischen zwei kleinen Schienen aufgespannt wird.

  • Sie werden meist direkt auf/in den Fensterrahmen montiert.

  • Die angebotenen Stoffkollektionen sind sehr vielseitig.

Bedienung

Die Bedienung erfolgt in der Regel entweder über eine Zugschnur oder bei vorgespannten Faltstores durch das Bewegen der unteren bzw. oberen Schiene.

Vorteile von Faltstores

Es gibt sehr viele Sonderbauformen, wodurch sich auch Fenster in Sonderbauformen beschatten lassen (Kreis, Halbkreis, Dreieck etc.).

Bei Montage im Fensterrahmen

  • Faltstores sollten die Verglasung vollständig abdecken.

  • Faltstores sollten seitlich geführt werden, damit sie beim Ankippen des Fensters am Fenster bleiben.

Bei Montage auf dem Fensterrahmen

  • Faltstores sollten etwas größer als das Fenster sein.

  • Faltstores sollten seitlich geführt werden, damit sie beim Ankippen des Fensters am Fenster bleiben.

  • Faltstores sollen durch ihre Bautiefe das Öffnen des Fensters nicht behindern.

Bei Deckenmontage

  • Faltstores sollten breiter und höher als das Fenster sein.

  • Der Abstand zwischen Fensterflügel und Decke muss größer als die Paketdicke des Faltstores sein, damit sich das Fenster noch öffnen lässt.

  • Der Abstand zum Fenster sollte so groß sein, dass sich das Fenster noch ankip pen lässt.

Abb. 16 Faltstores