DGUV Information 209-056 - Gefährdungen in der Kraftfahrzeug-Instandhaltung (bis...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3, Berufskrankheiten
Abschnitt 3
Gefährdungen in der Kraftfahrzeug-Instandhaltung (bisher: BGI 808)
Titel: Gefährdungen in der Kraftfahrzeug-Instandhaltung (bisher: BGI 808)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-056
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – Berufskrankheiten

Berufskrankheiten werden durch besondere Einwirkungen verursacht, denen bestimmte Personengruppen durch ihre Arbeit in erheblich höherem Maße als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind. Sie sind in der Liste der Berufskrankheiten ausgewiesen.

Bei Beschäftigten in der Kfz-Instandhaltung ist im Rahmen des Berufskrankheitengeschehens die hohe Zahl von Hauterkrankungen auffällig (Bild 3-1). Beruflich bedingte Hauterkrankungen führen häufig zu Arbeitsunfähigkeitszeiten mit späterer Aufgabe der Tätigkeit. Die berufliche Rehabilitation ist kostenintensiv.

Bild 3-1: Berufskrankheiten in der Kfz-Instandhaltung (HVBG 2001 bis 2005)

Überwiegend handelt es sich um toxischdegenerative Hautekzeme, so genannte Abnutzungsekzeme durch Einwirkung von reizenden und stark entfettenden Arbeitsstoffen sowie durch Verwendung von hautschädigenden Hautreinigungsmitteln. Zu Hauterscheinungen kommt es vor allem bei angeborener oder erworbener Minderbelastbarkeit der Haut.

Neben technischen Maßnahmen zur Minimierung von Hautbelastungen und arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist eine individuelle betriebsärztliche Beratung zum Thema Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege auch schon vor Aufnahme der Tätigkeit notwendig. Auf geringste Anzeichen für eine Hautschädigung sollte sofort reagiert werden.

Asbestverursachte Lungenerkrankungen durch die Bearbeitung von asbesthaltigen Bremsbelägen in Jahrzehnte zurückliegenden Arbeitsverfahren werden noch immer beobachtet. Der Betriebsarzt muss die Erfordernisse nachgehender Untersuchungen bei zurückliegendem Umgang mit krebserzeugenden Arbeitsstoffen prüfen und entsprechend beraten.

Blutbildveränderungen durch die Einwirkung von Benzol (eingeatmet oder über die Haut aufgenommen) aus Kraftstoffen und Waschbenzinen sind bekannt geworden. Bei der Einhaltung der Arbeitsschutzvorschriften sind keine Spätschäden zu erwarten.

Eine Lärmschwerhörigkeit kann durch die Einwirkung von gehörgefährdendem Schall, z.B. in der Nähe von Blechbearbeitung, bei Probeläufen von Motoren und an Motorprüfständen, entstehen. Neben der Minimierung der Lärmbelastung durch technische Maßnahmen ist innerhalb der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen die individuelle betriebsärztliche Beratung zum Thema Gehörschutz von besonderer Bedeutung.