DGUV Information 209-054 - Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Me...

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Abschnitt 3.4, Beauftragung von Fremdunternehmen
Abschnitt 3.4
Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Metallindustrie (bisher: BGI 805)
Titel: Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in der Metallindustrie (bisher: BGI 805)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-054
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.4 – Beauftragung von Fremdunternehmen

Durch die Koordination bei Zusammenarbeit mehrerer Arbeitgeber (§ 8 ArbSchG, § 6 Unfallverhütungsvorschrift "Grundsätze der Prävention" [BGV A1]) sollen diese Probleme minimiert werden.

Die Gefährdungsbeurteilung für die Instandhaltungsarbeiten muss von dem ausführenden Unternehmen (Fremdfirma) erstellt werden. Der Auftrag erteilende Unternehmer (Kunde) ist aber gemäß BGV A1 (§ 5 Abs. 3) zur Hilfe bei der Ermittlung der betriebsspezifischen Gefahren verpflichtet.

Mitgliedsbetriebe, die als Fremdfirmen Instandhaltungsarbeiten bei Kunden ausführen, sollten von den Kunden vor Arbeitsaufnahme eine Auskunft hinsichtlich einer Gefährdung ihrer Monteure durch biologische (und andere) Arbeitsstoffe verlangen. Eine entsprechende Auskunftspflicht könnte beispielsweise schon in der Auftragsgestaltung berücksichtigt werden.

Auch die Benutzung bestimmter Einrichtungen beim Kunden durch die Monteure (z.B. Waschgelegenheiten, Duschen, Umkleideschränke, Abfallsammelbehälter usw.) sollte vor Beginn der Instandhaltungsarbeiten entsprechend den in der Gefährdungsbeurteilung für die durchzuführenden Arbeiten für erforderlich bestimmten Maßnahmen geregelt sein.

Technische und organisatorische Maßnahmen gegen die ermittelte Gefährdung sollen vorrangig getroffen werden. Da Fremdfirmen aber oft wenig Einfluss auf die technischen (insbesondere baulichen) Einrichtungen beim Kunden nehmen können, kommt den persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) besondere Bedeutung zu.

Teilweise müssen Instandhaltungsarbeiten an Orten ausgeführt werden, an denen Einrichtungen für grundlegende hygienische Maßnahmen nicht zur Verfügung stehen (teilweise im außereuropäischen Ausland) oder nicht genutzt werden können (private Haushalte). Oder die Instandhaltungsarbeiten müssen aufgrund der betriebsspezifischen Situation extrem kurzfristig erfolgen.

Monteure, die unter o. g. Bedingungen in kontaminierten Bereichen arbeiten müssen, sollten durch Unterweisungen und durch mitgeführte PSA selbst in die Lage versetzt werden, die notwendigen Hygienemaßnahmen durchzuführen. Bewährt hat sich die Zusammenstellung von möglicherweise benötigten PSA und weiterer Hygieneartikel (z.B. Desinfektionsmittel, wasserloser Handreiniger usw.) in einem "Hygienekoffer".

Bei der Beauftragung von Fremdunternehmen muss der Auftrag erteilende Unternehmer zusätzliche Pflichten gemäß § 8 ArbSchG und §§ 5 und 6 BGV A1 beachten.

So hat er das Fremdunternehmen bei der Gefährdungsbeurteilung bezüglich der betriebsspezifischen Gefahren zu unterstützen. Bei der Gefährdungsermittlung und -beurteilung sind sowohl eigene Beschäftigte als auch die Beschäftigten des Fremdunternehmens gemeinsam zu berücksichtigen und die erforderlichen Maßnahmen festzulegen.

Maßnahmen und Festlegungen sind vom Auftraggeber und Auftragnehmer gemeinsam in schriftlicher Form zu dokumentieren.

In Abstimmung mit dem Fremdunternehmer ist eine Person mit Weisungsbefugnis schriftlich zu bestellen.

Der Auftraggeber hat sich zu vergewissern, dass Personen, die in seinem Betrieb tätig werden, hinsichtlich der Gesundheits- und Sicherheitsgefahren während ihrer Tätigkeit angemessene Anweisungen erhalten haben.