DGUV Information 213-719 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

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Abschnitt 5.1, 5 Gefährdungsermittlung und Beurteilung 5.1 G...
Abschnitt 5.1
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Einsatz von Kaltschweißmitteln für PVC-Bodenbeläge (DGUV Information 213-719)
Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Einsatz von Kaltschweißmitteln für PVC-Bodenbeläge (DGUV Information 213-719)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-719
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5 Gefährdungsermittlung und Beurteilung
5.1 Gefahrstoffe

Werner Müller PVC-Kaltschweißmittel Typ A und PVC-Kaltschweißpaste Typ C und T bestehen aus Tetrahydrofuran (THF), Polyvinylchlorid (PVC) und Mattierungsstoff (amorphe Kieselsäure). THF hat die CAS Nr: 109-99-9 und die EG Nr: 203-726-8.

Nach der Verordnung (EU) 1272/2008 zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien (CLP-Verordnung) ist THF als Gefahrstoff eingestuft [10]. Zusätzlich ist THF mit dem Signalwort "Gefahr" zu kennzeichnen.

Tabelle 1: Einstufung und Kennzeichnung von THF nach CLP-Verordnung *

Gefahrenklasse Gefahrenkategorie Kennzeichnung H-Satz
KarzinogenitätKat. 2 string H351
AugenreizungKat. 2 string H319
Spezifische Zielorgan-Toxizität (einmalige Exposition)Kat. 3 string H335
Akute Toxizität, VerschluckenKat. 4 string H302
Entzündbare FlüssigkeitKat. 2 string H225 EUH019

 

H225 Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar.
H302 Gesundheitsschädlich bei Verschlucken.
H319 Verursacht schwere Augenreizung.
H335 Kann die Atemwege reizen.
H351 Kann vermutlich Krebs erzeugen.
EUH019 Kann explosionsfähige Peroxide bilden.

Entsprechend der TRGS 900 [11] gilt für THF ein Arbeitsplatzgrenzwert (AGW):

  • AGW = 150 mg/m3 (50 ml/m3)

  • Kurzzeitwert (KZW): 300 mg/m3

  • Spitzenbegrenzung: Kurzzeitwertkategorie 2 (I)

  • Überschreitungsfaktor 2, Dauer 15 min, 4-mal pro Schicht, Abstand 1 h.

  • Bemerkung H: Hautresorptiv

  • Bemerkung Y: Ein Risiko der Fruchtschädigung braucht bei Einhaltung des AGW und des biologischen Grenzwertes (BGW) nicht befürchtet zu werden.

Die MAK-Kommission stuft THF in die Krebserzeugende Kategorie 4 ein [12]. Dies bedeutet, dass bei Einhaltung des MAK-Wertes (entspricht dem AGW) kein Beitrag zum Krebsrisiko für den Menschen zu erwarten ist.

Der Biologische Grenzwert liegt bei 2 mg THF pro l Urin (TRGS 903) [13].

*

Mindesteinstufung bzw. Herstellerangaben

Quelle: www.dguv.de/ifa/gestis/gestis-stoffdatenbank/index.jsp