DGUV Information 213-718 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

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Anhang 2, Arbeitsplatzmessungen
Anhang 2
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verpackungstief- und Flexodruck mit Lösemittelfarben (DGUV Information 213-718)

Anhangteil

Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verpackungstief- und Flexodruck mit Lösemittelfarben (DGUV Information 213-718)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-718
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 2 – Arbeitsplatzmessungen

1. Beurteilung der inhalativen Exposition

Im Verpackungsdruck sind die Beschäftigten vor allem im Druckbereich verschiedenen Gefahrstoffen ausgesetzt. Zur Beurteilung der inhalativen Exposition ist bei Gemischen der Bewertungsindex BI heranzuziehen. BI ist der Summenwert der einzelnen Stoffindizes I, die aus dem Quotienten von Schichtmittelwert und dem zugehörigen Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) gebildet werden. Weitere Einzelheiten sind in der TRGS 402 beschrieben.

Die Stoff- und Bewertungsindexberechnung erfolgt im Rahmen dieser Empfehlungen abweichend von der TRGS 402, denn es werden nicht nur Gefahrstoffe mit Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) berücksichtigt. Es werden weitere Grenzwerte berücksichtigt, die zwar in Deutschland noch nicht gesetzlich verankert, jedoch zum Teil absehbar sind. Es handelt sich um Stoffe aus der MAK- und BAT-Werte-Liste der Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe der Deutschen Forschungsgemeinschaft (ML-DFG: Propylacetat, Isopropyl-acetat) sowie um einen Stoff mit internationalem Grenzwert (LIG: 1-Propanol), die in die Summenbewertung miteinbezogen wurden. Diese Vorgehensweise führt zwar tendenziell zu höheren Werten, soll aber zu erwartende Entwicklungen bereits berücksichtigen.

2. Gefahrstoffexposition im Verpackungstief- und Flexodruck

Vom Messtechnischen Dienst der BG ETEM wurden zwischen 2000 und 2014 in 22 Betrieben Arbeitsplatzmessungen durchgeführt. Dabei wurden über 1000 Messwerte ermittelt. Die in Tabelle 1 aufgeführten Stoffe wurden identifiziert. Ethanol und Ethylacetat waren in der Regel die Hauptkomponenten.

2-Ethoxyethanol und 2-Methoxyethanol sowie deren Acetate wurden in keiner Probe nachgewiesen. Bei den Arbeitsplatzmessungen auf Isocyanate lagen alle Messwerte unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Die Ergebnisse der Arbeitsplatzmessungen zeigen, dass im Arbeitsbereich Druck alle Stoff- und Bewertungsindizes unterhalb von 1 liegen. Für die typischen Tätigkeiten eines Druckers bzw. Helfers ist davon auszugehen, dass bei Beachtung der beschriebenen Schutzmaßnahmen die Arbeitsplatzgrenzwerte und weiteren herangezogenen Beurteilungsmaßstäbe eingehalten werden.

Die statistische Auswertung der insgesamt 150 Bewertungsindizes ist in Tabelle 2 zusammengefasst.

Zur Beurteilung von Expositionsspitzen wurde die Einhaltung der Spitzenbegrenzung überprüft. Expositionsspitzen sind dann zu erwarten, wenn mit Lösemitteln direkt und offen umgegangen wird. Dies gilt sowohl für Reinigungstätigkeiten in der Maschine als auch außerhalb, z. B. die manuelle Teilereinigung im Waschraum. Daneben wurden bestimmte Arbeitsplätze mit hoher Exposition betrachtet, z. B. die Druckwerke, an denen sich die Beschäftigten zeitweise aufhalten.

Die Kurzzeitwerte werden bei Beachtung der beschriebenen Schutzmaßnahmen eingehalten (siehe Tabelle 3). Die Maschinenabsaugung muss während der Reinigung in der Maschine in Betrieb sein. Die manuelle Reinigung außerhalb muss an gut belüfteten und abgesaugten Stationen durchgeführt werden.

Tabelle 2: Statistische Auswertung der Bewertungsindizes

ArbeitsbereichAnzahlBetriebe50-Perzentil95-Perzentil
Druck (gesamt)
stationär
personengetragen
125
63
62
22
22
22
0,41
0,41
0,39
0,68
0,68
0,73
Reinigungsbereiche16120,330,82
Farbraum960,190,43
Alle150220,380,73

Tabelle 3: Statistische Auswertung der Arbeitsplatzmessungen von Expositionsspitzen

 AnzahlBetriebe50-Perzentil
[mg/m3]
95-Perzentil
[mg/m3]
Kurzzeitwertkonzentration (Produkt aus AGW und Spitzenbegrenzung) [mg/m3]
Ethylacetat261431414063000
Ethanol221335712111920