DGUV Information 213-718 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

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Abschnitt 4.1, 4 Arbeitsverfahren und Tätigkeiten 4.1 Rollen...
Abschnitt 4.1
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verpackungstief- und Flexodruck mit Lösemittelfarben (DGUV Information 213-718)
Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Verpackungstief- und Flexodruck mit Lösemittelfarben (DGUV Information 213-718)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-718
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4
Arbeitsverfahren und Tätigkeiten
4.1
Rollenrotationsflexodruck

Der Flexodruck ist ein direktes Hochdruckverfahren, bei dem flexible Druckformen als "Klischees" in flacher Form oder in zylindrischer Form als "Sleeves" (hauptsächlich aus Fotopolymeren) zum Verdrucken niedrigviskoser Druckfarben verwendet werden. Es werden fast ausschließlich Rollenrotationsmaschinen eingesetzt. Die Elastizität der Flexodruckform in Verbindung mit einer niedrigviskosen Farbe ermöglicht es, flexible Materialien wie Kunststofffolien, nicht saugende und raue Oberflächen zu bedrucken.

Das Farb-/Druckwerk einer modernen Flexodruckmaschine besteht aus dem Gegendruckzylinder, dem Druckformzylinder sowie der Rasterwalze mit Rakeltechnik und eventuell einer Tauchwalze. Weiterhin unterscheidet man zwischen Quetschbetrieb (Drei-Walzen-Farbwerk mit Tauchwalze, Rasterwalze und Druckformzylinder) und den heute weit verbreiteten Zwei-Walzen-Farbwerken (Rakelfarbwerk), bestehend aus einer Rasterwalze mit Rakeltechnik und dem Druckformzylinder. Die Rasterwalze wird mit Farbe angespült. Die überschüssige Farbe auf den Rasterwalzen wird mit einer Rakel entfernt. Von der Rasterwalze wird die Farbe über das Klischee auf den Bedruckstoff übertragen. Die meisten Maschinen verfügen inzwischen über Kammerrakel, d. h. eine durch zwei Rakel abgeschlossenen Kammer wird über ein Pumpensystem mit Farbe versorgt. Dabei wird nach offener und geschlossener Rakelkammer differenziert. Der Vorteil eines Kammerrakels liegt darin, dass es sich um ein teilweise oder ganz geschlossenes System handelt und somit weniger Lösemittel verdampfen kann. Die Viskosität der Farben bleibt dadurch gleichmäßiger und der Lösemittelverbrauch wird reduziert.

Im Flexodruck lassen sich die Rollenrotationsmaschinen zudem nach ihrer Bauart in Zentralzylinder- und Mehrzylinder-Druckmaschinen einteilen. Mehrzylinder-Maschinen haben für jedes Druckwerk einen separaten Gegendruckzylinder und sind entweder hintereinander in Reihenbauweise angeordnet oder kompakt in einem Rahmengestell vereinigt. Zentralzylinder-Druckmaschinen haben für mehrere Druckwerke einen gemeinsamen Gegendruckzylinder, um den die einzelnen Druckwerke satellitenförmig angeordnet sind. Durch die Kompaktbauweise mit kurzen Bahnabschnitten zwischen den Druckwerken sind Zwischentrocknungen erforderlich. Da die Materialbahn während des kompletten Druckvorgangs auf dem Gegendruckzylinder gehalten wird, erzielt dieser Maschinentyp die größtmögliche Registergenauigkeit. Ein zusätzlicher Vorteil gegenüber der Reihenbauweise liegt im geringen Platzbedarf.

Nach dem Druckwerkständer ist eine Trocknungseinrichtung, z. B. eine Brückentrocknung angeordnet. Die mit Lösemitteln beladene Abluft wird einer Nachbehandlung, beispielsweise einer thermischen, regenerativen oder katalytischen Nachverbrennung zugeführt. Weitere Maschinenbestandteile sind Ab- und Aufwickler, die Seitenkantensteuerung und die Farbversorgung mit Farbpumpen und Viskositätsregelung. Darüber hinaus gibt es Möglichkeiten, Zusatzaggregate wie Schneid- oder Stanzwerk, Lackierwerk, Koronabehandlungsanlage sowie Mess- und Beobachtungssysteme zu integrieren.