DGUV Information 213-717 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 3.1, Druckformherstellung
Abschnitt 3.1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-717
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.1 – Druckformherstellung

Zur Druckformherstellung werden alle Arbeitsbereiche gerechnet, die erforderlich sind, um die an der Tiefdruckmaschine benötigten Druckformen herzustellen. Hierzu zählen die Bereiche Zylindervorbereitung, Galvanik, Gravur und Zylinderkorrektur. Die Gefährdungsbeurteilung für den Bereich Galvanik kann auf der Basis der BG-Information "BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung-Galvanotechnik und Eloxieren" (BGI 790-016) erfolgen. Nur in der Zylinderkorrektur wird Toluol verwendet.

Tätigkeiten mit anderen Stoffen sind nicht Gegenstand dieser BG/BGIA-Empfehlungen und bedürfen einer eigenen Gefährdungsbeurteilung. Nachfolgend sind die Verfahren kurz beschrieben:

  • Zylindervorbereitung (in geschlossenen Anlagen)

    Für die eigentliche Druckformherstellung muss der Druckformzylinder vorbereitet werden. Zuerst wird der Druckformzylinder entfettet und gründlich mit Wasser abgespült, anschließend mit verdünnter Schwefelsäure dekapiert und nochmals abgespült. Danach wird der Druckformzylinder in eine galvanische Anlage überführt.

  • Dünnschicht-/Starkkupferverfahren

    Hierbei wird durch Elektrolyse eine Kupferschicht bzw. eine Zinkschicht (für die Lasergravur) auf einen entsprechend vorbereiteten Druckformzylinder aufgalvanisiert.

  • Ballardhautverfahren

    Dieses Verfahren ist eine Dünnschichtverkupferung. Es wird im Unterschied zum herkömmlichen Verfahren mit einer festhaftenden Kupferschicht eine abreißbare Kupferhaut gefertigt. Vor dem Aufbringen der gravurfähigen Ballardhaut wird zunächst eine Trennschicht auf das Grundkupfer aufgebracht und so ein Verwachsen mit dem Grundkupfer verhindert.

  • Gravur (Druckbildübertragung)

    Im Anschluss an die Zylindervorbereitung erfolgt die eigentliche Herstellung der Druckform. Auf dem verkupferten/verzinkten Druckformzylinder werden die farbführenden Elemente in Form von vertieften Näpfchen mittels filmloser Gravur erzeugt. Ausgangspunkt für die Gravur sind digitalisierte Daten. Mit diesen Bilddaten wird ein Diamantstichel bzw. Laser gesteuert, der die Bildinformationen in Form verschieden großer Näpfchen in das Kupfer oder Zink der Druckformzylinder graviert.

  • Verchromung

    Ist der gravierte Druckformzylinder fehlerfrei, wird er zur Oberflächenhärtung elektrolytisch verchromt, poliert und ist damit druckfertig. Da beim Verchromen gesundheitsschädliche Dämpfe und Aerosole freigesetzt werden können, kommen geschlossene Bäder mit Absaugungen und Abscheidetechnik zum Einsatz.

  • Zylinderkorrektur

    Mitunter machen Mängel in der Konvertierung der Bilddaten, Fehler in der Druckformherstellung oder nachträgliche Kundenwünsche eine Korrektur am Druckformzylinder notwendig. Die Druckformzylinder werden dann manuell in einer Korrekturstation mit Absaugung oder direkt in der Druckmaschine korrigiert. Im Rahmen der Korrektur wird Toluol zum Reinigen der Zylinder verwendet.