DGUV Information 213-717 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 3, Arbeitsverfahren/Tätigkeiten
Abschnitt 3
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-717
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – Arbeitsverfahren/Tätigkeiten

Im Illustrationstiefdruck werden Produkte, wie Kataloge, Zeitschriften und Prospekte, in hohen Auflagen hergestellt. Dabei kommen derzeit Rollenrotations-Tiefdruckmaschinen mit einer Druckbreite bis zu 4320 mm zum Einsatz.

Die verwendeten Druckfarben und Verschnitte enthalten als Lösemittel ausschließlich Toluol. Zur Einstellung der Viskosität wird zusätzlich Toluol benötigt. Auch als Reinigungsmittel und in Einzelfällen zur Verdünnung der Rollenkleber wird Toluol in geringen Mengen verwendet. Über Rückgewinnungsanlagen wird das im Druckprozess eingesetzte Toluol im Kreislauf geführt.

Beim Tiefdruck liegen die druckenden Elemente (Näpfchen) vertieft in der Druckformoberfläche. Der Tiefdruckzylinder übernimmt die Druckfarbe aus der Farbwanne. Die niedrigviskose Druckfarbe füllt die Näpfchen des rotierenden Tiefdruckzylinders. Ein oszillierendes Rakelmesser zieht die überschüssige Druckfarbe von der Druckformoberfläche ab, so dass die Druckfarbe nur in den Näpfchen verbleibt. Eine Gummiwalze (der Presseur) drückt die durchlaufende Papierbahn gegen den Druckformzylinder. Die Druckfarbe wird direkt durch Druck und mittels einer elektrostatischen Druckhilfe auf das Papier übertragen. Anschließend wird die Papierbahn in einen vertikalen Trockenkanal geführt. Die beheizte Luft verdampft das Toluol aus der Druckfarbenschicht, die Druckfarbe trocknet rein physikalisch, bevor sie das nächste Druckwerk erreicht. Die mit Toluol beladene Trocknerabluft wird einer Lösemittelrückgewinnungsanlage (Aktivkohleadsorber) zugeführt. Um eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre in den Trockenkammern und im Abluftsystem zu vermeiden, wird die Abluftmenge dort mittels Konzentrationsmessung geregelt. Die an den Druckwerken benötigte Zuluftmenge wird über eine Klimaanlage gefiltert, beheizt und befeuchtet. Der im Druckwerk bzw. in der Maschinenkapsel durch hohe Absaugleistungen erzeugte Unterdruck verhindert weitgehend das Ausbreiten der Toluoldämpfe aus den Druckwerken in die Umgebungsbereiche.

Dem eigentlichen Druckbereich in Illustrationstiefdruckereien sind meist die Bereiche zur Herstellung der Druckformen und Anlagen der Druckweiterverarbeitung angegliedert.