DGUV Information 213-717 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 5.4, Messtechnische Überwachung mit Photoionisatio...
Abschnitt 5.4
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-717
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.4 – Messtechnische Überwachung mit Photoionisationsdetektoren

Im Illustrationstiefdruck ist eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen durch Messung der Konzentration von Toluol in der Luft am Arbeitsplatz erforderlich. Eine geeignete Methode stellt die Messung mit Photoionisationsdetektoren dar. Eine regelmäßige Überprüfung der Geräte und die Einhaltung der Kalibrierintervalle entsprechend den Vorgaben der Hersteller sind zu beachten.

Es wird folgende Messstrategie festgelegt:

Stationäre Messpunkte an der Druckmaschine werden in Anlehnung an die Norm DIN EN 13023 "Geräuschmessverfahren für Druck- und Papierverarbeitungs-, Papierherstellungs- und Ausrüstungsmaschinen" wie folgt ausgewählt:

1.Hauptsteuerpult:Mitte Steuerpult; 0,5 m vor Steuerpult
2.Abrollung:0,5 m seitlich der Abrollung am Hauptaufenthaltsort des Mitarbeiters am Rollenstern
3.Auslage:Hauptaufenthaltsort des Mitarbeiters an der Auslage (Speicherrolle, Stangenbildner, Päckchenbildner)
4.Druckwerk:seitlich an der Maschine, nach gelbem Farbwerk, oberhalb des gelben Farbkastens (Messwert repräsentiert die gesamte Aufenthaltszeit innerhalb der Druckmaschine).

Siehe DIN EN 13023

Im Rahmen von Vergleichsmessungen konnte gezeigt werden, dass die Toluolkonzentrationen an den einzelnen Messpunkten relativ konstant sind. Es kann daher davon ausgegangen werden, dass bei einer Mittelung über 15 Minuten ein für den jeweiligen Messort repräsentativer Messwert erhalten wird.

Für die verschiedenen Tätigkeiten (Drucker, Druckerhelfer, Helfer an der Auslage, Rolleur) sind die mittleren Aufenthaltszeiten an den genannten Messpunkten zu ermitteln. Die resultierende Exposition berechnet sich danach wie folgt:

E=Exposition
MW=Messwert
T=Aufenthaltszeit
SD=Schichtdauer.

Die Summe der Aufenthaltszeiten muss dabei der Schichtlänge von in der Regel 480 Minuten, abzüglich der Zeiten außerhalb der Arbeitsräume, entsprechen. In Reinigungsbereichen wird die Exposition tätigkeitsbezogen direkt am Arbeitsplatz ermittelt.

Spitzenexpositionen werden ebenfalls durch stationäre Messung über 15 Minuten bestimmt. Der gemittelte Messwert darf dabei das Vierfache des Grenzwertes (= 200 ppm) nicht überschreiten.

Die zeitlichen Abstände der Wirksamkeitsüberprüfung werden entsprechend der Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 402 "Ermittlung und Beurteilung der Konzentrationen gefährlicher Stoffe in der Luft in Arbeitsbereichen" festgelegt. Liegen die Messergebnisse oberhalb der bisherigen Werte, kann dies ein Hinweis auf eine verminderte Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen sein.