DGUV Information 213-717 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 5.1, Technische und organisatorische Schutzmaßnahm...
Abschnitt 5.1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-717
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – Technische und organisatorische Schutzmaßnahmen

  • Druckformherstellung

    • Die Arbeitsräume müssen über eine technische Be- und Entlüftung verfügen.

    • Die Korrekturstände für die Zylinderkorrektur müssen mit einer aktiven Trogabsaugung ausgestattet sein.

  • Druckbereich

    • Im gesamten Bereich der Druckmaschinen muss eine ausreichende Zuluftmenge gewährleistet sein. Rückgeführte Luft ist vorzugsweise dem Druckwerkbereich zuzuführen und darf an den Arbeitsplätzen im Mittel maximal 5 ppm Toluol enthalten. Eine nicht beeinträchtigte Zuluft und die Wirksamkeit von Luftschleiern sind regelmäßig zu überprüfen.

    • Alle vorhandenen Türen, Fenster und Klappen der Schallschutzkapsel müssen beim Fortdruck geschlossen sein.

    • Innerhalb der Schallschutzkapsel muss ein Unterdruck gewährleistet sein. Bei der Teilkapselung (unterer Bereich offen) muss sichergestellt sein, dass der Luftstrom in Richtung der Maschine führt.

    • Soweit vorhanden, müssen Papierbahn- und Druckwerkskapselungen während des Fortdrucks geschlossen sein.

    • Geschlossene Leitstände dürfen nur unter Gewährleistung eines ausreichenden Überdrucks belüftet werden.

    • Bei Reinigungsarbeiten mit Toluol an einem Druckwerk ist die maximale Absaugleistung am jeweiligen Druckwerk zu erbringen.

    • Bei Arbeiten im Bereich von geöffneten Farbwannen in Druckwerken muss ein schneller Rücklauf der Druckfarbe in die Farbkästen gewährleistet sein.

    • Tätigkeiten im maschinennahen Bereich müssen auf das absolut Notwendigste beschränkt werden.

    • Die Grundreinigung von Zylindern muss in der Maschine oder in einer speziellen Wascheinrichtung erfolgen, Nachreinigungen von Hand sind teilweise notwendig.

    • Bei manueller Presseurreinigung muss zum Entfernen von Papierablagerungen ein wässriger Spezialreiniger eingesetzt werden. Beim Entfernen von Farbverunreinigungen ist eine Reinigung mit Toluol erforderlich, dabei müssen die in Abschnitt 5.2 genannten Schutzhandschuhe getragen werden.

    • Teile und Spritzschutze müssen in einer separaten Teilereinigungsanlage gereinigt werden.

    • Maschinen- und Bodenreinigung muss vorzugsweise mechanisch oder mit wassermischbaren Spezialreinigern durchgeführt werden; Toluol darf nur in kleinen Mengen verwendet werden.

    • Deckel von Behältnissen für Druckfarbe, Toluol und Putzlappen sind geschlossen zu halten.

    • Für die Rollenanklebung sind vorzugsweise Klebebänder zu verwenden.

  • Reinigungsbereiche

    • Zylinder und Maschinenteile müssen in geschlossenen Anlagen gereinigt werden; die Anlagen müssen über einen separaten Tank, in den das Waschmittel nach jedem Waschen gepumpt wird, verfügen. Vor dem Öffnen der Anlage muss eine Trocknungsphase erfolgen.

    • Arbeitsbereiche vor den Reinigungsanlagen müssen gezielt mit Zuluft versorgt werden.

    • Reinigungsarbeiten von Hand zum Zweck der Nachreinigung dürfen nur in geringem Umfang und mit Benutzung von geeignetem Hand- und Atemschutz erfolgen; an entsprechend wirksam abgesaugten Reinigungsständen kann auf Atemschutz verzichtet werden.

  • Weiterverarbeitung

    • Der Weiterverarbeitungsbereich muss von den Druckwerken/Druckmaschinen räumlich getrennt sein.

    • Eine ausreichende Be- und Entlüftung muss gewährleistet sein.