DGUV Information 213-717 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 4.3, Bewertung der Gefahrstoffexposition
Abschnitt 4.3
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Tätigkeiten mit Toluol im Illustrationstiefdruck (bisher: BGI 790-017)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-717
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.3 – Bewertung der Gefahrstoffexposition

Die Ergebnisse der im Druckbereich und in den Reinigungsbereichen durchgeführten Expositionsmessungen (siehe Anhang) zeigen, dass bezogen auf eine 8-stündige Arbeitsschicht die Arbeitsplatzkonzentration von Toluol bei allen Tätigkeiten unterhalb von 50 ppm liegt. Die Kurzzeitwertbedingungen werden eingehalten.

Da im Druckbereich und in den Reinigungsbereichen die ermittelte Konzentration teilweise jedoch in der Nähe des Grenzwertes liegt, ist hier eine regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit der getroffenen Schutzmaßnahmen erforderlich. Hierfür kann ein einfaches Messverfahren zum Einsatz kommen.

In den Bereichen Druckformherstellung, Weiterverarbeitung sowie sonstigen Bereichen sind verfahrensbedingt keine höheren Expositionswerte zu erwarten. Dies wurde bereits in den 1998 erschienen BG/BIA-Empfehlungen zur Überwachung von Arbeitsbereichen im Illustrationstiefdruck belegt. Seitdem ist die Exposition in diesen Bereichen auf Grund verfahrenstechnischer Optimierungen weiter gesunken. Auf Kontrollmessungen kann daher in diesen Bereichen verzichtet werden.

Obwohl Toluol gut über die Haut aufgenommen werden kann und dementsprechend auch in der TRGS 900 als "hautresorptiv" eingestuft ist, steht im Illustrationstiefdruck der inhalative Aufnahmeweg ganz im Vordergrund.

Die toxikologisch-arbeitsmedizinische Begründung für Toluol belegt, dass die Aufnahme von gasförmigem Toluol über die Haut nicht nennenswert ist. Ein direkter Hautkontakt zu flüssigem Toluol kann auf Grund des Arbeitsverfahrens und des konsequenten Einsatzes von Chemikalienschutzhandschuhen weitgehend ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Feldstudie "Toluol in Tiefdruckereien" konnte eine positive Korrelation der Luftexposition mit der Toluolkonzentration im Blut nachgewiesen werden. Der dermale Aufnahmeweg ist daher nur von untergeordneter Bedeutung.

Siehe auch Abschnitt 8 "Weitere Informationen"(Seite 22).

Als Ergebnis der Bewertung ist festzustellen, dass der Grenzwert in allen Bereichen eingehalten ist.