DGUV Information 213-715 - Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei d...

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Abschnitt 5.4, Weitere Schutzmaßnahmen bei Standardauftragve...
Abschnitt 5.4
Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei der Verarbeitung von Holz, Papier und Leder Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung (bisher: BGI/GUV-I 790-015)
Titel: Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei der Verarbeitung von Holz, Papier und Leder Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung (bisher: BGI/GUV-I 790-015)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-715
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.4 – Weitere Schutzmaßnahmen bei Standardauftragverfahren

Bei Standardauftragverfahren wird der reaktive PUR-Schmelzklebstoff im Vorschmelzgerät bei mindestens 100 C vorgeschmolzen und über ein Walzensystem in einem offenen Vorratsbecken appliziert.

Wird ein reaktiver PUR-Schmelzklebstoff mit einer Konzentration aller MDI-Monomeren im Bereich von 0,1 bis 4 % verwendet, müssen bei Verwendung von Standardauftragverfahren weitere Schutzmaßnahmen, zusätzlich zu den unter Abschnitt 5.2 festgelegten, durchgeführt werden:

  • Bei Vorschmelzgeräten muss für die Dauer des Nachfüllvorganges eine wirksame Absaugung mit mindestens 150 m3/h und eine Abführung der Dämpfe nach außen oder über einen geeigneten Filter vorgesehen werden.

  • Beim Rüsten und Entstören der Auftraganlage, beim Herausziehen, Aufheizen, Aufbewahren und Abkühlen des Auftragsystems außerhalb der Auftraganlage oder bei Reinigungsarbeiten am Auftragsystem ist technisch zu gewährleisten, dass aus dem Auftragsystem keine gesundheitsschädigenden Emissionen von Isocyanaten austreten können (z. B. durch Abdeckung des Beckens, Einschub in eine abgesaugte Reinigungsstation oder unter eine Ablufthaube bzw. Ablaufmöglichkeit des reaktiven PUR-Schmelzklebstoffes innerhalb der abgesaugten Auftraganlage).

  • Ist insbesondere beim Herausziehen des heißen Auftragsystems aus der Auftraganlage oder bei dessen Reinigung im heißen Zustand ein Auftreten von Isocyanaten in der Atemluft nicht vollständig auszuschließen, muss für diese Arbeiten eine Atemschutzmaske mit einem Filter A, braun, oder B, grau, zur Verfügung gestellt und benutzt werden.

  • Werdende und stillende Mütter dürfen die vorgenannten Tätigkeiten nicht durchführen. Arbeitnehmerinnen in diesen Arbeitsbereichen sind über diese Bestimmung zu informieren.