DGUV Information 213-715 - Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei d...

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Abschnitt 5.1, 5 Schutzmaßnahmenkonzept 5.1 Gefährdungsbeurt...
Abschnitt 5.1
Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei der Verarbeitung von Holz, Papier und Leder Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung (bisher: BGI/GUV-I 790-015)
Titel: Verwendung von reaktiven PUR-Schmelzklebstoffen bei der Verarbeitung von Holz, Papier und Leder Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung (bisher: BGI/GUV-I 790-015)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-715
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.1 – 5 Schutzmaßnahmenkonzept
5.1 Gefährdungsbeurteilung: Schutzmaßnahmenkonzept

Die Gefährdungsbeurteilung im Rahmen der Gefahrstoffverordnung umfasst bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen neben der Beurteilung von Stoffeigenschaften auch die mögliche Exposition der Beschäftigten. Dabei sind als Informationsquellen die Sicherheitsdatenblätter und Technischen Merkblätter der Klebstoffhersteller sowie die Betriebsanleitungen der Anlagenhersteller hinzuzuziehen. Entsprechend der ermittelten Gefährdung der Beschäftigten werden Maßnahmen im Rahmen eines Schutzmaßnahmenkonzeptes erforderlich (Anhang 2: Checklisten).

In diesen EGU werden abgestufte stoffspezifische Bedingungen definiert, für die entsprechend des jeweiligen Auftragverfahrens differenzierte Schutzmaßnahmen notwendig sind.

  • Klebstoffgruppe I.

    Bei emissionsarmen Klebstoffen ist die Gefährdung der Atemwege und der Haut gering. Die Mindestmaßnahmen nach Abschnitt 5.2 sind ausreichend.

  • Klebstoffgruppe II.

    Bei Standardklebstoffen besteht eine mittlere Gefährdung der Atemwege. Hinsichtlich des Expositionspfades Haut muss unterschieden werden in Klebstoffe mit einem Gehalt von 0,1 bis 1 % und solche mit einem Gehalt von 1 bis 4 %. Für die erstgenannten Klebstoffe ist die Gefährdung der Haut gering.

    Für die anderen Klebstoffe ist die Hautgefährdung im kalten Zustand gering und im heißen Zustand hoch.

    Bei allen Standardklebstoffen sind die Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 5.2 ausreichend, wenn emissionsarme Technik nach Abschnitt 5.2 verwendet wird. Ist dies nicht der Fall, müssen zusätzlich zu den Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 5.3 weitere Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 5.4 getroffen werden.

  • Klebstoffgruppe III.

    Bei Niedrigtemperaturklebstoffen werden grundsätzlich niedrigere Expositionen erwartet. Dies ist aufgrund einer zu geringen Anzahl von Messdaten nicht eindeutig zu belegen. Deshalb sind präventiv die Mindestmaßnahmen nach Abschnitt 5.2 und die zusätzlichen Schutzmaßnahmen nach Abschnitt 5.4 anzuwenden.