DGUV Information 213-714 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 4.2, Bewertung der Gefahrstoffexposition
Abschnitt 4.2
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Weichlöten mit dem Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (Kolbenlöten) Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 (bisher: BGI 790-014)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Weichlöten mit dem Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (Kolbenlöten) Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 (bisher: BGI 790-014)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-714
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.2 – Bewertung der Gefahrstoffexposition

Aus der Messdatendokumentation der Berufsgenossenschaften (MEGA) wurden die Messergebnisse der Berufsgenossenschaft Elektro Textil Feinmechanik für die Tätigkeit Weichlöten aus den Zeiträumen

  • 1986 bis 1994

  • 1995 bis 2000

  • 2001 bis 2005

herangezogen. Die Ergebnisse sind im Anhang dargestellt. Für den Zeitraum von 2001 bis 2005 zeigt Tabelle 2 die Anzahl der Messungen sowie die 50- und 95-Perzentile.

Die Messergebnisse sind repräsentativ für die Schichtlänge.

Tabelle 2:
Anzahl der Messungen und Auswertung der Messergebnisse beim Kolbenlöten für den Zeitraum 2001 bis 2005

GefahrstoffAnzahl der Messungen50-%-Wert
mg/m3
95-%-Wert
mg/m3
Blei und seine Verbindungen770,0010,004
Zinnverbindungen, anorganisch710,0010,018
Formaldehyd740,0060,03
Acetaldehyd680,010,03
Acrylaldehyd690,0050,005
Butyraldehyd690,010,01

Die Empfehlungen entsprechen dem Stand der Technik. Da sich erfahrungsgemäß die Bedingungen an den Arbeitsplätzen beim Kolbenlöten nicht ändern und der Stand der Technik gewährleistet, dass auch bei verfahrens-, betriebs- oder lüftungstechnischen Änderungen nicht mit einer Expositionserhöhung zu rechnen ist, ist davon auszugehen, dass die Beurteilungsmaßstäbe bzw. Grenzwerte von Blei und seinen Verbindungen, anorganischen Zinnverbindungen, Acetaldehyd, Acrylaldehyd und Butyraldehyd sowie der Bewertungsindex für Stoffgemische in der Luft am Arbeitsplatz nach der TRGS 402 eingehalten werden.

Für Formaldehyd wird das 95-Perzentil als Beurteilungsmaßstab herangezogen; dieser Wert beschreibt die Exposition nach dem Stand der Technik (siehe Tabelle 2).

Zusätzliche Kurzzeitwert-Messungen wurden nicht durchgeführt. Aufgrund einer rechnerischen Abschätzung ist davon auszugehen, dass die Kurzzeitwerte der berücksichtigten Stoffe zu keiner Zeit überschritten wurden.