DGUV Information 213-714 - BGBGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung n...

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Abschnitt 1, Anwendungsbereich
Abschnitt 1
BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Weichlöten mit dem Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (Kolbenlöten) Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 (bisher: BGI 790-014)
Titel: BG/BGIA-Empfehlungen für die Gefährdungsbeurteilung nach der Gefahrstoffverordnung Weichlöten mit dem Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (Kolbenlöten) Verfahrens- und stoffspezifisches Kriterium (VSK) nach der TRGS 420 (bisher: BGI 790-014)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-714
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – Anwendungsbereich

Diese BG/BGIA-Empfehlungen gelten für bestimmte Weichlötarbeiten mit elektrisch beheizten Lötkolben an elektrischen und elektronischen Baugruppen oder deren Einzelkomponenten (im Folgenden Kolbenlöten genannt). Es handelt sich dabei um das Fugenlöten mit punktförmigen Lötstellen mit Weichloten an Arbeitsplätzen, an denen

  • elektrische und elektronische Baugruppen bzw. deren Einzelkomponenten verlötet werden, z.B. Leiterplatten, elektronische Kleingeräte, Verzinnen von Leiterenden

  • elektrische und elektronische Baugruppen bzw. deren Einzelkomponenten bei Montage-, Prüf- und Kontrollarbeiten verlötet werden

  • überwiegend Reparaturlötungen an elektrischen und elektronischen Baugruppen bzw. deren Einzelkomponenten durchgeführt werden.

Maßnahmen werden beschrieben, die für Stoffe mit Arbeitsplatzgrenzwert (AGW) dessen Einhaltung sicherstellen. Bei Stoffen ohne AGW wird in diesen Empfehlungen der Stand der Technik beschrieben.

Die Anwendung dieser BG/BGIA-Empfehlungen setzt voraus, dass mit diesen Arbeiten nur unterwiesene Personen beauftragt werden.

Diese BG/BGIA-Empfehlungen gelten nicht für

  • Flamm- und Hartlötverfahren,

  • Lötanlagen,

  • Kolbenlöten mit flammbeheizten Lötkolben,

  • Weichlötarbeiten bei der Pfeifenherstellung im Orgelbau,

  • Weichlötarbeiten mit Sonder-Weichloten, die Antimon, Cadmium oder Silber enthalten,

  • Löten von Blei,

  • Löten mit bleifreiem Lot.

Bei der Umsetzung dieser BG/BGIA-Empfehlungen ist zu berücksichtigen, dass nach der EG-Richtlinie 2002/95 (RoHS-Richtlinie) die Verwendung bleihaltiger Lote einzuschränken ist. Die Mitgliedstaaten haben danach sicherzustellen, dass neu in Verkehr gebrachte Elektro- und Elektronik-Geräte kein Blei enthalten. Ausnahmen gelten nur für Verwendungszwecke, die im Anhang der Richtlinie und den Folgeentscheidungen der Kommission erwähnt sind. Blei in Lötmitteln unterliegt der Evaluierung durch die Kommission gemäß § 7 Abs. 2 der Richtlinie 2002/95 EG.

Der Arbeitgeber muss im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung prüfen, inwieweit bleifreie Lote für seinen Anwendungsbereich zur Verfügung stehen und muss diese, sofern möglich, einsetzen.

Für diese Empfehlungen bedeutet dies, dass bleihaltige Lote nur noch in bestimmten Anwendungsbereichen (z.B. Reparaturen, Automobilindustrie, Medizintechnik, Wehrtechnik) eingesetzt werden dürfen.